Ersters Ziel heute war die Kleinstadt Sulmona, das „Siena der Abruzzen“. Auf kurvigen aber excellenten Fahrbahnen kam endlich wieder Freude beim Kurvenswing auf. Nicht nur bei uns, die Knieschleifer-Fraktion war auch schon in Heerscharen unterwegs.
Barocke und……mittelalteriche GebäudeBrunnen, der vom…Aquädukt gespeist wirdBildhauerkunstDistanzangabe stimmt!
Aber wofür ist Sulmona sonst noch bekannt…Eventuell erinnern sich die Älteren noch an die italienischen Gastarbeiter, welche nach einer Hochzeitsfeier, Netzchen mit Konfetti (zuckerummantelte Mandeln) nach Hause brachten. Genau diese Mandeln werden in zig Variationen in Sulmona hergestellt und in verschiedenen Kreationen angeboten. Laut Wikipedia, soll das englische Königshaus ebenfalls mit diesen Süssigkeiten beliefert worden sein.
In jeder Gasse findet man……Geschäfte die Mandeln……in allen Variationen……verkaufen
Die zweite Station des Tages hatte historischen Hintergrund. Wir besuchten das Castello Caldora in Pacentro. Dieses Bauwerk mit seinen drei Türmen war schon von Weitem sichtbar und gilt als Tor zum Majella Nationalpark. Im Weiteren reichen die Wurzeln (Oma Ciccone) von Madonna ebenfalls zu diesem Ort.
vorbei am…ehemaligen……Dorfwaschplatz……mit Trachtenbildern……und schön restaurierten Häusern ging es bergwärts……zur Burgalle Besitzer der Burg……mit den drei markanten Türmen
Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, die Aussicht vom höchsten Turm zu geniessen…Da die letzten Tage eh durch die Cerberus-Hitze gezeichnet waren, spielten die zusätzlichen Schweisstropfen keine Rolle mehr.
Blick übers Dorf……und in den Majella Nationalpark
Zu guter Letzt fuhren wir über den Passo San Leonardo zurück zum Hotel…und dann subito in den Pool.
Zum Nachtessen fanden wir ein Restaurant welches Arrosticini anbot. Die Spiesschen aus Schaffleisch sind eine Spezialität in den Abruzzen. Was wir gestern nach langer Wartezeit nicht kosten konten, ging heute ohne Wartezeit und grillieren mussten wir auch nicht selber…super…dazu noich ein Italiener, welcher partout nicht italienisch sondern englisch sprechen wollte…dafür aber einen mehr als feinen lokalen Wein empfahl. Perfekter Abend, der für den gestrigen Tag mehr als entschädigte.
Die heutige Rundfahrt beinhaltete Tipp’s von der Rezeption sowie Geheimtipps aus dem Internet.
Schattenspiel
Die Höhle von Stiffe sahen wir uns zuerst an. Eigentlich beinhaltet die Grotte den Fluss, welcher nach seiner unterirdischen Strecke wieder ans Licht kommt. Der Weg führt 600m in die Höhle und man sieht das Wasser aus dem Felsen in die Tiefe sprudeln. Ganz angenehm waren die Temperaturen, die sich das ganze Jahr bei 10 Grad bewegen.
Gut gerüstet für die Höhlenexpedition
Zweite Anlaufstelle war Santo Stefano di Sessanio, mit 1250 m.ü.M. das höchstglegene Dorf in Italien. Mit rund 100 Einwohnern ist es recht dünn besiedelt, aber der Ort hat Investoren gefunden, welche mit der Renovierung von Gebäuden den Tourismus wieder auf die Beine helfen wollen. Im Moment sieht man einige schön restaurierte Häuser, aber in der Mehrzahl ist das ganze Dorf voller Gerüste.
was renoviert……wurde ist……wirklich schön……aber die engen Durchgänge blieben
In den Höhen des Gran Sasso sollten wir den absoluten Geheimtipp besuchen. Es handelte sich um ein Restaurant, welches draussen jede Menge Grillstellen unterhält. Man kauft sich Spiesschen, Würste oder Käse und grilliert diese draussen, mit Sicht auf die Berge. Soweit die Werbung…
Castel del MonteHochebene des Gran Sasso
…als wir auf das Hochplateau kamen, sahen wir schon von Weitem eine Ansammlung von Wohnmobilen, Motorräder und Velofahrern…eigentlich sah es so aus wie das „Isebähnli“ in Trimbach an einem Donnerstag zu Spitzenzeiten. Wir standen also geduldig in der Kolonne um Spiesschen und Getränke zu kaufen…aber nach 30 Minuten und einer Vorwärtsbewegung von 2m haben wir die Reissleine gezogen und sind weitergefahren.
