Autor: Silverback
Deutschland Tour 2
Nach einem kurzen Aufenthalt in der Heimat, starten wir diesmal unsere zweite Reise durch Deutschland.
Das Endziel ist Bad Leonberg in Österreich, wo wir uns einer Motorradreise durch das Wald- und Mühleviertel anschliessen werden.

Ligurien Nachtrag
Dienstag, 29. September 2026
Da Micha sein Motorrad in Aqui Therme stehen lassen musste, wurde sein Gepäck auf die anderen Motorräder verteilt.
Für die Heimreise stand dieser Dienst allerdings nicht mehr zur Verfügung. Damit hiess die Vorgabe…Motorrad-Tetris…Die BMW von Christine musste nun zusätzliche Taschen und Micha transportieren!!!


Fazit: Rookie Wikinger schrecken vor nichts zurück🤣🤣

Ligurien (Tag 8)
Samstag, 26. September 2026
Varano Borghi – Wohlen (280km)
Während ich noch komatös im Bett lag, flog das erste Whatsapp um 07.20 Uhr in den Ligurien-Briefkasten.
Marc machte sich auf den Weg Richtung Frankfurt…na ja dann wird es wohl auch für mich Zeit sein aufzustehen.
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns vom Rest der Truppe. Jeder fährt in eine andere Richtung, ausser Christine und Micha, die haben noch eine Romantiknacht zugebucht…Naja brauchts auch, wenn das Moped aussteigt.
In Luino besuchten wir eine Salumeria, um unseren Wintervorrat mit italienischen Köstlichkeiten aufzufüllen. Wir waren auf der Suche nach Salami und Käse und die Auswahl im Laden war gross. Wir wollten die Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten wissen, aber die ältere Dame im Verkauf erklärte uns nichts…Sie schnitt Stücke runter und gab uns alles zum probieren. Nach einer Viertelstunde hatten wir gefühlt eine Salami und 500gr Käse verdrückt…
Höhepunkt der Rückreise, war ein Stopp beim Panoramablick auf der Südseite des Gotthardpasses.



Nun sind wir wieder zu Hause…die langen Motorradtouren sind für dieses Jahr vorbei…aber die Reisen noch nicht…
Ligurien (Tag 7)
Freitag, 25. September 2026
Diano Marina – Varano Borghi (328km)
Pünktlich um 07.18 Uhr erschien die Sonne am Horizont. Für uns hiess das, die Siebensachen packen und abreisen.

Der Hotelier überbrachte uns allen noch ein kleines Präsent in Form von einer Olivenpaste und einem Pesto. Die Linke zum Gruss erhoben fuhren wir von dannen.

Erster Teil, ein bisschen Küstenstrasse, dann Abzweiger Richtung Berge…oder vom blauen Himmel Richtung graue Wolken. Beim Kaffeehalt in Garessio weinte der Himmel ein bisschen ob unserer Heimreise. Die einen montierten Regenkleider, die andern vertrauten der Wetterprognose…die Letzteren sollten Recht behalten…





Der Mittagshalt verdient eine Plus-Bewertung. Unscheinbar und versteckt war das Restaurant…oder besser gesagt der Wohnraum einer Familie. Es gab genau zwei Menus zur Auswahl, was aber bei bescheidenen Motorradfahrern genug ist. Auf jeden Fall war der Gruss aus der Küche schon mal eine Ansage…Salami aus der Region…einfach köstlich.



Die Hausgemachten Ravioli waren ebenfalls hervorragend und wurden ratzfatz weggeputzt.
Leider konnten wir uns nicht länger aufhalten, da noch eine Menge Strecke auf uns wartete.
Plötzlich ein Nothalt…Micha stieg runter von seinem Hobel, meinte dass irgendwas schlackere und vibriere. Wir konnten nichts feststellen und setzten die Fahrt fort. Kurz darauf ein erneuter Halt…Micha hatte Bedenken zum Weiterfahren. Schorsch meinte es wäre das Radlager des Hinterrades.
In der Zwischenzeit reparierten wir auch noch den Helm von Christine…gut das Marc das nötige Werkzeug dabei hatte.

Gut dass ein Motorradhändler nur rund 7km weiter entfernt war. Diesen steuerten wir an und standen vor geschlossenen Türen. Gut im Internet stand „öffnet um 15 Uhr“…tatsächlich wurde es 15.40 Uhr.
Inzwischen wurde auch schon der ADAC informiert und die administrativen Vorgänge nahmen seinen Lauf.
Fakt ist, dass Micha das Motorrad stehen lassen musste. Der Inhaber des Motorradgeschäfts war sehr behilflich und hütet nun das Gefährt bis der Abschleppdienst kommt.



