Zum Aufstehen gabs bedeckter Himmel mit Aussicht auf Regen. Kurzerhand verschob sich unsere Aktivität von Motorradrunde auf Stadtbesichtigung.
Die Fahrt nach Trapani führte dem Meer entlang, was aber bei diesem Wetter auch keinen Jöö-Effekt erzielte. Motorrad geparkt und ab in die Altstadt.
Steinmetz-Kunstnoch zeitgenössisch???ungewöhnlicher Platzfährt immer noch……fährt auch so
Aus einem Gebäude strömten eine grössere Anzahl Personen. Unsere Neugier wurde geweckt, denn dies musste etwas Interessantes sein. Es war die Kirche „Chiesa del Purgatorio“. Sie war voll von Holzskulpturen, welche die 14 Stationen des Kreuzweges Jesu zeigten. Diese werden während der Osterprozession (Processione dei Misteri) durch die Straßen getragen.
Chiesa del PurgatorioHolzskulptur
Nachdem die Altstadt von Trapani besichtigt war, fuhren wir weiter südwärts um die Salinen zu besichtigen. Die Salinen von Trapani und Paceco sind eine Kulturlandschaft, die von grossen Salinenfeldern geprägt ist. In den 1950er Jahren wurde die Meersalzgewinnung eingestellt und die ganze Region ist heute ein Naturreservat.
Salinen von Trapani und PacecIo
Gegen Abend schaute dann noch die Sonne kurz vorbei, was Hoffnung macht für den morgigen Tag😀
Aussicht vom Hotel……auf besseres WetterHotel RestaurantRosmarin als……Polsterpflanzen
Heute warteten wir auf den Anruf von Davide dem Reifenhändler. Da wir vermuteten, dass die Reifen erst gegen Mittag geliefert werden, zog es uns noch einmal in die Stadt. Die Besichtigung der Cappella Palatina, aus dem Jahre 1132, wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Leider waren wir nicht die Einzigen, welche diesen Ort besuchten. So mussten wir uns halt überall ein bisschen in Geduld üben, um die Exponate zu sehen.
Wie schon in Monreale, dominierten auch hier die Wandgebilde aus Mosaiksteinen. Man steht mit offenem Mund da und denkt sich, wie viele Personen wohl wie lange dafür gearbeitet haben.
Eindrücke aus der Cappella Palatine
Ein weiteres Bijou war der königliche Garten. Pflanzen und Bäume aus aller Herrenländer. Wurzelwerk, dass uns zeigt, dass wir nur ein kleiner unbedeutsamer Tropfen im Meer des Lebens sind.
Imposantes……Wurzelwerk
Als dann der Anruf gegen 12 Uhr kam, huschten wir zurück ins Hotel, zogen uns um und warfen uns mutig wieder in den Stadtverkehr.
Alter Reifen……demontiert……neuer Reifen montiertAlt gegen……Neu
Davide war gerade am Mittagessen und offerierte uns ebenfalls ein Arancino, mit dem Hinweis, dass die Besten nur aus Palermo kommen. Als er dann noch erfuhr, dass wir diese Spezialität noch nicht probiert haben, zückte er sein Handy und präsentierte uns Fotos von all den Köstlichkeiten die wir unbedingt noch probieren sollten. Notiz am Rande, wenn er und seine Freunde/Familie grillieren, dann liegt Fleisch für eine halbe Armee auf dem Grill.
Die weltbeste Sozia, hatte gestern schon gesehen, dass sich gerade neben dem Reifenhändler ein Coiffeur befindet. Also wurde die Wartezeit effizient genutzt und die Haare in Form gebracht. Fazit….Reifenwechsel ist bedeutend kürzer, aber die Coiffeuse hat ganze Arbeit geleistet. Um halb vier verabschiedeten wir uns von Coiffeuse und Davide mit Umarmungen!!!!!
Morgens um sieben ging der Blick erstmal zum Himmel….kein blauer Himmel und keine Sonne, dafür leichter Regen. Für den heutigen Tag passt das.
Als erstes suchte ich den BMW-Händler auf, weil Reifen und Service nach einem Update lechzen. Die Fahrt im Morgenverkehr fordert den gesitteten, ruhigen Schweizer. Aus einer Spur werden drei gemacht, abgesperrte Busfahrbahnen werden zum Überholen benutzt, Blinken ist Luxus und so weiter und so fort. Fazit; Ein Spiel hat Spielregeln, wer sich daran hält verliert. Mit diesen Gedanken wurde die Fahrweise angepasst, meist hinter einem schnellen Roller.
Den Händler haben wir gefunden, jedoch konnte er keine Reifen wechseln (kann nur der Reifenhändler!) und für den Service wollte er das Motorrad ganze zwei Tage. Tja da lernt man Moto Mader wieder schätzen.
