Zauber der deutschen Ostseeinseln – Tag 5

Stettin – Wolgast

Freitag. 20.09.2024

Mit einem herrlichen Sonnenaufgang startete der heutige Tag. Über Oder, Oderhaff und Peenestrom geht die Reise weiter nach Wolgast. Enge Flussabschnitte wechseln dabei mit den weiten WasserflÀchen der Lagune ab. Wolgast gilt als «Tor zur Insel Usedom».

Die HubbrΓΌcke Karnin ist der mittlere Teil der Karniner BrΓΌcke, einer ehemals etwa 360 m langen EisenbahnbrΓΌcke zwischen dem Festland und der Insel Usedom.
Die Überbauten beiderseits des beweglichen Hubteils wurden 1945 von der Wehrmacht zerstârt, um die anrückenden sowjetischen Truppen aufzuhalten. Der Hubteil der Brücke steht seit Kriegsende unverÀndert als Fragment und technisches Denkmal mitten im Fluss.

Am Anleger von Wolgast fiel uns das blaue Wunder auf, eine kombinierte Straßen- und Eisenbahn-Klappbrücke über den Peenestrom. Sie verbindet die Insel Usedom mit dem Festland und verdankt ihren Namen dem markanten Anstrich. Die Brücke wird nur zu bestimmten Zeiten jeweils eine Viertelstunde geâffnet.

Am Nachmittag besichtigten wir die OstseebΓ€der Koserow und Zinnowitz mit ihren feinsandigen aber windigen StrΓ€nden. Usedom ist die zweitgrΓΆsste Insel und gilt als Region mit den meisten Sonnenstunden Deutschlands.

Der polnische Guide der uns begleitete wollte sicher sein, dass wir etwas lernen. Er wiederholte alle Details wie ein Mantra mehrmals wΓ€hrend der Fahrt. Dies jedoch mit viel Witz und echtem polnischem Slang.

Hier eine Kostprobe;

Auf einer Dienstfahrt kommt ans Meer
der Bischof und sein SekretΓ€r.
Der Tag ist heiß, und sie sind matt,
der Bischof sagt: β€žEin kΓΌhles Bad,
das wΓ€re jetzt schΓΆn.β€œ
Ein Wink, schon bleibt der Wagen steh’n.

β€žWarum nicht, Eminenz, ich bitt!β€œ
β€žHab’ keine Badehose mit.β€œ
β€žIch auch nichtβ€œ, sagt der SekretΓ€r,
β€žals ob sie hier von NΓΆten wΓ€r’.
Denn hier, in dieser Einsamkeit
sieht uns kein Mensch doch weit und breit.β€œ
Schon stΓΌrzt er sich, bald nackt, ins Meer
und nun der Bischof hinterher.

Da braust ein Omnibus heran
und hΓ€lt grad hier am Ufer an.
Zum Picknick wollen sich niederlassen –
Oh nein, das ist doch nicht zu fassen,
was da entsetzt die Augen schauen. –
Das ist sehr schwer nur zu verdauen:
Eine Schar von Γ€lteren Damen,
die gerade hier zum Strande kamen.

Der Bischof schnell die Beine hebt
und ganz entsetzt zum Ufer strebt.
Und als er tritt nun an den Strand,
bedeckt er schamvoll mit der Hand
des Leibes Blâße unten. – Ach! –
Da ruft der SekretΓ€r ihm nach:
β€žBedecken Sie doch Ihr Gesicht;
denn unten kennt man Sie doch nicht!β€œ

Hallo, ich freue mich etwas von dir zu hΓΆren