Nach einer geruhsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück, packten wir unsere Siebensachen zum letzten Mal auf dieser Tour.
Seit wir unterwegs sind, haben wir heute erstmals Teile einer Autobahn benutzt, um nicht durch München fahren zu müssen.
Egal ob mit oder ohne Autobahn, es zog sich in die Länge und die Kurven waren eher Mangelware.
Keine Mangelware im Allgäu ist Käse und von diesem haben wir reichlich einkauft.
Gegen 14.30 hatten wir es geschafft, auspacken, einkaufen, und Zuhause zum Rechten schauen waren die nächsten Aufgaben die auf uns warteten.
hat sich nichts geändert an der Aussicht vom Wintergarten
Nun ist unsere Deutschland Tour zu Ende…Wir haben sehr schöne Städte gesehen und viel über die Geschichte des Landes gelernt.
Unsere beiden geführten Motorradtouren brachten uns mit interessanten Gleichgesinnten zusammen. Die Tour im Wald- und Mühleviertel war eine versteckte Perle und hat uns sehr gut gefallen.
Wir freuen uns auf die nächste Tour, die Mitte September startet.
Gegen 6 Uhr morgens startete Anett unüberhörbar ihre Heimreise Richtung Magdeburg😀.
Die restlichen Mitglieder trafen sich beim Frühstück, doch der Abschied nahte unweigerlich und liess sich nicht mehr aufhalten🥲.
Alles gepackt, Navi programmiert und los fuhren wir bei tollem Wetter zum Zwischenhalt im Raum München.
Zwischendurch ärgerte mich das BMW Navi mit seinen endlosen Berechnungszeiten…das Ding ist echt unbrauchbar für schnelle Richtungsentscheidungen.
Vor der Grenze zu Deutschland passierten wir eine Kreuzung, bei welcher sich auf der einen Spur eine längere Autokolonne bildete. Die meisten wollten rechts abbiegen zum Tanken, man hätte glauben können, dass es morgen kein Benzin mehr gibt. Die Autofahrer die am Ende des Staus standen und nicht tanken wollten, wussten natürlich nicht, dass sie hätten vorbei fahren können und standen brav im Stau.
Diese Schlangen vor den Zapfsäulen sahen wir an praktisch jeder Tankstelle vor der Grenze zu Deutschland… wen wunderts….
Beim „berrrühmt berrrüchtigten“ Braunau (Orginalton Bdolf😉), überquerten wir die Grenze und trafen am frühen Nachmittag in Ismanig ein.
Stiefelbier mit der Weltbesten Sozia und ein feines Abendmahl beendete diesen Fahrtag.
Wir sind……am Ziel…Biergarten hat noch Platz……na denn Prost
Da für den heutigen Abend Gewitter aus Westen erwartet wurden, fuhren wir Ostwärts ins Waldviertel.
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole…eine tolle Gegend mit gut ausgebauten Strassen. Es ist eine Freude hier diese Tour zu fahren. Dazu tragen die Mitfahrer und der Tourguide Roland natürlich ihren Teil dazu bei.
Bevor wir zum ersten Kaffeehalt kamen, erlebte Anett noch einen kleinen Dämpfer. Ein etwas optimistisch geplantes Überholmanöver ohne Vollgas und mit dem falschen Gang ging gerade noch glimpflich aus.
Ein paar Kilometer weiter fuhren wir in Weitra durch das Stadttor und schon waren wir mittendrin auf dem Dorfplatz umgeben von schönen Häusern.
Schloss WeitraEinfahrt……in Weitra…mit einem……schönen……Marktplatz… und Rathhaus
Mit etwas geknicktem Haupt sass Anett später im Kaffee…selbst die schöne Umgebung konnte sie nicht begeistern….aber unser Zuspruch richtete sie wieder auf.
Nächster Halt war der „Arbesbacher Stockzahn“ so wird die Ruine genannt. Die Mittagssonne brannte schon ziemlich auf unseren Pelz und nur noch die Starken machten sich auf den Weg den Turm zu erklimmen😅. Sie wurden mit einem tollen Fernblick belohnt.
Der Stockzahn aus Fern……und NahAussicht für……die vier……Starken
Seit zwei Tagen schwärmt Roland von einer Konditorei eines Weltmeisters. Ganz besonders hat es ihm die Nusstorte angetan, er versprach uns ein Gaumenerlebnis seltener Art. Er selber probiert überall die Nusstorte um immer wieder zur selben Erkenntnis zu kommen…die vom Lubinger ist die BESTE.
Unser Einwand, dass die Bündner Nusstorte ebenfalls Weltklasse ist, kam bei ihm nicht an…nur was Sahne- und Buttercremefüllung hat gilt als Torte.