Also einen Reifenhändler gesucht welcher Zeit und Musse hat. Die Reifen waren nicht am Lager und mussten bestellt werden. Dies tat er jedoch erst, nachdem ich eine Anzahlung leistete. Allerdings mache ich mir ein bisschen Sorge, denn ein Auswuchtgerät habe ich nicht gesehen…wird wohl überbewertet.
Alles erledigt, jetzt ab zur Runde durchs Hinterland von Palermo. Sobald wir aus der Stadt raus waren wurde eines klar, die Strassenbeläge fordern sogar die BMW GS. Löcher, Schlamm, Schotter…es war alles dabei heute.
Etwa 30Km nach Palermo wurde das Gelände hügelig und wenig besiedelt. Aggrarwirschaft dominiert das Bild und beidseitig der Strasse blühen die schönsten Blumen. Mit diesen Eindrücken gondelten wir durch die Gegend.
wir verlassen die Stadt…und fahren ins……einsame HinterlandHochebene von……Piana degli albanesiDom von MonrealeMosaikkunst
Erster Halt war die Kleinstadt Monreale auf dem königlichen Berg. Dass es hier etwas touristisches zu sehen gab, zeigte sich an den vielen Reisecars, welche häufig mit MSC-Cruises angeschrieben waren. In der Tat ist der Dom welcher sich dort befindet, ist die grösste Kirche Siziliens. Ebenso eindrucksvoll wie das Gebäude, war die Sicht auf die Stadt. Muss bei schönem Wetter fantastisch sein.
Blick auf Palermo
Bemerkung am Rande…Kam uns in der verlassenen Gegend ein Auto oder ein Motorrad entgegen, wurde angehalten und nachgefragt ob alles in Ordnung sei.
Die Auswahl eines Restaurant für das Abendessen war überschaubar, da die meisten Lokale am Montag geschlossen sind. Trotzdem in einem netten Ambiente fein gespeist.
Palermo hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits voller Leben, Enthusiasmus, Hektik und voller Kulturgüter. Auf der anderen Seite empfinde ich die Stadt als ziemlich dreckig und sehr laut.
Punkt vier Uhr morgens riss uns eine Blechstimme aus dem Schlaf und teilte uns mit, dass wir demnächst in Palermo einlaufen werden. Also Kabine verlassen und gefühlte 50m anstehen für einen Kaffee.
Dann zum Motorrad und dem Manöverwahnsinn der Autofahrer zuschauen….Man glaubt fast nicht, wie viele keine Wendemanöver auf kleinem Raum machen können. Motorrad gestartet und im Slalom zwischen den Anfängern hindurch….was zu einer kleinen Gesichtsentgleisung des Entlademeisters führte 🤭
Morgenstimmung in Palermo
Die Strasse gehörte uns fast alleine und so fuhren wir der aufgehenden Sonne entgegen. Einige Touristenattraktionen welche in der Fussgängerzone lagen, haben wir kurzerhand mit dem Motorrad besichtigt. Gegen acht war es an der Zeit uns beim Hotel blicken zu lassen. Wie schon vermutet, war das Zimmer nicht bereit. Kein Problem, hatten Tageskleider dabei und zogen uns im Hotel um.
Im Morgenlicht
Wichtigster Tagespunkt heute, war Kleiderwaschen. Wir fanden einen Waschsalon in der Nähe und um 10 Uhr waren zwei Maschinen gewaschen und getrocknet.
Sonntag……gleich……WaschtagFast wie zuhause
Nun erkundeten wir Palermo zu Fuss und mit dem Hop on-Hop off Bus. Beim Startpunkt der Bustour befand sich eine Pizzeria, welche wohl die genialsten Pizzen kreirte die ich in meinem Leben sah. Nach dem mageren Nachtessen von gestern, konnten wir nicht wiederstehen.
Ein Gaumenschmaus
Beim Bummel durch die engen Gassen, fiel uns eine Strasse auf, in der ziemlich viel Qualm aufstieg…So etwas zieht die neugierigen Schweizer natürlich an….Was wir sahen, war etwas wie ein Streetfood-Anlass. Marktstände mit rohem Fisch, Meereszeugs und Fleisch, welches bei Bedarf auf dem Grill landete…so erklärten sich auch die Qualmwolken. Bei Live-Musik, gönnten wir uns einen Aperol-Spritz und schauten amüsiert dem Treiben zu.
Streetfood alla Italiana
Der Tag neigte sich dem Ende zu und nach einigen Kilometern zu Fuss, freuten wir uns auf ein kühles Helles.
