Italien – Tag 22

Enduro-Wandern (115km)

Der heutige Tag sollte uns die Stadt Agrigento etwas näher bringen. Doch dieses Unterfangen musste wegen Regen um zwei Stunden verschoben werden.

Die Fahrt nach Agrigento war schon ein Abenteuer, da es sehr starke Windböen gab, welche das Motorrad mal nach links und dann wieder nach rechts versetzten.

Am Strand peitschte Meerwasser und Sand in unsere Gesichter…keine freundliche Angelegenheit. Dieses Schauspiel von einer Strandbar zu beobachten, hielten wir für eine bessere Idee…aber kein Sonnenschein…keine geöffnete Strandbar.

Dann halt nicht…so peilten wir den nächsten Haltepunkt an. Sutera, ein mittelalterliches Dorf names „Balkon Siziliens“. Der Weg dahin war jedoch recht abenteuerlich. Der Regen brachte Dreck und Steine von den Feldern auf die Strassen. Zum Teil lagen riesige Pfützen vor uns, welche mit erhobenen Füssen durchquert werden mussten. Schade konnten wir uns in dieser Position nicht fotografieren.

Sutera präsentierte sich allerdings ziemlich leer. Doch der Wegweiser „Aufzug“ zog uns in den Bann. Allen Schildern gefolgt und tatsächlich fanden wir einen Aufzug zur Burg. Dieser wurde mit europäischen Mitteln gebaut (2 Millionen) und dann wegen zu hoher Betriebskosten nie in Betrieb genommen…Mafia??? Kommentar überflüssig.


Italien – Tag 21

Schöne Landschaft – Schlechte Strassen (200km)

Die Reise geht weiter Richtung Süden in die Nähe von Agrigento. Das Wetter zieht sich durch wie ein roter Faden. Es will einfach nicht besser werden.

Bei einsetzendem Regen haben wir uns kurzerhand entschlossen, den Kulturpunkt „Überreste der alten griechischen Statdt Selinus“ links liegen zu lassen und direkt ins Hotel zu fahren. Kurz nach diesem einstimmigen Beschluss hörte es auf zu Regnen. Kurzer Halt, Navi neu porgrammiert und Kulturpunkt wieder ins Tagesprogramm aufgenommen.

Was soll man zu dieser Fundstätte sagen…meiner Meinung nach, waren die im 7. Jahrhundert v. Chr. genau so weit wie wir…oder noch weiter. Unsere Bauten werden auf jeden Fall nicht so lange stehen, ausser vielleicht das KKG (Insider-Scherz)

Die Griechen wussten damals schon wo es schön ist

Nach soviel alten Steinen und gepflasterten Wegen, fuhren wir zum Hotel. Meine oben geschriebenen Gedanken bewahrheiteten sich schneller als gedacht. Die Strassen und Wege aus der Fundstätte waren in besserem Zustand als einige der Strassen die wir heute befuhren. Dies zum Leidwesen der weltbesten Sozia, welche die Löcher und Schläge nicht sieht aber zu spüren bekommt. Die Kommentare welche mich via Helm-Kommunikation erreichten, kann ich leider nicht wiedergeben. 💥💣🖖👀😱

Unsere Unterkunft „Agriturismo Feudo Muxarello“ ist im Niemandsland. Wir sind umgeben von Reben, Oliven-, Feigen-, Zitrus-, Aprikosen- und Mandelbäumen.

Italien – Tag 20

Schöne Orte im Westen (205km)

Der neue Tag präsentierte sich mit blauem Himmel, ein paar Wolken und etwas Wind. Perfekt um unsere Hotspots im Westen zu besuchen.

Kurz nach Trapani wichen die Häuser dem Aggrarland. Olivenbäume, Reben, Gemüse usw. wird angebaut und bewirtschaftet. Einsam fuhren wir durch malerische Gegenden, welche sich im Sonne-und Wolkenspiel immer wieder veränderten. Wie schon in den letzten Tagen, waren auch heute die Strassen links und rechts mit einem üppigen Blumenmeer tapeziert.

In Salemi, zeigten die Schilder nach rechts und die Pfeile auf dem Navi wiesen nach links. Kurze Pause um die definitive Richtung zu bestimmen. Schon kam ein Einheimischer auf uns zu, fragte woher wir sind und wohin wir gehen….und dann kamen im Sekundentakt Vorschläge und Routenanweisungen, gepaart mit vielen Gesten….einfach italienisch. Einer seiner Tipps war die Burg in Salemi, welche vom Dorfzentrum einfach zu erreichen war. Inzwischen kennen wir das…engste, steile Strassen aus aalglatten Marmorsteinen…Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Weiter führte uns die Fahrt wieder zur Nordwest-Küste nach Castellammare del Golfo. Unterwegs sichteten wir noch ein Monument auf einem Hügel, welches wir spontan anfuhren. Nun der Obelisk gab nicht viel her, dafür der Blick ins Land.