Nun denn um drei Uhr nachmittags war es soweit, wir betraten das Cafe Lubinger mit unendlichen Erwartungen.
Die Auswahl riesengross…aber keine Nusstorte mehr. Da war der Nachmittag natürlich gelaufen…zugegeben, die anderen Tortenstücke waren alle auch Klasse…aber wir erhofften uns die Nusstorte.
Freude vor dem……Cafe Lubingergrosse Auswahl
Um halb sieben kam das Gewitter dann in voller Stärke. Entspannt sassen wir im Restaurant beim Nachtessen und schautem dem Treiben zu. Etwas irritiert waren wir als um halb neun die Katastrophen-Sirenen losgingen. Da im Restaurant keine Hektik ausbrach, konnte es wohl nicht so schlimm sein. Später erfuhren wir, dass ein Keller in einem Fitness Studio mit Wasser vollgelaufen ist…In der Tat eine Riesenkatastrophe.
Pünktlich um neun ging es los mit unserer Tour. Zuerst ein kurzes Briefing durch den Tourguide Roland und schon rollten die Räder.
Roland hatte nicht zuviel versprochen…fast keinen Verkehr, gute Strassen und viele Kurven in einer Gegend die dem Emmental nahe kommt.
Der erste Halt am Morgen war in Grein an der Donau. Gemäss Roland bietet das Café sehr gute Torten sowie das beste Eis weit und breit an. Herausforderung angenommen und um 11 Uhr schon ein Eis probiert…es war wirklich sehr gut.
Kaffeepause……in GreinDonau idyllisch……und etwas chaotisch
Am Nachmittag besuchten wir Linz und den dazugehörenden Pöstlingberg. Dieser Halt war aus zweierlei Hinsicht nötig. Erstens stiegen die Temperaturen auf 30 Grad und Flüssigkeit für Fahrer und Sozia waren notwendig. Zweitens hat man vom Pöstlingberg einen tollen Blick auf Linz und das Umland.
Einfahrt nach……Linzdie 5 FahrerBlick auf Linz
Gegen 16.30 Uhr trafen wir im Hotel ein und liessen uns das Stiefelbier schmecken.
Eine geführte Tour hat auch etwas Gutes…ich muss nicht planen, bin für nichts verantwortlich, kann nur hinterher fahren und bin tiefenentspannt.
Das führt dazu, dass ich nicht überall stoppen und fotografieren kann wie ich möchte und dies wiederum führt dazu, dass ich nicht viel zum Tagesgeschen schreiben kann.
Heutiges Etappenziel war Bad Leonfelden in Österreich. Der Ort ist nur gerade 10km von der Tschechischen Grenze entfernt.
Ab morgen werden wir im Rahmen einer geführten Motorradtour das Wald- und Mühleviertel in 3 Tagen erkunden.
Auf dem Weg dorthin sahen wir schon von weitem vier Kühltürme…mit dem Schild Temelin war klar, dass diese zum Kernkraftwerk gehörten. Neben der schönen Landschaft auch noch einen Produzenten für emissionsfreie Energie zu sehen, erfüllte mein altes Kernkraftwerk-Herz mit purer Freude.
Kernkraftwerk Temelin
Auf der Weiterfahrt sahen wir viele abgeerntete Felder die umgepflügt wurden…der Herbst hält langsam aber sicher Einzug.
abgeerntet……und gepflügt
40 Kilometer vor der Grenze zu Österreich, besuchten wir noch das Örtchen Českỳ Krumlov. Ein herziges kleines Dorf mit einer beeindruckenden Burg und einer Unzahl von Besuchern, Souveniershops und Restaurants.
In Bad Leonfelden eingecheckt, die anderen Teilnehmer der Tour kennen gelernt und festgestellt, dass kein Ungerader dabei ist.
Gut ausgeruht und gefrühstückt machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Heute stand wieder etwas Kultur in Form einer Stadtführung auf dem Plan.
Aus dem gestrigen Abend haben wir gelernt, dass die Stadt doch ziemlich weitläufig ist und dass der öffentliche Verkehr sehr gut ausgebaut ist. Da müssen nicht noch extra Kilometer zu Fuss absolviert werden.
älteres Tram in Prag
Die Stadtführung auf Deutsch dauerte 3 Stunden und mit gerade mal 4 Personen waren wir eine recht überschaubare Gruppe. Unser Tourguide sprach perfekt deutsch, denn er wuchs in Bonn auf.
Während den folgenden 3 Stunden mussten wir viele Schritte laufen und noch viel mehr Informationen verdauen.
Fazit, Prag wurde von vielen Herrschern regiert und jeder hinterliess seine Spuren.
schöne Gebäude in Prag
Ein weiterer Prominenter war Franz Kafka…
Franz Kafka Tor zur Karlsbrücke
Der absolute Touristenmagnet war die Karlsbrücke. Wir hatten Glück, denn an einem Dienstag sind fast keine Touristen in der Stadt🤣🤣🤣.
