Auf unserer Reise haben wir schon rund 8000km zurückgelegt. Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Das Hotel Stromboli bietet uns die ideale Gelegenheit einmal Ferien zu machen und die Reise weiter zu organisieren….aber noch nicht heute😀
Sonne……Strand und……Drink geniessen……macht happyItalien wie ich es liebe
Der Sonnenuntergang läutete den „Serata Calabrese“ ein. Um halb acht war die ganze Meute bereit dafür, aber die Küche leider noch nicht. Typisch italienisch das folgende Chaos…irgendwann kam alles in die Gänge und steigerte sich von Minute zu Minute…Das Essen üppig und erstklassig…vom Wein brauchen wir gar nicht erst zu sprechen…als dann noch Folklore-Musiker auftauchten war die Stimmung fast perfekt. Es wurde gesungen und gefeiert als ob es kein Morgen mehr gäbe…
Der Radetzki-Marsch eröffnete das Dessert, zwei riesigen Torten und Prosecco vom Glasturm. WOW…ich hab schon vieles erlebt, aber hier haben sie alle Register gezogen…..Irgendwann fanden wir heraus, dass der 2. Juni der Nationalfeiertag Italiens ist…keine Raketen und Böller, dafür explosive Feststimmung…
Heute stand eine kurze Etappe vor uns. Wir wechselten wieder die Seiten…diesmal von Ost nach West.
Diesmal fuhren wir am Aspromonte Nationalpark vorbei um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Doch weit gefehlt, heute kam alles zusammen…Gewitter, schlechte und gesperrte Strassen. Doch das ist inzwischen alles Routine und wird ohne Wimpernzucken prestiert.
geht uns am……Allerwertesten……vorbei
Je näher wir unserer Zieldestination Tropea näherten, desto sonniger wurde es. Dass wir unseren Aufenthalt im Hotel verlängern konnten, was per Internet nicht möglich war, wurde mit einem Bier gefeiert. Jetzt gönnen wir uns mal zwei fahrfreie Tage und chillen ein bisschen.
Die Nacht ohne weitere Zwischenfälle überstanden und den Tag durch ein Frühstück draussen im Garten gut gestartet.
Erster Höhepunkt war die Durchfahrt durch Monasterace. Eigentlich führt eine Strasse um das Dorf herum, aber es ist durchaus möglich durch das Dorf zu fahren. Es gibt jedoch einige Einschränkungen…links und rechts des Lenkers waren Haustüren, aber nur ca. 50cm Platz. Grosse Augen bei den Bewohnern waren uns gewiss. Da hilft nur lächeln und freundlich winken.
Anfahrt nach……Stilo……perfekt ausgeschildert
Stilo ein Bergdorf war der zweite Höhepunkt. Einerseits wegen der Cattolica (Hauptkirche) die im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Anderseits war ein Kassenhaus am Eingang. Der junge Herr eklärte uns, dass wir Tickets nur online kaufen könnten. Die ganze Prozedur dauerte rund 10 Minuten. Nach der Zahlungsbestätigung der Kreditkarte hätte ein Onlineticket zugestellt werden müssen…kam aber nicht….er zuckte nur die Schultern und sagte..“ist so in Ordnung“…
Cattolica
War es am Anfang das schlechte Wetter und später die löchrigen Strassen welche uns verfolgten, so hat sich das Blatt nun gewendet. Unsere neuen Freunde sind gesperrte Strassen. Auch heute durften wir, die Route wieder abändern. Neu kam Schlamm und Dreck dazu, was die Kommunikationsfreudigkeit der weltbesten Sozia auf null sinken liess.
durch Bergdörfer……weg von der Zivilisation……nur noch Wald……und Quellwasser, das für den……Eigengebrauch abgefüllt wirdWieder einmal umkehren
Nach einer nahrhaften Passabfahrt gelangten wir wieder nach Gerace und man ahnt es…das weltklasse Gelato musste noch einmal genossen werden.
Wieder Land in Sicht
Während die Sonne untergeht, ruht sich der Fahrer aus und die weltbeste Sozia sorgt für Sauberkeit und Ordnung 😀😀😀😀 Ameisenstrasse ist nun Geschichte
Mit dieser Tour holten wir alles nach, was wir durch die gesperrte Strasse im Aspromonte Nationalpark nicht machen konnten.