Parkplatz suchen……Fleisch kaufen……Grillieren und geniessen
Der Campo Imperatore lockte mit seinen 2100m. Das Bild hier glich der Schwägalp an einem Sonntag. Hunderte von Fahrzeugen jeglicher Art tummelte sich oben am Parkplatz…Sayonara…nichts für uns…
Anfahrt zum…Campo Imperatore……mit Aussicht
…Letzter Punkt, die beste Gelateria in Italien (Geheimtipp). Diese befindet sich in L’Aquila, welches 2009 von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde. Die Innenstadt ist verkehrsbefreit und die Parkplätze ziemlich weit entfernt…wenn man das Zentrum in Motorradkleidern und bei 35 Grad erkunden will…auch diesen Gehimtipp mussten wir bachab schicken.
Wir verabschiedeten uns vom Meer und fuhren ostwärts Richtung Nationalpark der Abruzzen. Dieser Park spielte eine grosse Rolle für die bedrohten Tierarten Wolf und Braunbär. Leider haben wir weder das Eine noch das Andere Exemplar gesehen.
Schöne Landschaften……Burgen……und Dörfer
Der erste Halt vollzogen wir in Agnone. Dort befindet sich die älteste Glockengiesserei der Welt. Um halb zwölf tranken wir noch etwas Eisgekühltes um festzustellen, dass um 12 Uhr eine Führung durch die Giesserei stattfand. Austrinken, zahlen, navigieren und pünktlich um 12 Uhr nahmen wir an der Führung teil. Wir waren tief beeindruckt von der Arbeit, die es braucht um eine Glocke zu giessen. Die Vorbereitungsarbeiten beanspruchen ca. 3 Monate und das Giessen selber ist in rund 3 Minuten erledigt.
Stufen des Glockenbaus……Giesserei……Stimmen der GlockenMuseum mit…speziellen Glocken..…und Gästen…wir haben uns auch verewigt
Der weitere Weg führte uns durch bewaldetes Gebiet mit schlechten, aber auch sehr guten Strassen. Einmal musste sogar ein Strassenbau-Trupp mit Bagger und LKW weichen, damit wir weiterfahren konnten.
AgnoneAgnoneRoccasicuraAlfedenaBarrea
Unsere neue Bleibe für die nächsten Tage ist zwar modern, mit einigen kleinen Mängeln…doch das grösste Handicap…das Restaurant ist über das Wochenende geschlossen….GRMPFL….💣💥
Die Temperatur um 10 Uhr morgens erreichte schon 31 Grad, so gesehen die ideale Temperatur für einen Strandtag. Im Liegestuhl entschieden die Weltbeste Sozia und ich, dass wir unbedingt Ferien brauchen.
Das gestern geschmiedete Programm wurde kurzerhand gekippt und neu zusammengestellt. Wir werden unsere Reise im Monat August für einen Monat unterbrechen.
Pool……Essen……Bar……und wieder Pool
Dass wir diese Reise überhaupt unternehmen konnten verdanken wir einigen Personen, welche unsere Verpflichtungen in der Schweiz übernahmen. Unser Dank geht an meine Schwester Elisabeth, an Daniela, die Schwester von Barbara und meinen Bruder Stefan. Diese 3 Personen kümmern sich um Haus, Land und Post. Wir danken euch von ganzem Herzen.