Karlsbrücke fast……ohne Touristen…
Eine der Statuen zeigte Nepomuk. Der Legende nach soll man die Statue berühren und sich etwas wünschen, was nachher auch in Erfüllung gehen soll…Diese Versprechen sehe und lese ich jeden Tag in den Medien…die Menschen wollen einfach zum Narren gehalten werden.
das goldene Kalb wird gehuldigt
Schlusspunkt war die Prager Burg. Mit einer Fläche von rund 70’000m2 ist sie die grösste geschlossene Burganlage der Welt.
Unter strengen Blicken der Wache verliessen wir die Burg und schauten uns eine weitere Attraktion an, die engste Gasse in Tschechien. Sie ist so eng, dass der Durchgang mit einer Ampel geregelt werden muss. Auch hier hiess es… in der Reihe anstehen…
Wachsames Auge……enge Gasse……mit Ampelregelung
Am Nachmittag liessen wir uns durch die Altstadt treiben, machten mal hier und mal da Pause.
Ganz zum Schluss noch zwei Fotos von unserem Hotel, das Aussen und Innen speziell war.
Morgens um acht verabschiedeten sich Elisabeth und Beat. Für sie geht es heute wieder zurück in die Schweiz. Wir hatten tolle zwei Tage…herzlichen Dank euch Beiden.
Unsere Reise ging nun südostwärts Richtung Prag. Somit bot sich an die Bastei, eine Felsformation des Elbsandsteingebirges zu besuchen. Glücklicherweise waren wir früh genug dort, denn als wir wegfuhren kamen die Reisecars.
BasteibrückeBlick auf die Elbe
Quer durch den Nationalpark sächsische Schweiz fuhren wir nach Oybin weil wir da die Kelchsteine anschauen wollten.
Unterwegs durch den……Nationalpark Kelchstein
Die Bastei sowie die Kelchsteine besuchten wir schon 2020 im Rahmen einer Motorradtour…Freude herrscht, es sieht alles immer noch gleich aus.
Die Fahrt Richtung Prag verlangte wieder einige Reset-Halte. Strassen komplett gesperrt…Umleitungshinweise nur in tschechischer Sprache geschrieben…Ungut für meine Nerven.
Sonntag, Ruhetag und trotzdem trafen wir Elisabeth und Beat um halbneun am Frühstücks-Buffet.
Erstklassige Zimmer, Top Bett und ein Frühstück dass keine Wünsche offen lässt. So sieht ein perfekter Start in den Tag aus.
Am Vormittag nahmen wir an einer Stadtführung teil. Die Besucherführerin war eine Klasse für sich. Während rund 100 Minuten erklärte sie uns die Geschichte und dazugehörende Geschichten zu Dresden in einem Guss. Den ganzen Vortrag ohne „ähm“ und „genau“…selten haben wir so etwas erlebt.
Nach der Führung schauten wir uns die vorgestellten Plätze wie die Marienkirche, den Zwinger und das Residenzschloss noch ganz genau an.
Besonders die Marienkirche, deren Zerstörung und Aufbau war schon beeindruckend. 45% der Bausubstanz wurde beim Neubau aus den Trümmern generiert. Noch beeindruckender war der Innenausbau, einfach phänomenal.
Stattlich von Aussen……wie von Innen
Die Geschichte des Zwingers zeigte wieder einmal, dass die ausschweifende Lebensart eines Herrschers für die Nachwelt auch etwas Gutes haben kann. Die ganze Anlage ist beeindruckend und sehr gepflegt.
beeindruckende Zwingeranlage
Semperoper, zweimal zerstört und immer wieder aufgebaut…Der Wille und Staatspropaganda machten vieles möglich.
unkaputtbar, die Semperoper
Das Residenzschloss überzeugte mit einer Fassade die mit der aufwendigen Kratztechnik erstellt wurde, so wie bei alten Bündner Häuser. Zu diesem Zweck wurden Schüler nach Italien geschickt um dieses Handwerk wieder zu erlernen. Heute ist schon die zweite Generation der Handwerker am arbeiten.
Katholische HofkircheFassade mit aufwendiger Kratztechnik
Fazit; Dresden ist eine lebendige Stadt mit viel Geschichte. Schöne Schiffe und originelle Schachtdeckel habe sie obendrein.
Der lang ersehnte Regen ist endlich da und da bleibt er auch. Das Wetterradar ziegte eine Besserung ab 11 Uhr und somit verschoben wir unsere Abfahrtszeit einfach nach hinten.