Castellammare ein ehemaliges Fischerdorf und heute ein Touristenmagnet mit mehr als genügend Restaurants am Meer. Nett, von oben gesehen sehr nett.

Nächter Halt San Vito Lo Capo. Bekannt ist dieser Ort durch den Strand, welcher in einer geschützten Bucht liegt. Trotz etwas kühleren Temperaturen, lagen schon einige Badetouristen im Sand.

Letzter Punkt war Antica Erice, eine mittelalterliche Stadt auf dem gleichnamigen, 750m hohen Berg Monte Erice. Neben den antiken Gebäuden, überzeugte dieser Ort mit einer spektakulären Aussicht. Vom Hotel sahen wir direkt auf den Monte Erice, welcher sich aber immer in Nebel hüllte. Heute war es nicht ganz so schlimm, jedoch war die um 5 Grad kühlere Temperatur deutlich spürbar.

Italien – Tag 19

Trapani und die Salinen (120km)

Zum Aufstehen gabs bedeckter Himmel mit Aussicht auf Regen. Kurzerhand verschob sich unsere Aktivität von Motorradrunde auf Stadtbesichtigung.

Die Fahrt nach Trapani führte dem Meer entlang, was aber bei diesem Wetter auch keinen Jöö-Effekt erzielte. Motorrad geparkt und ab in die Altstadt.

Aus einem Gebäude strömten eine grössere Anzahl Personen. Unsere Neugier wurde geweckt, denn dies musste etwas Interessantes sein. Es war die Kirche „Chiesa del Purgatorio“. Sie war voll von Holzskulpturen, welche die 14 Stationen des Kreuzweges Jesu zeigten. Diese werden während der Osterprozession (Processione dei Misteri) durch die Straßen getragen.

Nachdem die Altstadt von Trapani besichtigt war, fuhren wir weiter südwärts um die Salinen zu besichtigen. Die Salinen von Trapani und Paceco sind eine Kulturlandschaft, die von grossen Salinenfeldern geprägt ist. In den 1950er Jahren wurde die Meersalzgewinnung eingestellt und die ganze Region ist heute ein Naturreservat.

Gegen Abend schaute dann noch die Sonne kurz vorbei, was Hoffnung macht für den morgigen Tag😀

Italien – Tag 18

Reifenwechsel, Fahrt nach Valderice (120km)

Heute warteten wir auf den Anruf von Davide dem Reifenhändler. Da wir vermuteten, dass die Reifen erst gegen Mittag geliefert werden, zog es uns noch einmal in die Stadt. Die Besichtigung der Cappella Palatina, aus dem Jahre 1132, wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Leider waren wir nicht die Einzigen, welche diesen Ort besuchten. So mussten wir uns halt überall ein bisschen in Geduld üben, um die Exponate zu sehen.

Wie schon in Monreale, dominierten auch hier die Wandgebilde aus Mosaiksteinen. Man steht mit offenem Mund da und denkt sich, wie viele Personen wohl wie lange dafür gearbeitet haben.

Ein weiteres Bijou war der königliche Garten. Pflanzen und Bäume aus aller Herrenländer. Wurzelwerk, dass uns zeigt, dass wir nur ein kleiner unbedeutsamer Tropfen im Meer des Lebens sind.

Als dann der Anruf gegen 12 Uhr kam, huschten wir zurück ins Hotel, zogen uns um und warfen uns mutig wieder in den Stadtverkehr.

Davide war gerade am Mittagessen und offerierte uns ebenfalls ein Arancino, mit dem Hinweis, dass die Besten nur aus Palermo kommen. Als er dann noch erfuhr, dass wir diese Spezialität noch nicht probiert haben, zückte er sein Handy und präsentierte uns Fotos von all den Köstlichkeiten die wir unbedingt noch probieren sollten. Notiz am Rande, wenn er und seine Freunde/Familie grillieren, dann liegt Fleisch für eine halbe Armee auf dem Grill.

Die weltbeste Sozia, hatte gestern schon gesehen, dass sich gerade neben dem Reifenhändler ein Coiffeur befindet. Also wurde die Wartezeit effizient genutzt und die Haare in Form gebracht. Fazit….Reifenwechsel ist bedeutend kürzer, aber die Coiffeuse hat ganze Arbeit geleistet. Um halb vier verabschiedeten wir uns von Coiffeuse und Davide mit Umarmungen!!!!!

