Italien – Tag 32

Targa Florio – Hebi’s Sizilien Highlight (170km)

Heute erfüllte sich für mich ein Traum, den ich seit 1978 hegte. Damals lernte ich (Berufschule sei Dank) Herbert Müller kennen. Die Älteren von euch haben ihn schon wieder vergessen, die Jüngeren kennen ihn gar nicht. Ich hingegen kenne mindestens zwei Personen, denen dieser Name etwas sagt 🤭🤭

Er erzählte mir von der Targa Florio und schwärmte damals in den höchsten Tönen von diesem Rennen. Die Targa Florio wurde von 1906 bis 1977 als Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft durchgeführt. Damals nahmen unter anderem auch namhafte F1-Fahrer teil, so zum Beispiel Clay Regazzoni, Jo Siffert, Helmut Marko, Stirling Moss…..und eben auch Stumpen Herbie aus Reinach. Er gewann übrigens dieses Rennen 1966 und 1973.

Heute wollte ich den „Cirquito grande“ fahren und dabei das kleine Museum welches diesem Rennen gewidmet ist besuchen. Nach der Eintrittsgage von 4 Euro führten uns zwei äusserst chamante Damen durchs Museum und erzählten uns Geschichten und Anekdoten aus früheren Zeiten.

Nach rund zwei Stunden, ging es los auf die grosse kurvenreiche Berg- und Talfahrt. Gerne hätte ich das einmal live erlebt. Heute wäre das wohl nicht mehr möglich, da die Strassen in einem himmellausigen Zustand sind….ich glaube ich habe das schon in früheren Beiträgen erwähnt 🤔


Italien – Tag 31

Cefalù (0km)

Heute ein Tag ohne Motorrad, denn wir sahen uns die Küstenstadt Cefalù an. Diese ist bekannt für ihre normannische Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Der Rocca di Cefalù mit der Burg, bestimmt mit seiner Höhe von 270m das Bild.

Um 10 Uhr waren wir in der Stadt. Mein Vorschlag den Berg zu besteigen und die Burg zu besichtigen, fand die weltbeste Sozia nicht weltklasse, andererseits war sie aber auch nicht abgeneigt. Rund 45 Minuten später und etwas ausser Atem, standen wir oben und bewunderten die Rundumsicht.

Unten wieder angekommen, erkundeten wir die Altstadt mit ihren hunderten von schmalen Gassen. Auffallend waren die buntbemalten Blumentöpfe und Tische welche wir überall sahen.

Am späteren Nachmittag genossen wir endlich die Sonne am hoteleigenen Strand.

Italien – Tag 30

Santa Teresa di Riva – Cefalù (239km)

Die Reise ging weiter nach Nordwesten. Entlang der Küste furen wir via Messina nach Cefalù unserem nächsten Standort für ein paar Tage.

An der Ostküste hatte sich das Meer im Gegensatz zum Wind, noch nicht beruhigt. Je näher wir der Meerenge von Messina kamen, desto ruhiger wurde die Angelegenheit.

In Messina sahen wir schon mal unser Taxi zum Festland nach Kalabrien.

Die abwechslungsreiche Fahrt entlang der Nordküste führte uns durch Dörfer, aber auch ins Hinterland. Bei Milazzo sahen wir ein weiteres Ziel unserer Reise, die liparischen Inseln. Eine Inselgruppe mit 7 bewohnten Inseln, von denen Stromboli mit dem aktiven Vulkan wohl die bekannteste ist.

Apropos Vulkan….folgende Meldung tauchte heute am Handy auf…kurz darauf wurde der Flughafen Catania geschlossen, weil die Start- und Landebahn voller Asche war…Wer weiss, vielleicht erleben wir noch einen heissen Abgang in Sizilien💥💥💥

In Mezzaforno, eine Ortschaft neben Cefalù, fanden wir eine schöne Bleibe mit grandioser Aussicht.

Italien – Tag 29

Die Kraft des Meeres (0km)

Die ganze Nacht pfiff der Wind um unser Zimmer herum. Hat uns aber nicht weiter gestört. Am Morgen war dann auch klar, dass Motorradfahren dem Sturm und Regen zum Opfer fällt.

Plan B wurde gezückt und ausgeführt. Coiffeur für Fahrer, Rezensionen schreiben für die besuchten Hotels und das 24h Rennen vom Nürburgring ein bisschen verfolgen.

Für den Barbier mussten wir ins Dorf, welches ca. 30 Minuten vom Hotel entfernt war. Mit Regenjacken ausgerüstet nahmen wir den Weg unter die Füsse. Je näher wir der Küste kamen, umso heftiger zerrte der Wind an unseren Kleidern. Ausserdem war ein Grollen und Getöse zu hören. Der Grund dafür sahen wir am Strand…meterhohe Wellen brachen sich und schlugen gegen die Brüstung. Zum Teil schwappte das Wasser auf die Strasse mit samt Kiesel und Sand. Das ganze Schauspiel verfolgten wir fast eine Stunde…natürlich wurden wir auch geduscht!!!