Beim gestrigen Nachtessen, kam der Senior zu uns an den Tisch und gab uns mehr als genügend Hinweise von schönen Orten. Einer davon hiess Bova, von wo aus man den schönsten Blick von aufs Land hätte. Schöne Aussichten sind immer schön und so führten uns einige Kurven hinauf ins Dorf (820 m.ü.M). Überraschend sauber, gepflegt und gut beschildert präsentierte sich der Ort. Alle Schilder in griechisch, italienisch, englisch und deutsch angeschrieben…
Anfahrt auf Bova……mit Blick zum Meer……und zu den BergenGepflegte Häuser……und saubere……Gassen
Der Clou aber war eine ausgestellet Dampflokomotive im schienenlosen Bergdorf. Ein ehemaliger Bürgermeister wollte damit an die vielen Gastarbeiter erinnern, die mit der Eisenbahn Arbeit im Norden suchen mussten.
Eine Dampflok im schienenlosen Dorf
Nächster Stop in Bombile bei der Santuario Madonna della Grotta…Hmmm, muss wohl eine Sehenswürdigkeit für Wallfahrer sein. Trotzdem schöne Aussichten auf Land und Meer bei der Fahrt.
Santuario Madonna della Grotta……mit schönen……Ausblicken
Ebenfalls eine Empfehlung war der Ort Gerace mit seiner Kathedrale, welche die Grösste in Kalabrien ist. Nebenbei bemerkt, das Gelato hier war WELTKLASSE.
Gerace……mit kleinen Gassen……und grosser Kathedrale
Die Tour der alten Gemäuer führte uns nach Roccella Ionica…das Castello Carafa thront imposant über dem Dorf…wird aber renoviert und konnte nicht besucht werden.
Castello Carafa
Schlusspunkt war das Agriturismo A‘ Lanterna…hat ein Restaurant, das aber erst ab Juni geöffnet wird….grmpfl #1…italienisches Management!!! Dafür aber mit Sprudelbadewanne…genau das richtige um sich zu erholen….doch was sehen meine müden Augen nach 10 Minuten???? ein See im ganzen Badezimmer…das Mistding hatte irgendwo ein Leck….fertig sprudeln, neuer Plan…Boden trocknen…grmpfl #2
Der heutige Tag wurde genutzt um die weitere Reise zu planen und die Wäsche wieder in Ordnung zu bringen.
Die Wartezeit verkürzten wir mit einem Stadtbummel durch Reggio Calabria. Zuerst an der Strandpromenade Falcomatà entlang, die mit riesigen grossblättrigen Feigenbäumen bepflanzt ist. Diese sind durch ihr Wurzelwerk genauso beeindruckend, wie die drei modernen Skulpturen.
Grossblätterige……Feigenbäume mit……stattlichem WurzelwerkModerne Skulpturen beobachten die flanierenden MenschenAlt Statue……trifft NeueWahl zwischen Ladenbummel……oder Spaziergang am MeerAm Strand entlang……zum Restaurant……Sonnenuntergangs……Stimmung beim … …Abendessen…Unsere „Kunstwerke“ werden……wohl Opfer der Flut
Im Süden Kalabriens befindet sich der Aspromonte Nationalpark. Dieser ist eng umschlossen vom Tyrrhenischen- und vom Ionischen Meer. Mit unserer Tour sollten wir die beiden Meere sehen.
Der Geisterort Pentedattilo war unser erstes Ziel. Navi programmiert und losgefahren, nach ein paar Kilometern abgebogen, Strassen wurden löchriger, dann kieselig und schlussendlich glichen sie einem Flussbett. Da vor uns ein blauschwarz qualmender Fiat Panda fuhr, überholten und stoppten wir diesen. Als wir den Fahrer fragten ob wir auf dem richtigen Weg nach Pentedattilo seien, fragte er uns, ob wir den Rest zu Fuss gehen möchten….er empfahl uns umzukehren und seine gestenreiche Wegbeschreibung führte uns schliesslich auf einen asphaltierten Weg.
Monte Calvario zeigt sich……während der Anfahrt
Das Dorf hat seinen Namen von der Form der Klippe des Monte Calvario. Eine riesige Hand mit 5 Fingern (Griechisch 5 = pente, Finger = Dactilo). Erdbeben und Felsstürze führten zur Entvölkerung.