Adio Puglia…wir verliessen heute unsere geliebte Weinregion und bewegten uns weiter nordwärts in die Region Molise / Abruzzen.
die Bremsen, unsere Lebensversicherung
Seit Tagen begegneten wir Plakaten und Hinweisen über Padre Pio. Für mich nichts Wesentliches, aber für die weltbeste Sozia schon. Ihre Mutter erzählte von diesem Geistlichen und gab ihr vor Jahren ein Bild von ihm, welches heute noch im Ausweisetui vorhanden ist.
Plakate von Padre Pio
Da wir an San Giovanni Rotondo der Wirkungsstätte von Padre Pio vorbeifuhren, lag es auf der Hand, dass wir dort einen Zwischenstop einlegten. Bei Padre Pio (1887-1968) handelt es sich um einen der beliebtesten Heiligen in Italien. Ab 1918 zeigten sich bei ihm Stigmata an den Händen und den Füssen wie bei Jesus, welche aber von der Kirche nicht anerkannt wurden und sein Wirken wurde ebenfalls sehr negativ bewertet. Nichts desto Trotz pilgern jedes Jahr fast 7 Millionen Personen nach San Giovanni Rotondo.
Sein grösstes Ziel war es mit den Spenden ein Spital für alle zu errichten, was er auch erreichte. Heute ist es eines der bedeutesten Spitäler Italiens.
Der Spitalkomplex in San Giovanni Rotondo
Im Jahre 2002 sprach ihn Johannes Paul II heilig. Ihm zu Ehren wurde eine Kirche gebaut, welche es in sich hat. Einerseits die Architektur, anderseits die Mosaike.
Wallfahrtskirche in San Giovanni RotondoWallfahrtskirche in San Giovanni RotondoDer ganze untere Teil, wo Padre Pio aufgebahrt ist, besteht aus Mosaiken
Nach soviel Religion, ging die Reise bei sehr sommerlichen Temperaturen weiter. Die weltbeste Sozia und ich hatten uns für die Reise ein Temperatur-Limit gesetzt…40 Grad als Maximum…
Während der Fahrt liessen wir wieder einmal einer Schlange den Vortritt. Entlang der Strassen kilometerlange Oleandersträucher in voller Blüte. Im Weiteren passierten wir einen Brand eines gemähten Weizenfeldes und fuhren an einem LKW-Unfall vorbei, welcher sich über die Leitplanken überschlagen hatte (kein schöner Anblick).
Oleander schmück den Weg……oder anderes Grünzeugs
Je weiter wir fuhren, desto heisser wurde die Luft. Es fühlte sich an, als ob jemand mit dem Föhn in unser Gesicht bläst…und dann passierte es…39…40…41…und 42 Grad…eindeutig zuviel. Wir geniessen morgen noch einen Tag am Meer und verziehen uns dann in die Berge der Abruzzen.
Den heutigen Tag nutzten wir um den Ort Sant’Angelo anzusehen. Der Ort liegt auf rund 840m.ü.M.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen ein normanisches Castell sowie die Wallfahrtskirche San Michele.
Das Castell aus dem……9. Jahrhundert
Die Kirche San Michele ist eine Grottenkirche. Oben ist nur der Glockenturm und die zweiteilige Eingangshalle zu sehen. Die Kirche selbst liegt im Inneren des Berges. An diesem Ort erschien, der Legende nach im Jahr 492, der Erzengel Michael den Hirten.
Kirchturm mit den……zwei Eingangtorendie Grottenkirche
Nach der Besichtigung war es Zeit für einen Apero, welcher mit einer ganzen Palette von Häppchen begleitet wurde.
Die nächste Station war der Pool, wo wir die nächsten 7 Tage fixierten.
Die heutige Runde um den Gargano führte uns zunächst durch den Foresta Umbra (Schattenwald). Dabei handelt es sich um einen Naturpark aus dichten Wäldern mit sehr alten und stattlichen Bäumen, welche je nach Vegetationszonen wechseln. Die höchstgelegenen Stellen (ca. 800m.ü.M) sind bedeckt mit Buchen, Ahorn und Steinbuchen, wogegen die Eichen und Linden in den mittleren Höhen zu finden sind.
Wieder auf Meereshöhe sahen wir von Weitem schon die Umrisse von Pisticci. Ein kleiner Halt an einer Strandbar in Pisticci war nötig, um unseren Durst zu löschen.