Die Siebensachen wurden auf andere Motorräder verteilt und Micha übernahm die Maschine von Christine, die auf den Soziasitz rücken musste.

Mit einiger Verspätung erreichten wir die Villa Borghi und ohne Verzug wurde das Stiefelbier bestellt.
Eine besondere Ehre kam Claas (der Junge mit der Indian) zuteil…Schorsch erteilte ihm den Rookie-Tour Ritterschlag. Mit so einem Teil all die engen und holprigen Strecken im Gruppentempo zu fahren, erstaunte sogar unseren Chef👏👏👏 starke Leistung!!!
Das anschliessende (laute) Nachtessen war hervorragend und vertrieb die kleinen Sorgen…

Ligurien (Tag 6)
Donnerstag, 24. September 2026
Richtung San Remo (171km)
Die letzte Tour in Ligurien, ein letztes Bad im Meer und morgen ein letzter Sonnenaufgang vom Bett aus verfolgen. Eindeutige Zeichen, dass unsere Motorradferien bald zu Ende gehen.
Aber heute besuchten wir als erstes San Remo. Durch den morgendlichen Verkehrswahnsinn schlängelten wir uns nach Westen. Wir kennen und sehen viel, aber die Rollerfahren hier, schlagen alles. Sie fahren wie die Henker, Verkehrsschilder, Sicherheitslinien, Gegenverkehr…das alles interessiert sie nicht, Hauptsache schnell vorankommen. Genauso wie die Fahrradfahrer bei uns.




Wenn alle mitspielen, geht die Rechnung auf, aber heute sahen wir auch das Gegenteil, Rollerfahrer vs. Auto…die Sache ging zu Ungunsten des Rollerfahrers aus.
In der Stadt San Remo fielen uns wieder die vielen Roller auf. Alle Parkplätze in der Stadt waren voll belegt.
Ein kurzer Kaffeehalt und ein paar Fotos später ging die Reise wieder in die Berge.



Die Anfahrt zur Mittagspause gestaltete sich kurzzeitig zu einem Abenteuer. Navi, Google Maps und Strassenschilder passten einfach nicht überein. Nachdem wir in einer engen Passage einem Fahrzeug den Vortritt liessen, bog Schorsch unvermittelt links ab. Den Weg den er nahm, war seeehr steil und eng…todesmutig fuhr ich hinten nach und wurde mit einer engsten Kurve konfrontiert…unten angekommen warteten wir auf den Rest der Truppe…Fehlanzeige…Schorsch zurück und ich weiter bis zur Hauptstrasse…dort trafen wir uns alle wieder. Nach längerem streicheln des Smartphones klärte sich der Weg zum Restaurant nach Isolabona.




Übrigens…die Weltbeste Sozia (WbS) entpuppte sich auch als nützliche Hilfe beim reservieren von Lokalitäten oder anderen sprachlichen Barrieren. Der italienischen Sprache mächtig, löste sie elegant vorhandene Wünsche und Unklarheiten.







Gegen 16 Uhr waren wir zurück, Motorradklamotten gegen Badekleider getauscht und subito an die Strandbar. Auch heute gab es wieder Apèrohäppchen zu Hauf…Strassen instandhalten können die Italiener nicht, aber das Kulinarische haben sie im Griff…
Unseren Schlummertrunk nahmen wir immer im benachbarten Hotel. Ein älterer Herr mit aussergewöhnlichen Gastgeberqualitäten servierte uns den Averna (Kräuterlikör). Doch vor zwei Tagen war die Flasche leer…er erklärte uns, dass die neue Lieferung leider noch nicht eingetroffen sei. Naja…gestern war immer noch kein Averna vorhanden. Diesmal versprach er uns, sich persönlich darum zu kümmern. Siehe da, heute wusste schon der Kellner, dass die Motorradtruppe Averna säuft…stolz und mit italienischer Gestik, vermittelte er uns dass der Nachschub eingetroffen war…Na denn Prost!!!

Ligurien (Tag 5)
Mittwoch, 23. September 2026
Richtung Nordosten (216km)
Der Tagesanfang präsentierte sich spektakulär…Morgenröte und Sonnenaufgang gegen Wind und Wolken.