Siehe da, ab 10.30 Uhr fielen die letzten Tropfen und dem Start zur wasserfreien Kurzetappe stand nichts mehr im Weg…dooferweise war unsere Reisegeschwindigkeit Richtung Osten schneller wie der Regen.
Zwischenhalt in Meissen um die Burg zu besichtigen und ein warmes Heissgetränk zu schlürfen. Dies war nötig, denn mit 15 Grad war es doch massiv kühler wie die letzten Tage.
Majestätisch die……Burg von Meissen
Dresden begrüsste uns mit trockenen Strassen. Das Hotel fanden wir jedoch erst nach drei Rundfahrten um den Block, da wir die unscheinbare Einfahrt einfach übersahen.
Nach dem wir uns umgezogen hatten, trafen wir Schwester Elisabeth und Schwager Beat, die schon seit Donnerstag in Dresden sind.
Die beiden unterstützten uns beim Stiefelbier bevor wir in die Altstadt loszogen.
Bekannte Gesichter in Dresden
Wieder ein Juwel von einer Stadt, aber das haben auch tausend andere Touristen schon bemerkt, was die Menschenmenge in den Gassen verdeutlichte.
Alt……trifft……neu
Beeindruckend waren die Fassaden des Residenzschlosses
Residenzschloss
Der Fürstenzug, ein 102 Meter langes Reitergemälde aus rund 23’000 Meissener Porzellanfliessen ist einfach grandios.
Fürstenzug
Zum Abendessen im Restaurant Pulverturm wurden wir von einem Kerkermeister begrüsst…genau meine Wellenlänge.
Leib und Seele wurden zufriedengestellt, der Abendspaziergang ergab einige schöne Bilder. Nun freuen wir uns schon auf den morgigen Tag.
Heute schauten wir uns Leipzig ganz genau an. Die gewählte Stadtführung beinhaltete einerseits einen Rundgang durch das Zentrum und anderseits eine Bustour zu den Sehenswürdigkeiten ausserhalb des Rings.
Die Stadtführerin, eine gebürtige Leipzigerin, hatte viel Interessantes zu erzählen. Die Stadt ist eher noch jung und bietet etwas modernere Gebäude und auch einen riesigen Markt.
In Leipzig wohnten einige Prominente, so zum Beispiel Johann Sebastian Bach, Goethe, Mendelson, Schiller, Wagner etc.. So trifft man beim Stadtbummel immer wieder auf Statuen oder Hinweise auf oben genannte Personen.
Goethe DenkmalAussenfassade……und InnenhofOrthodoxe Kirche
Die Nikolai Kirche steht heute noch als Symbol der friedlichen Revolution. Ab 1982 fanden Montags die Friedensgebete statt. Ab 1989 wurden diese Gebete zum Startpunkt der gewaltfreien Montagsdemonstrationen, die schlussendlich zum Fall der Berliner Mauer geführt haben.
Eindrückliche Schilderung einer Zeitzeugin
Auf der Skulptur im Bild stand ein Spruch, den ich voll und ganz unterstützen kann…„Selbstverständlich darf man einem Prinzip ein Leben opfern…jedoch nur das Eigene“
Ebenfalls sind noch die verschiedenen Rollcontainer in der Stadt aufgefallen, die mit vielen Blumen und Grün bestückt waren. Die Stadt will mit diesen Exponaten öffentlich auf die steigenden Tempereraturen hinweisen…naja das kümmert das Klima nicht, ist jedoch eine schöne Idee.
coole Idee
Die Bustour führte uns unter anderem auch zum Völkerschlachtdenkmal, welches uns gestern bei der Hinfahrt schon aufgefallen war. Der Halt war zu kurz für uns und wir beschlossen dieses Denkmal am späteren Nachmittag noch einmal zu besichtigen.
Die Tour endete am Augustinerplatz, genau vor dem höchsten Gebäude von Leipzig, auch bekannt als MDR Turm (142m). Ein Besuch der Aussichtsplattform wurde uns empfohlen und folgsam wie wir sind, haben wir diesen Rat auch befolgt.
Danach zum Völkerdenkmal, das grösser und eindrücklicher ist wenn man es erklimmt…nur 350 Stufen🥵🥵🥵. Mit seinen 91m ist es eines der grössten Monumente Europas. Erbaut wurde es zwischen 1898 und 1913 und erinnert an die Völkerschlacht im Jahre 1813 als die verbündeten Heere von Russland, Preussen, Österreich und Schweden Napoleon besiegten.
Ein Koloss von einem Denkmal……mit eindrücklicher……Bauleistung und……Steinmetzarbeit
Der Sonnenschein wich dunklen Wolken und just beim Abendessen in der Gartenwirtschaft, öffnete Pertus seine Schleusen. Der grosse Sonnenschirm hat uns vor Nässe bewahrt und die sächsischen Spezialitäten hatten trotzdem geschmekt.