Palermo mit den……früheren Herrschern……und den heutigen
Heute hiess es nun Abschied nehmen von Sardinien. Die Fahrt führte uns noch einmal der Küstenstrasse entlang, wo wir die Aussicht auf die schönen Strände und Buchten nochmals genossen.
Letzter Blick auf Sardinien
Der Verkehr Richtung Cagliari hat heute um einiges zugenommen. Auffallend viele „Gümmeler“ sind unterwegs. Als wir an der Lagune vor Cagliari vorbei fuhren, entdeckten wir unzählige Flamingos.
Lagune von……Cagliari mit……Flamingokolonoie
Da wir genügend Zeit hatten, wollten wir die Stadt besichtigen. Zu Fuss und in Motorradkleidern eine eher suboptimale Variante. Als Alternative bot sich eine City Guide Bus Tour. Davon gab es aber zwei Varianten. Die eine Fahrt führte durch die Altstadt und die Andere um die Stadt herum. Bei der Altstadt-Tour welche wir gewählt hatten, war nur schon die Fahrt durch die engen Gassen eine Attraktion.
Eindrücken von Cagliari
Zu guter Letzt noch ein Gelato und dann ab zum Hafen und warten bis sich die Schranken der Fähre öffneten. Punkt 17 Uhr legte die Fähre ab und bei einem Bier in der Abendsonne sagten wir Goodby Sardegna.
Einfahrt zum Hafen……und warten…Schiffe anschauen……mehr Schiffe anschauen……Selfie machen……und verabschieden
Mit viel Hunger freuten wir uns auf das vorbestellte Abendessen…das Desaster von Maranello wiederholte sich. Nach über 2 Stunden hatten wir knapp die Hauptspeise (Scalopine), welche dann noch absolut ungeniessbar war. Dessert wurde gar nicht mehr serviert…nur gut, dass die Antipasti und Vorspeise genügend waren.
Heute legten wir einen Ruhetag ein. Frühstück im Hotel, Fotos sortieren und sichern, später ein ausgedehnter Spaziergang am Strand.
Unser Hotel……mit vielen……GrünpflanzenAussicht vom ZimmerFussmarsch……zum……StrandVorbereitung auf die Saison……einige sind schon paratNachhaltiges Reisen…gestern Spaghetti Vongole gespeist, heute die Schalen dem Meer wieder zurückgegeben…und noch eine nachhaltige Idee…Vorhang aus gebrauchten Korkzapfen
Nachtrag zum „Kultour“-Tag von gestern. Der Tag wurde kulturmässig mit einem Fischgericht beendet. Da ich kein Kultur-Banause sein wollte , gab ich meine Zustimmung zu diesem Gericht. Allerdings hatte ich nicht mit einer Forelle komplett gerechnet🤢. Wenn ich eines gelernt habe in meiner aktiven Arbeitszeit, dann ist es SABTA (Sicherers Auftreten Bei Totaler Ahnungslosigkeit). Als der Fisch serviert wurde, war es an der Zeit diese Fähigkeit voll auszuspielen…Fazit; Er hat das Massaker nicht überlebt.
Neuer Tag neues Glück. Wir fuhren mitten durch die Insel ganz in den Süden nah Villasimius. Durch einsame Gegenden und zum Teil kleinsten Strassen begegneten wir nur einigen Tieren.
Nuraghe ohne……und mit MotorradEinsame Gegend……nur ab und zu……ein paar Tiere…
Dabei hatte der Esel wohl ziemlich Spass beim Fotoshooting, denn er ist mir dauernd gefolgt….Blutsbrüder halt!
…und einen neuen Freund gefunden
Am Nachmittag erreichten wir die Küstenstrasse. Das türkisblaue Meer lässt das Herz der beiden Mittelland-Bewohner immer wieder höher schlagen.
Nach dem Bezug des Zimmers ging es zum Strand, um die Abendsonne zu geniessen.
Strand……mit zwei Bleichgesichtern……überwacht durch die KüstenkontrolleApero
Nachdem der Hotelier sich solche Mühe gegeben hatte mit seiner handgezeichneten Karte, gaben wir uns Mühe diese auch zu besuchen.
Zuerst wollten wir hoch auf die Burg. Nach einigem Nachfragen fanden wir den Weg durch die Gassen zwischen den Häusern. Was eng begann, wurde noch enger, noch steiler und zu allem Elend bestand der Weg aus Pflastersteinen. Die Krönung waren all die 90 Grad Abbiegungen am Hang….Die Weltbeste Sozia wurde stiller und die Augen grösser (ich habs im Spiegel gesehen😀).