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Mit Davide haben wir einen herzensguten Menschen kennengelernt, er wird uns für immer in Erinnerung bleiben. GRAZIE!

Vor uns lagen noch 120km dem Meer entlang zu unserem nächsten Stopp in Valderice.

Italien – Tag 17

Hinterland von Palermo (140km)

Morgens um sieben ging der Blick erstmal zum Himmel….kein blauer Himmel und keine Sonne, dafür leichter Regen. Für den heutigen Tag passt das.

Als erstes suchte ich den BMW-Händler auf, weil Reifen und Service nach einem Update lechzen. Die Fahrt im Morgenverkehr fordert den gesitteten, ruhigen Schweizer. Aus einer Spur werden drei gemacht, abgesperrte Busfahrbahnen werden zum Überholen benutzt, Blinken ist Luxus und so weiter und so fort. Fazit; Ein Spiel hat Spielregeln, wer sich daran hält verliert. Mit diesen Gedanken wurde die Fahrweise angepasst, meist hinter einem schnellen Roller.

Den Händler haben wir gefunden, jedoch konnte er keine Reifen wechseln (kann nur der Reifenhändler!) und für den Service wollte er das Motorrad ganze zwei Tage. Tja da lernt man Moto Mader wieder schätzen.

Also einen Reifenhändler gesucht welcher Zeit und Musse hat. Die Reifen waren nicht am Lager und mussten bestellt werden. Dies tat er jedoch erst, nachdem ich eine Anzahlung leistete. Allerdings mache ich mir ein bisschen Sorge, denn ein Auswuchtgerät habe ich nicht gesehen…wird wohl überbewertet.

Alles erledigt, jetzt ab zur Runde durchs Hinterland von Palermo. Sobald wir aus der Stadt raus waren wurde eines klar, die Strassenbeläge fordern sogar die BMW GS. Löcher, Schlamm, Schotter…es war alles dabei heute.

Etwa 30Km nach Palermo wurde das Gelände hügelig und wenig besiedelt. Aggrarwirschaft dominiert das Bild und beidseitig der Strasse blühen die schönsten Blumen. Mit diesen Eindrücken gondelten wir durch die Gegend.

Erster Halt war die Kleinstadt Monreale auf dem königlichen Berg. Dass es hier etwas touristisches zu sehen gab, zeigte sich an den vielen Reisecars, welche häufig mit MSC-Cruises angeschrieben waren. In der Tat ist der Dom welcher sich dort befindet, ist die grösste Kirche Siziliens. Ebenso eindrucksvoll wie das Gebäude, war die Sicht auf die Stadt. Muss bei schönem Wetter fantastisch sein.

Bemerkung am Rande…Kam uns in der verlassenen Gegend ein Auto oder ein Motorrad entgegen, wurde angehalten und nachgefragt ob alles in Ordnung sei.

Die Auswahl eines Restaurant für das Abendessen war überschaubar, da die meisten Lokale am Montag geschlossen sind. Trotzdem in einem netten Ambiente fein gespeist.

Palermo hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits voller Leben, Enthusiasmus, Hektik und voller Kulturgüter. Auf der anderen Seite empfinde ich die Stadt als ziemlich dreckig und sehr laut.

Italien – Tag 16

Buongiorno Sicilia

Punkt vier Uhr morgens riss uns eine Blechstimme aus dem Schlaf und teilte uns mit, dass wir demnächst in Palermo einlaufen werden. Also Kabine verlassen und gefühlte 50m anstehen für einen Kaffee.

Dann zum Motorrad und dem Manöverwahnsinn der Autofahrer zuschauen….Man glaubt fast nicht, wie viele keine Wendemanöver auf kleinem Raum machen können. Motorrad gestartet und im Slalom zwischen den Anfängern hindurch….was zu einer kleinen Gesichtsentgleisung des Entlademeisters führte 🤭

Die Strasse gehörte uns fast alleine und so fuhren wir der aufgehenden Sonne entgegen. Einige Touristenattraktionen welche in der Fussgängerzone lagen, haben wir kurzerhand mit dem Motorrad besichtigt. Gegen acht war es an der Zeit uns beim Hotel blicken zu lassen. Wie schon vermutet, war das Zimmer nicht bereit. Kein Problem, hatten Tageskleider dabei und zogen uns im Hotel um.

Wichtigster Tagespunkt heute, war Kleiderwaschen. Wir fanden einen Waschsalon in der Nähe und um 10 Uhr waren zwei Maschinen gewaschen und getrocknet.