Die Recherchen deuteten aber auf einen regenfreien Tag hin, was keiner bedauerte. Zur Tagesbesprechung waren dann zwei Personen weniger anwesend…Micha und Christine wollten den Tag lieber in Diano Marina verbringen.
Schorsch hat die Tagesetappe noch einmal überarbeitet und die grössten Schlaglöcher entfernt😁. Mit der Ansage, dass es heute fast keine Fotopunkte gäbe sondern nur Kurven und Asphalt, starteten wir die Maschinen.
Statt im Stau am Meer entlang Zeit zu verlieren, entschieden wir uns auf eine kurze Autobahnfahrt. Das ganze Ticket- und Bezahltheater haben wir jetzt schon gut im Griff.
Nach rund 90 Minuten dann ein erster Halt und Fotostopp.




Beim Kaffeehalt entschieden sich drei Teilnehmer für eine heisse Schokolade. Grund dafür waren die eher bescheidenen Temperaturen von rund 16 Grad. Bekommen haben sie genau das Bestellte…Das Getränk hatte fast die Konsitenz einer Creme.
Weiterfahrt zum Mittagshalt in Montezemolo. Schorsch hatte nicht zuviel versprochen…die Strassen wurden breiter, seidenfeiner Asphalt und schnelle flüssige Kurven. Das Tempo wurde leicht angezogen und der Brandenburger Junge mit seiner Indian blieb dran und freute sich wie ein Kind über das soeben erlebte Fahrgefühl auf einer Cruiser Strecke.

Wenn dermassen angegast wird, leidet natürlich das Material.

Der Mittagshalt bot dann eine echte Überraschung. Schon das Telefonat für die Reservierung sorgte für Stirnrunzeln…es dürfen keine Haustiere mitgebracht werden… Nun als wir die Lokalität betraten war klar warum. Man hätte meinen können wir essen in einem Museum. Jeder Tisch war anders dekoriert und überall fand man alte Gegenstände.
Essen war auch gut und somit verdient das Restaurant das Prädikat „aussergewöhnlich“.








Zum Verdauen nach dem Essen gab es einige Kurven.








Am Ende der Tagestour wie immer das Stiefelbier…heute wieder am Strand…da gibt es nämlich so leckere Apérohäppchen😁😁😁😁.

Ligurien (Tag 4)
Dienstag, 22. September 2026
Holprige Angelegenheit (140km)
Die heutige Tour war ursprünglich mit 277 km geplant. Nach dem gestrigen Tag war klar, dass wir das nie schaffen werden…Umplanung und schwupp di wupp waren es nur noch 140 km.
Diese mussten sich aber verdient werden…heute wurden die niedrigen Gänge und das Fahrwerk gefordert.
Los ging es um neun Uhr und schon nach wenigen Kilometern kam von Schorsch das Zeichen zur Wende…die geplante Strasse war gesperrt.
Neue Strasse neues Glück…jedoch nur kurzzeitig, denn vor uns befand sich ein kleiner Lastwagen. Dieser wollte ebenso wie wir links abbiegen, blieb dann stehen, legte den Rückwärtsgang ein und kam uns entgegen. Grosse Augen auf unserer Seite…Wir überholten den Fiesling und stellten fest, dass die zu befahrende Strasse so schmal war, dass nur ein Fahrzeug Platz hatte…




Die Strecke bot zu Anfang einige Kurven, angenehmer Asphalt…später wurden die Strassen enger dafür nahmen Schlaglöcher, Split und Sand zu. Die Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte den Wert einer Fussgängerzone.




Der geplante Kaffeehalt fiel aus…geschlossen wegen Ferien…nun gut, kann passieren. Nebenan befand sich ein Altersheim, wo den Bewohnern gerade etwas ausgeschenkt wurde…mein Vorschlag uns dort anzuschliessen wurde mit Augenverdrehen verworfen. Ich bin jetzt noch der Meinung, dass sie sicher noch 8 Schnabeltassen für uns gehabt hätten.
Mit etwas Geduld kamen wir in Badalucco doch noch zur verdienten Pause.


Weiter ging die Fahrt zum Mittagshalt nach Triora, ebenfalls wie Badalucco ein Ort, das mit dem Prädikat „I Borghi più belli d’Italia“ ausgezeichnet wurde (Die schönsten Dörfer Italiens).
Beim kurzen Gang durch den Ort fiel auf, dass sich alles um das Thema Hexen drehte. Grund dafür ist ein historisches Ereignis aus dem späten 16. Jahrhundert. Da wurde Triora Schauplatz eines der grössten Hexenprozesse Italiens.