Der Besuch beim Barbier wurde ebenfalls erfolgreich absolviert…halbe Stunde Haareschneiden = 10 Euro…..Danach Frühstück…zwei Riesensandwiches mit Rohschinken und zwei Cappuccini = 8 Euro…Die ganzen Vormittagsausgaben hätten in Taormina gerade mal für einen Drink gereicht 🥺

Die Bilder können die Kraft und Gewalt des Meeres nicht wiedergeben. Doch die faustgrossen Steine, all der Kiesel und Sand, welcher über die Brüstung geschleudert wurde sprechen Bände.

Italien – Tag 28

Zum Ätna (150km)

Der Ätna, mit 3357m der höchste aktive Vulkan in Europa, war der Star des heutigen Tages. Für unser Vorhaben, eine geführte Vulkangipfel-Wanderung, wollten wir uns vor Ort die nötigen Informationen holen.

Die Anfahrt führte an Taormina vorbei. Auch die Touristenbusse kletterten die paar Serpentinen hoch. Wie auf der ganzen Welt, auch hier das Schauspiel…ausholender Bus für Kurve…nicht aufmerksamer Autofahrer auf der Gegenfahrbahn hält nicht an…Bus und Auto haben nicht mehr genügend Platz und ruckeln Zentimeterweise aneinander vorbei.

Aber jeder Knoten löst sich einmal und nun gings flott Richtung Nordzugang zum Ätna. Von Linguaglossa auf 550m ging es recht kurvenreich durch Lavasand- und Felder auf rund 1800m. Bei recht garstigem Wind und 12 Grad waren wir für einmal froh um unsere Motorradkleider.

Das Wandervorhaben kann jedoch im Moment nicht durchgeführt werden, da einige seismische Aktivitäten registriert worden sind und der Berg nicht zugänglich ist….Ausserdem herrschen auf dem Gipfel Temperaturen um den Gefrierpunkt…brrrr. Zudem sagte man uns, dass der Südzugang geschlossen sei…nützliche Info, denn dies wäre unser nächster Halt gewesen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wer weiss, ob wir auf unserer Reise diesen Sommer noch nachholen werden.

Die Natur ist hart im Nehmen….auch bei schier unmöglichen Bedingungen spriessen Pflanzen und Bäume aus dem Lavagestein.

Über Taormina trohnt Castelmola, ein malerisches, kleines Dorf mit einer Burg. Unzählige engen Kehren führten uns hinauf und erlaubten uns einmal auf die Reichen hinunter schauen.

Am Nachmittag genossen wir die warme Luft in Taormina, so zu sagen das St. Moritz von Sizilien. Bemerkbar wurde dies durch gestylte Frauen und Männer, die mit den Touristen durch die Gassen flanierten. Im Gegensatz zum Fussvolk betraten sie jedoch Souvenierläden die mit „Gucci“, „Louis Vuitton“ etc. angeschrieben waren. Nun jedem das seine.


Italien – Tag 27

Modica – Taormina (290km)

Das Tetris-Spiel beim Packen haben wir langsam im Griff..die Koffer lassen sich schon ohne Murks schliessen.

Bei angenehmen 21 Grad und leicht bewölktem Himmel führte unsere Route nordwärts. Siracusa, Catania und Taormina waren bekanntere Orte an welchen wir vorbeikamen.

Die Stadt Catania liessen wir, via Autobahn, rechts liegen. Stop and Go wollten wir uns nicht antun. Ein paar Kilometer nach Catania, wurde es aber Zeit wieder auf die Hauptstrasse zurückzukehren. Ein fataler Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Offenbar sind alle Pfingst-Touristen in der Region Taormina….Stop an Go wäre angenehm gewesen…..meistens war es Stop und gehupe…

Schlussendlich doch noch im Agriturismo angekommen…Auswärts fein gegessen und ein Schlummerbecher auf dem Balkon, mit Sicht auf Kalabrien.

Italien – Tag 26

Agri-Kultur und Sonne!!! (200km)

Noch ziemlich windig präsentierte sich der heutige Morgen, doch ein Silberstreifen war am Horizont zu sehen. Freude herrscht!!!

Die heutige Fahrt führte uns an den südöstlichsten Zipfel von Sizilien, nach Capo Passero. Nördlich von Modica waren wir wieder ganz alleine unterwegs. Vereinzelte Bauernhöfe, einige Rindviecher (eines mit Motorrad), Ackerbau, Mandel- und Olivenbäume dominierten die Landschaft. Es war einfach ein Genuss in dieser farbenprächtigen Landschaft dahin zu gleiten und die unterschiedlichen Düfte wahrzunehmen.

Dass auch andere Lebewesen nach etwas Wärme lechzten, bemerkten wir, als eine Schlange vor uns auf der Strasse auftauchte. Bei näherkommendem Motorengeräusch verzog sie sich aber ins hohe Gras.