Nun erkundeten wir Palermo zu Fuss und mit dem Hop on-Hop off Bus. Beim Startpunkt der Bustour befand sich eine Pizzeria, welche wohl die genialsten Pizzen kreirte die ich in meinem Leben sah. Nach dem mageren Nachtessen von gestern, konnten wir nicht wiederstehen.

Beim Bummel durch die engen Gassen, fiel uns eine Strasse auf, in der ziemlich viel Qualm aufstieg…So etwas zieht die neugierigen Schweizer natürlich an….Was wir sahen, war etwas wie ein Streetfood-Anlass. Marktstände mit rohem Fisch, Meereszeugs und Fleisch, welches bei Bedarf auf dem Grill landete…so erklärten sich auch die Qualmwolken. Bei Live-Musik, gönnten wir uns einen Aperol-Spritz und schauten amüsiert dem Treiben zu.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und nach einigen Kilometern zu Fuss, freuten wir uns auf ein kühles Helles.

Italien – Tag 15

Arrivederci Sardegna

Heute hiess es nun Abschied nehmen von Sardinien. Die Fahrt führte uns noch einmal der Küstenstrasse entlang, wo wir die Aussicht auf die schönen Strände und Buchten nochmals genossen.

Der Verkehr Richtung Cagliari hat heute um einiges zugenommen. Auffallend viele „Gümmeler“ sind unterwegs. Als wir an der Lagune vor Cagliari vorbei fuhren, entdeckten wir unzählige Flamingos.

Da wir genügend Zeit hatten, wollten wir die Stadt besichtigen. Zu Fuss und in Motorradkleidern eine eher suboptimale Variante. Als Alternative bot sich eine City Guide Bus Tour. Davon gab es aber zwei Varianten. Die eine Fahrt führte durch die Altstadt und die Andere um die Stadt herum. Bei der Altstadt-Tour welche wir gewählt hatten, war nur schon die Fahrt durch die engen Gassen eine Attraktion.

Zu guter Letzt noch ein Gelato und dann ab zum Hafen und warten bis sich die Schranken der Fähre öffneten. Punkt 17 Uhr legte die Fähre ab und bei einem Bier in der Abendsonne sagten wir Goodby Sardegna.

Mit viel Hunger freuten wir uns auf das vorbestellte Abendessen…das Desaster von Maranello wiederholte sich. Nach über 2 Stunden hatten wir knapp die Hauptspeise (Scalopine), welche dann noch absolut ungeniessbar war. Dessert wurde gar nicht mehr serviert…nur gut, dass die Antipasti und Vorspeise genügend waren.

Italien – Tag 14

Ruhetag (0km)

Heute legten wir einen Ruhetag ein. Frühstück im Hotel, Fotos sortieren und sichern, später ein ausgedehnter Spaziergang am Strand.

Aussicht vom Zimmer
Nachhaltiges Reisen…gestern Spaghetti Vongole gespeist, heute die Schalen dem Meer wieder zurückgegeben
…und noch eine nachhaltige Idee…Vorhang aus gebrauchten Korkzapfen

Italien – Tag 13

Ab in den Süden (280km)

04.05.2023

Nachtrag zum „Kultour“-Tag von gestern. Der Tag wurde kulturmässig mit einem Fischgericht beendet. Da ich kein Kultur-Banause sein wollte , gab ich meine Zustimmung zu diesem Gericht. Allerdings hatte ich nicht mit einer Forelle komplett gerechnet🤢. Wenn ich eines gelernt habe in meiner aktiven Arbeitszeit, dann ist es SABTA (Sicherers Auftreten Bei Totaler Ahnungslosigkeit). Als der Fisch serviert wurde, war es an der Zeit diese Fähigkeit voll auszuspielen…Fazit; Er hat das Massaker nicht überlebt.

Neuer Tag neues Glück. Wir fuhren mitten durch die Insel ganz in den Süden nah Villasimius. Durch einsame Gegenden und zum Teil kleinsten Strassen begegneten wir nur einigen Tieren.

Dabei hatte der Esel wohl ziemlich Spass beim Fotoshooting, denn er ist mir dauernd gefolgt….Blutsbrüder halt!

…und einen neuen Freund gefunden

Am Nachmittag erreichten wir die Küstenstrasse. Das türkisblaue Meer lässt das Herz der beiden Mittelland-Bewohner immer wieder höher schlagen.

Nach dem Bezug des Zimmers ging es zum Strand, um die Abendsonne zu geniessen.

Apero