PentedattiloBilder der Geisterstadt, welche durch Künstler wiederbelebt wird
Die darauf folgende Fahrt durch den Aspromonte Nationalpark erreichte ihren Höhepunkt bei 1450m. Ganz alleine unterwegs passierten wir farbenprächtige Hochebenen, aber auch ein enorm grosses Gebiet, welches durch Waldbrand zerstört wurde. Das Dorf Gambarie ist im Winter ein Ort zum Skifahren. Es wirbt mit dem Slogan „Der einzige Ort, an dem sie Skifahren können und dabei das Meer sehen“.
Kontraste durch den Aspromonte Nationalpark
Auf der SP2 ging die Fahrt weiter nach Bovalino an die Küste des Ionischen Meeres. Auffallend waren die hunderten von Olivenbäumen, die aber nicht klein gehalten wurden, sondern Höhen von bis zu 15m erreichten.
Nach Santa Cristina d’Aspromonte wurde die Strasse enger. Dies war vor allem den Sträuchern, welche links und rechts wucherten, zuzuschreiben. Dann ein Fahrverbotsschild und kurz darauf Betonblöcke, welche die Überquerung einer Brücke verhinderten. Umleitung, Signalisation oder Information….Fehlanzeige. Aus Zeitgründen blieb es uns versagt, das Ionische Meer noch zu sehen.
Heute morgen hiess es Abschied nehmen von einem sehr schönen Agriturismo. Wir wählten die Westseite des Ätna-Nationalparks und dann der Nordküste entlang nach Messina. Von dort mit der Fähre nach Villa San Giovanni (Kalabrien) und weiter nach Lazzaro.
Mojo AlcantaraFrancavilla di Sicilia……und der Ätna
Dieser Plan wurde aber auf halbem Weg, in Borgo San Giovanni, wegen Erdrutsch vereitelt. Mangels Strassen, blieb nur der Weg via Taormina. Vorteil dieser Routenwahl…wir sahen die Küste einmal bei Sonnenschein…und auch die vielgepriesene Isola Bella konnte sich im besten Licht präsentieren.
Foto beim umprogrammieren der StreckeGelato muss seinIsola Bella……und die Küste
Fährhafen in Messina suchen, Ticket kaufen und nach 20 Minuten schon auf dem Schiff. Bei 53 Fahrten täglich, ist keine Reservation nötig. Ich bin einmal gespannt, ob das von Präsidentin Meloni wieder belebte Projekt, die Brücke zwischen Festland und Sizilien, zu Stande kommt oder nicht. Die erste Planung fand 1981 statt und dann immer wieder bei wechselnden Präsidenten.
Bald gehts auf die Fähre……Kalabrien in Sicht……das freut uns
Unser Hotel in Lazzaro steht ganz am Meer mit Sicht auf Sizilien. Das beste am Ganzen…das Hotel haben wir ganz alleine für uns….keine weiteren Gäste
…nicht unser Tisch……aber unsere AussichtDer Tag geht zu Ende
Unsere letzte Tour in Sizilien führte uns nach Enna. Diese Stadt wird auch das Belvedere, oder aufgrund der strategisch wichtigen Lage, der Nabel Siziliens genannt. Sie liegt auf 931 m.ü.M. und beherbergt rund 26’000 Einwohner.
immer präsent…der Ätna……und die perfekten Strassen für maximale Schräglage
Auf dem Weg nach passierten wir wieder etliche Dörfer, die an die Hänge gebaut wurden. Speziell Gagliano Castelferrato war für mich das Dorf mit der spektakulärsten Ansicht.
Gagliano Castelferrato
Nachdem wir schon tagelang nach einer Waschbox für Fahrzeuge gesucht haben, wurden wir heute fündig. Wir haben uns von Sand, Saharastaub und zerfledderten Viechern verabschiedet und erfreuen uns ab sofort wieder an einer sauberen und glänzenden GS.
Die Bergfahrt nach Enna zeigte uns das Nachbardorf Calascibetta von der besten Seite….