Kurvig und eng ging es zurück zum Hotel. Die Gegend bot aber immer wieder eine grossartige Kulisse für Bergdörfer.





Das Stiefelbier wurde heute am Strand kredenzt…offenbar sahen wir ziemlich ausgemergelt aus, denn der Barkeeper versorgte uns mit drei Platten Appetithäppchen…

P.S. ja, vor dem Stiefelbier mussten wir noch die Meerestemperatur erkunden…herrlich!!!
Ligurien (Tag 3)
Montag, 21. September 2026
Kurvenkarrusell (201km)
Geweckt wurden wir durch das sanfte Morgenrot…und kurz darauf erschien auch die Sonne…so beginnt ein perfekter Tag.

Kurz auf den Balkon um die frische Meeresluft einzufangen…dasselbe tat Schorsch links von uns und Micha mit seiner Christine rechts von uns. Ein Handzeichen zum Gruss reicht für uns Männer.
Nach dem Frühstück konnte es auch schon losgehen. Vom Hotel weg ging es gerade Richtung Berge. Lang gezogene Kurven und guter Asphalt versprachen viel für den heutigen Tag.
Auch der erste Fotostop war erstklassig eine alte Brücke die heute noch ganz da steht.


Aber nach ein paar Kilometer war die Herrlichkeit vorbei. Blinker setzen und abbiegen auf eine schmale Strasse. Auch das kennen wir und wir ahnten was noch kommen würde… der Strassenbelag wurde immer mieser und holpriger.
Der Kaffeehalt musste in Anbetracht der etwas verlassenen Umgebung gesucht werden. Gefunden haben wir ein kurliges Lokal. Aber wie das Leben so spielt…die Kaffeemaschine hat den Geist aufgegeben. Trotz allem fand jeder etwas zur Erfrischung oder Stärkung.






Kurvenreich ging es weiter Richtung Mittagstisch. Viel Wald, höhere Temperaturen, etwas Sand auf der Strasse und tolle Aussichten begleiteten uns dabei.






Der Mittagshalt sollte an einem speziellen Ort stattfinden…leider war das Restaurant geschlossen. So blieb nur eine kurze Stippvisite und ein paar Fotos.







Es brauchte 3 Telefonate, bis wir ein Restaurant fanden das am Montag offen hatte. Diese Freude trübte auch der etwas bockbeinige Chef mit seiner komplizierten Art nicht. Schlussendlich gabs eine kalte Platte mit regionalen Spezialitäten.

Das Nachmittagsprogramm sah einen Besuch beim Castelvecchio vor, an dem wir gestern schon vorbei gefahren sind. Da die Hitze uns zunehmend zusetzte und sich keine Erfrischungsstation in der unmittelbaren Nähe befand, beschlossen wir die kurze Variante für den Heimweg.


Nach 200 km waren wir wieder in der Tiefgarage, mit voller Vorfreude auf das Stiefelbier.


Ligurien (Tag 2)
Sonntag, 20. September 2026
Varano Borghi – Diano Marina (308km)

Von der Lombardei nach Ligurien, das war das heutige Motto. Es standen einige Kilometer und die Poebene vor uns. Da es ausser Landwirstschaft nichts zu sehen gibt in der Poebene, durchfuhren wir diese auf der Autobahn bis Alessandria…langweilig…sehr langweilig.
Nachdem wir diese Hürde genommen hatten, ging es ins Hinterland, welches üppige Rebberge präsentierte. Hier wird vor allem Moscato d’Asti, Barbera d’Asti und Monferrato Rosso produziert.




Unser Mittagshalt hatte Schorsch sehr gut ausgewählt, schickes Restaurant mit schönen Aussenplätzen…leider waren die alle reserviert. Kleiner Hinweis…auch drinnen ist es schön.

Mit gefülltem Magen ging es weiter…die Rebberge verabschiedeten sich und hügelige Wälder übernahmen die Szenerie. Die Strassen wurden etwas enger und kurviger.




Gegen 16.30 Uhr erreichten wir unser Hotel mit Pool. Aus diesem Grund wurde das Stiefelbier in Badehose am Pool genossen. Kleine Anmerkung…eher kühleres Poolwasser für Weicheier.



Nachtessen und Schlummertrunk bei angenehmen 25 Grad….herrlich😀 (Erich mein einziger Freund, die Preise hier sind ebenfalls angehmer wie in der Kälte)