Burg von Weitem……und von NahemMaler und Steinmetz treffen sich……zu einem gewaltigen Mauerbild
Die Weiterfahrt führte uns nach Ottana wo die berühmten sardischen Caratza-Masken geschnitzt werden. Schon beim Dorfeingang waren Skulpturen zu sehen, welche natürlich fotografiert werden mussten. Dies führte dazu, dass ich einer Frau die Einfahrt in die Garage versperrte. Kein Problem, es gab dafür noch einige Informationen über das Dorf und die Kirche aus dem 12 Jahrhundert.
Unverkennbar……das Maskendorf…Kirche San NicolaDie sardischen Masken..…sind überall zu sehen……und werden von Franco Maritato hergestellt
Der nächste Halt wurde zum Tageshighlight. Orgosolo ist berühmt für ihre Wandmalereien, welche bedeutend schöner sind als einige in der Schweiz. Nachfolgend ein paar Eindrücke.
Nun zum letzten Punkt unserer „Kultour“, der Kirche San Pietro in Zuri. Diese Kirche entstand ebenfalls im 12 Jahrhundert und musste einem Stausee weichen. Also entschloss man sich, die Kirche 1923 Stein für Stein ab- und in Zuri wieder aufzubauen.
Der idyllische……Stausee……für den die……Kirche San Pietro……weichen musste
Die Heimfahrt wurde unterbrochen durch Schafherden, welche auf der Strasse zur nächsten Wiese getrieben wurden. Bei allen Schaf- und Ziegenherden an denen wir vorbeifuhren, wurden wir angekläfft von den Hirtenhunden.
Heute wollten wir die Ostküste von Olbia bis Calo Gonone auf der alten SS125 befahren.
Der Start in den Tag war windig aber trocken…leider nur bis kurz vor Olbia. Wir sahen sie schon von weitem, die fiese schwarze Wolke, welche uns den ganzen Tag verfolgte. Immer wieder verwöhnte sie uns mit Regen. Wir freuten uns, hätten wir uns nicht gefreut, hätte es trotzdem geregnet.
Erster Halt bei Porto Taverna. Das Restaurant 12.1 liegt direkt am Strand und ist wohl ein Knaller bei schönem, warmem Wetter.
Porto Taverna
Weiter ging die Fahrt nach Dorgali. Links abbiegen, einen Tunnel durchfahren, einige Serpentinen bewältigen und schon ist man am Meer. Standesgemäss gab es natürlich ein Gelato.
Dorgali……und der Blick auf das Meer
Die Anfahrt auf die Stadt Nuoro ist spektakulär, weil sogar höhere Gebäude in den Hang gebaut wurden.
Nuoro
Auf der Fahrt zu unserem Domzil fuhren wir am Ort Burgos vorbei. Schon von Weitem sahen wir die markante Burg auf dem Berg. Je näher wir kamen, desto beeindruckender war der Anblick. Beim Fotostop erzählte uns ein Einheimischer, dass wir bis zur Burg hochfahren können. Dies werden wir morgen machen.
Burgos
Danach durch das Naturschutzgebiet Foresta di Burgos, welches voller Eichen ist. Irgendwann kam dann das Hotelschild „Janas Country Resort“, welches uns ab der Hauptstrasse auf einen besseren Feldweg führte. Motorrad geparkt und uns gefreut über eine wiederum sehr gute Wahl.
Janas Country Resort
Der Besitzer deckte uns ein mit Informationen, welche wir nicht alle im Kopf behalten konnten. Wir fragten ihn ob er uns eine kleine Notitz machen würde, die dann prompt kam….Sevice vom feinsten.
So erklärt man einem Fremden wo die schönsten Orte sind 😉
Heute war mein erster Tag als eigener Tourguide….und der Himmel hat Tränen vergossen, dabei war es gar nicht mal so übel.
In der Nacht hat es geregnet und zum Aufstehen sah es nicht anders aus. Die Hoffnung stirbt zuletzt, zumal die Aussichten für den Tag eher besser waren.
Die Fahrt nach Castelsardo stand dann doch im Zeichen von Regen, Kälte und Nebel. Doch je näher wir der Westküste kamen, desto blauer wurde der Himmel.
PerfugasBulzi von weitem……und etwas näher
Die Anfahrt und der damit verbundend Blick auf Castelsardo ist eizigartig. Um zur kleinen Altstadt auf der Burg zu gelangen, mussten ein paar Meter zu Fuss zurückgelegt werden. Beim kleinen Rundgang sieht man Souvernierläden, Korbflechtereien und einige Restaurants.
CastelsardoBlick von der Burg auf das Dorf
Die Weiterfahrt führte uns Richtung Norden nochmal ans Capo Testa, welches wir schon am ersten Tag besuchten. Heute hatten wir Zeit für Fotos und Gelati.
Strand von Monti RussuCapo Testa
Das Nachtessen wiederum üppig und sehr lecker….so darf es nicht weitergehen, ansonsten sind andere Kleidergrössen notwendig ;-(