PisticciSpalier stehen für……die Badegäste
Vieste war unser nächstes Ziel. Ein kleines Dorfzentrum mit etwas Kunst, einem Leutturm und dem Kalkfelsen Pizzomunno bieten gute Fotomotive…
Viesteoriginelle Kunst……am HafenPizzomunno
Weiter der wunderbaren Küste entlang mit ihren Sandstränden und Steilküsten bis nach Mattinata. Von hier gings über Serpentinen wieder hinauf zum Monte Sant´Angelo.
Kilometerlange Sandstrände……und Steilküsten
Den Rest des Abends verbrachten wir am und im Pool.
Von Pool zu Pool, so könnte man den heutigen Tag beschreiben. Kurz vor zehn Uhr fuhren wir los, wobei das Thermometer schon 31 Grad anzeigte.
Die Strecke führte an der Adriaküste Richtung Norden zum Sporn am Stiefel von Italien. In der Region um Bari dominierten die Reben, diese wurden ab Barletta durch riesige Salinen abgelöst. Es sind die grössten in Europa und in den Becken tummelten sich jede Menge Falmingos. Ebenfalls sahen wir auf jedem Strommasten ein besetztes Storchennest. Angrenzend an die Salinen folgten keine Olivenbäume und keine Reben sondern Tomatenplantagen.
Inzwischen stieg die Temperatur auf 35 Grad und der Wunsch nach etwas Schatten war grösser als die Lust auf ein Fotohalt.
Nach rund 2 Stunden erreichten wir unser Hotel, etwas zu früh um das Zimmer zu beziehen. Wir warteten geduldig bis alles vorbereitet war, bezogen unser Zimmer und freuten uns auf den Pool…öhm…diesmal dauerte es einige Minuten, bis ich komplett im Wasser war…frisch…sehr frisch…ich tippe mal auf Quellwasser.
vor dem Hotel im ……Schatten parkiertWartezeit wird effizient genutztAnfahrt zum Hotel……mit Blick auf Manfredonia
Wie wir gesehen haben, kommt laut Blick eine Hammerhitze (34 Grad) auf die Schweiz zu. Diese Temperatur hatten wir schon am Mittag erreicht. Kein Töffwetter…dafür relaxen am Pool mit Hebi-Wassertemperaturen (ca. 25-27 Grad).
Strand von Bisceglie……Hotelpool
Abends fuhren wir in die Altstadt von Bisceglie…und es ist wirklich eine alte Stadt… Am Hafen ein Restaurant nach dem anderen…aber eher fischlastig. Sogar die WBS mag im Moment nicht mehr Fisch- und Meereszeug essen. Aber auch hier ist es wie an allen bekannten Touristenorten…desinteressierte Angestellte, weil der Laden wird auf jeden Fall voll, ob wir dabei sind oder nicht.
Einige Gebäude……sind schon……restauriert, andere……warten noch draufKunst am Hafen
Also noch ein Foto vom Sonnenuntergang und Richtung Hotel…
…aus der Stadt zu kommen war der Knackpunkt dieser Aufgabe. Kolonnen, Gehupe, Stop and Go…Italien wie es leibt und lebt. Hier kam der Vorteil des Motorrades zum Zug, links überholen, rechts vorbei an wartenden Autos, wieder links warten an der Ampel, Blitzstart bei Grün…das vorderste Auto steht immer noch, als es im Rückspiegel verschwindet…und langsam wird der Verkehr weniger und wir näherten uns dem Hotel.
Rund 500m vom Hotel hatten wir ein Restaurant gesehen, das wir ansteuerten. Gegen 21 Uhr!!! (unsere Essenszeiten verlagern sich deutlich nach hinten) fanden wir locker einen Platz. Aber wir haben nicht mit den Italienern gerechnet…gegen 22Uhr strömten Massen von Gästen ins Restaurant. Es war brechend voll und zu unserer Überraschung waren auch Baby’s und Kleinkinder dabei…mit dem obligaten Geplärre. Somit war es Zeit für uns einen Abflug zu machen. Überraschung #2…am Eingang standen sie Schlange (inkl. Kinderwagen)…