Die nächst grössere Stadt Noto ist Weltkulturerbe der UNESCO. Dies sieht man auf den ersten Blick…praktisch alle Gebäude sind saniert und in sehr gutem Zustand. 10km vor den Stadttoren liegt die alte Stadt Noto, welche ebenfalls 1693 beim Erdbeben zerstört wurde. Anders als Modica und Ragusa, wurde die Stadt an einem tiefer gelegenen Ort neu aufgebaut. Die alten Gemäuer werden seitdem der Natur überlassen. Faszinierend zu sehen, wie sich die Natur ihr Terretorium wieder zurückholt.

Der Küste entlang erreichten wir Capo Passero und somit das Ionische Meer. Richtung Modica zierten dann wieder unzählige Gewächshäuser für Tomaten und Melonen unseren Weg.

Italien – Tag 25

Ein Tag wie im Militär – „Seckle und warte„

Das Sturmtief „Minerva“ lässt uns nicht los und zwingt uns, die Pläne kurzfristig zu ändern. Gestern Abend waren die Prognosen noch recht gut, so dass wir heute zur südöstlichsten Spitze fahren wollten.

Doch schon beim Frühstück verdunkelte sich der Himmel und öffnete die Schleusen. Also abwarten und Kaffee trinken. Dann erste scheue Aufhellungen…rein in die Motorradkleider. Bei der Ausfahrt aus der Garage…erste Tropfen und dann Starkregen. Also alles zurück auf Start.

Neuer Plan…Kleider waschen in einem Waschsalon. Dies klappte auf Anhieb, aber auf dem Weg zur Wäscherei mussten einige wässerige Hindernisse überwunden werden.

Für den Nachmittag zogen wir den Besuch der Stadt Ragusa in Betracht. 13.30 Uhr…diverse Apps zeigten keinen Regen mehr für die nächsten Stunden. Rein in die Motorradkleider…und wieder warten…Nach einer halben Stunde Wartezeit fuhren wir doch noch los.

Übrigens die regenlose Zeit kam erst gegen 16 Uhr…als wir Modica von der gegenüberliegenden Seite sahen.

Italien – Tag 24

Muxarello – Modica (170km)

Ahhhh, was für eine Überraschung heute morgen. Einmal nicht nur bewölkt, sondern bewölkt und lang anhaltender Regen. Die Wetter-Apps zeigten ein ziemlich einheitliches Bild….Regen bis auf Weiteres. Nun auch die verschobene Abfahrtszeit half nicht viel weiter. Wir verabschiedeten uns von unseren Gastgebern Calogero und Michelle, schlossen die Schotten an unseren Kleidern und ab ging die Post. Nun nicht so wirklich, denn Gullys oder Abflüsse sind den Sizilianern völlig unbekannt. Hingegen kennen sie Seen und fliessende Gewässer auf den Strassen umso besser. Wir wurden also nicht nur vom Regen nass, nein auch die entgegenkommenden Fahrzeuge, welche durch diese Pfützen pflügten, spritzten uns voll.

Dass es die ganze Nacht ziemlich stark geregnet hatte, war am Schlamm, Kies und Dreck auf den Strassen zu sehen. Je weiter östlicher wir kamen, desto trockener wurde es. Das bedeutete auch, dass der Rotz auf der Strasse von glitschig zu staubig mutierte….grmpfl😠

Ohne kurvenreiche Strassen, waren wir um 15 Uhr im Hotel. Wir schnappten uns ein Taxi und sahen uns die Altstadt von Modica an. Es versöhnte die vorangegangenen Stunden.

Die Altstadt von Modica wurde nach einem Erdbeben 1693 komplett wieder aufgebaut. Die Stadt strotzt nur so von Palästen, Kirchen und Treppenaufgängen.

Italien – Tag 23

Scala dei Turchi „Treppe der Türken“ (184km)

Der Morgen startete wie erwartet….trüb aber trocken. Einziger Unterschied…die Trübheit stammte vom Sahara-Sand. Das dem auch wirklich so ist, haben wir sofort an unserem fahrbaren Untersatz gesehen.

Heute stand ein weiterer Touristen-Meilenstein auf dem Programm…die Scala dei Turchi. Ein aus Mergel bestehender, strahlend weisser monumentaler Felsen. Eigentlich ist der Zugang abgesperrt, aber wenn alle Zäune niedergetrampelt werden, dann ist der Weg wieder frei.

Ein schöner Ort, welcher unzählige Leute anzieht. Ich kann mir vorstellen, wie dies in der Hochsaison aussieht.

Der weitere Verlauf des Tages führte uns nach Licata. Hier fiel uns auf, dass es sehr viele Gewächshäuser gab. Auf Nachfrage wurde uns erklärt, dass damit die Früchte einen früheren Reifezeitpunkt erreichen und damit höhere Preise erzielt werden.

Nachmittagshalt in einer Gelateria….die Bedienung war sehr, sehr grosszügig, die zwei Riesenkugeln mussten mit Geschick auf dem Cornet balanciert werden. Im Dorf selber fuhren wir an richtig grossen Villen und Herrschaftshäusern vorbei. Leider sahen wir links und rechts der Strassen keine Blumenpracht mehr, sondern Müll ohne Ende. Von Abfallsäcken über Möbelstücke bis zu Matratzen war einfach alles zu sehen. Für mich eine Schande und ein Armutszeugnis für die Bewohner.