Enna, sehr schön……aber Calascibetta ist noch schönerBlick vom Belvedere Enna
Nach kurzem Aufenthalt sahen wir dunkle Wolken aufziehen, so dass wir uns auf den Rückweg machten. Da sich diese jedoch auf der geplanten Route ausbreiteten und wir nicht unbedingt nass werden wollten, fuhren wir auf direktem Weg wieder zurück. Für ein Gelato reichte es aber trotzdem 🍨🍨🍨
Gelato-Stopp in……Agira und…Wolken beobachtet……sie waren seeehr dunkel
Nach viel Essen und Rotwein, erwachten wir erst nach acht Uhr…Kein Problem, heute stand nur eine kleine Runde durch den Nebrodi Nationalpark an.
Den ersten Haltepunkt, Stausee Lago Ancipa, erreichten wir aber schon mit deutlicher Verspätung…eine Kuhherde übersiedelte auf eine andere Weide…notabene mehrere Kilometer. Der Bauer fuhr mit dem Auto hinter der Herde her und erklärte uns, dass die Kühe recht schreckhaft seien und bat uns deshalb nicht zu überholen. Rechtschaffene Eidgenossen befolgen natürlich diesen Wunsch…doch als dann einige Rindviecher die Strasse verliessen und in den Wald spazierten, da verlor auch der Agronom die Contenance und winkte uns vorbei.
Lago Ancipavom GS-Fahrer zum……Kuhtreiber mutiert
Freude herrschte, aber nicht lange. Ein Warnschild mit der Aufschrift „Frane“ (Erdrutsche) liess nichts gutes erahnen…Kurzes peilen der Lage und Strasse, die Situation als GS-würdig empfunden, Sozia festgekrallt und durch mit Schmackes.
weitere……animalische……Zaungäste
Der Nationalpark besteht eigentlich nur aus Eichen- und Buchenwäldern und bietet sonst keine grossen Highlights. Da es auf 1500m doch empfindlich kühl, kein Restaurant zu finden und der Ätna in Wolken gehüllt war, kehrten wir zeitig zum Hotel zurück und genossen die wärmende Sonne.
Steinkunst aus 2019…damit man in 3000 Jahren weiss wie wir gelebt haben
Heute führte uns der Weg zuerst nach San Marco d’Alunzio, weiter ans Ende des Nebrodi Parks nach Troina.
Das Dorf San Marco d’Alunzio ist eines von vielen Dörfern, welche auf einen Hügel gebaut wurden und von der Küste her wunderbar aussehen. All die Dörfer bieten Kirchen und Häuser aus dem 15. Jahrhundert und sind mehr oder weniger gut erhalten.
Kein Bild von mirparkiert wird überallAussicht von San Marco d’AnunzioCoroniaCoroniaCeramiTroinaDörfer spektakulär an Hänge gebaut
Parallel zur Küstenstrasse verläuft die Autobahn E90. Diese besteht eigentlich nur aus Viadukten und Tunnel. Unglaublich was hier verbaut wurde.
Brücken……Tunnels……AutobahnauffahrtGruss an alle KKG-Kollegen TUSA = Turbinenschnellabschaltung
Die schön bemalten und aus Lavastein gefertigten Stühle und Tische erregten gestern schon die Aufmerksamkeit der weltbesten Sozia. In Santo Stefano di Camastra muss wohl das Zentrum für diese Art von Keramiksachen sein. Da gestern ein Tag für mich war, kam heute die WBS (WeltBesteSozia) zum Zug. Sofort einen Laden angesteuert und uns intensiv um Stühle und Tisch informiert. Ich bin mal gespannt, ob und wann solche Teile bei uns in Wohlen stehen 🤗.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Quartier fuhren wir quer durch den Nebrodi Nationalpark. Dieses Gebiet zeichnet sich aus durch die sehr üppige Vegetation und die Feuchtgebiete, die das verbreitete Bild von Sizilien als einer trockenen, sonnverbrannten Region widerlegen.
Nebrodi Nationalpark zeichnet sich aus durch Eichen- und Buchenwald
Die Zufahrt zum Agriturismo „Le Querce di cota“ war, dank der exakten Beschreibung, einfach zu finden….und wieder einmal präsentierte sich uns ein Juwel von einer Unterkunft, welches nur noch durch das exzellente, typisch sizilianische Nachtessen übertroffen wurde.
Felssturz ohne SchlagzeilenZugang flankiert durch 2 Eichen (Querce)Vorfreude auf……die KemenateEintritt zum Restaurant……mit kleiner Nische……und alter TrotteEs gibt nur ein Menu……aber das ist WeltklasseBlick auf den Ätna, der sich wieder beruhigt hat.