Via Spluga – Tag 3

Splügen Dorf – Montespluga


Die Wetteraussichten für den heutigen Tag sahen nicht rosig aus. Also packten wir uns dementsprechend ein und machten uns auf zum höchsten Punkt unserer Wanderung, dem Splügenpass.

Auf den ersten Metern blieben wir noch trocken, doch je weiter wir kamen desto trüber und windiger wurde es. Bei der Säumerhütte wars dann soweit…die Regenbekleidung musste angezogen werden. Auf dem Weg zur Passhöhe peitschte uns der Wind den Regen ins Gesicht. Ein kurzes Pass-Selfie und weiter gings, jetzt zusätzlich noch mit Graupelschauer und italienischen Wanderwegen, welche vor allem durch grosse Wasserpfützen auffielen.

Die letzten Kilometer wurden im Eiltempo zurückgelegt, was dem Umstand geschuldet war, dass das Wasser sich den Weg durch die Kleider bis auf die Haut gebahnt hatte. Völlig durchnässt betraten wir unser Hotel Albergo della Posta.

Die Wirtsleute empfingen uns mit grossen Augen und händigten uns sofor die Zimmerschlüssel aus, damit wir duschen und uns umziehen konnten. Danach waren wir bereit für den frühen Apèro, sahen uns im Feinkost- und Weinladen um und konnten mitverfolgen wie die Regenfront vorbeizog.

Was folgte war ein Abendessen der Extraklasse…Vorspeise Bresaola und zwar für jeden einen Teller, gefolgt von Kalbsbäggli mit Polenta…mmmh fein!

Statistik

Distanz 9.4 km, Zeit 3h 10, Bergauf 660m, Bergab 220m

Via Spluga – Tag 2

Zillis – Splügen Dorf


Etwas zu früh standen wir vor dem Frühstücksraum, was die Laune der Wirtin etwas trübte. Trotz allem genossen wir ein herrliches Frühstück und warteten auf Stefan und Victoria, welche uns ab heute begleiteten. Während den ersten Metern wunderten wir uns über Stefan, welcher nonstop mit seinen Knechten im KKG telefonierte.

Aber bald konnte auch er sich den Ferien widmen und so zogen wir vorbei am Industrieareal, wo der berühmte grüne Andeer Granit verarbeitet wird. Weiter über Wald, Felstritte, Wurzelwerk übelzeitig aufwärts, gefolgt von einem kurzen heftigen Abstieg zur Rofflaschlucht. Hier wurden wir entschädigt für die Strapazen. Ganz hinten in der Schlucht führte die Felsengalerie hinter dem Wasserfall und somit unter dem Rhein hindurch!

Weiter gehts aufwärts, vorbei an der Autobahngallerie einem steilen Waldrand entlang. Im stetigen Auf und Ab folgt man dem Flussufer und steigt zum Crestawald Festungsmuseum auf. 

In Sufers teilte sich die Gruppe in Busfahrer und Wanderer. Während Stefan und Victoria die letzten 5km noch unter die Füsse nahmen, reiste der Rest mit dem Postauto nach Splügen Dorf, zu unserer Unterkunft Hotel Weiss Kreuz.

Statistik

Distanz 19.4 km, Zeit 5h 50, Bergauf 1260m, Bergab 780m

Via Spluga – Tag 1

Thusis – Zillis


Von Wohlen gings mit der Bahn nach Thusis, wo wir in der Bäckerei Gyger unsere Reiseunterlagen und den Proviant für die erste Etappe bekamen. Ein letzter Check auf die Wetterkarte sagte uns, dass es wohl trocken bleiben sollte. Die erste Etappe der Via Spluga, führte von Thusis durch die legendäre Viamala-Schlucht nach Zillis.

Startselfie

Der Viamala, was soviel heisst wie «böser Weg» oder «schlechter Weg», haftet ein unvergleichlicher Mythos an und ist ein Naturmonument. Die mit bis zu 300 m hohen Felswänden, welche an den engsten Stellen nur wenige Meter voneinander getrennt sind, faszinieren wohl jeden, der die Schlucht besucht.

Nach kurzer Rast, gings im stetigen Auf und Ab auf schmalen Wegen Richtung Zillis. Kurz vor dem Dorf begegnete uns noch ein Pony, das überschäumende Lust an unseren Äpfeln hatte. Ein paar Meter weiter fanden wir unsere erste Herberge, welche jedoch Wirte Sonntag hatte und geschlossen war. Nach einigen Minuten Klopfen und Kopfschütteln unsererseits, öffnete die Wirtin die Türe, versorgte uns mit den nötigen Zimmerschlüsseln und einem Feierabendbier.


In der Kirche St. Martin besichtigten wir noch die Kirchendecke aus dem 12 Jahrhundert. Sie besteht aus 153 quadratischen Bildtafeln (neun Reihen à 17 Tafeln) von je rund 90 Zentimetern Seitenlänge.

Anschliessend durften wir ein sehr schmackhaftes Nachtessen geniessen. Die langsam auftauende Wirtin versorgte uns noch zusätzlich mit Informationen über die Bündner Geschichte.

Statistik

Distanz 8 km, Zeit 4h 30, Bergauf 1140m, Bergab 900m

Via Spluga 2022


Unser Vorhaben

Auf dem Klassiker unter den Kultur- und Weitwanderwegen wandern Sie in fünf Tagesetappen und auf 65 Kilometer Länge im Herzen der Alpen durch weitgehend intakte Landschaft und vorbei an Kulturgüter von nationaler und internationaler Bedeutung. Dazu gehören unter anderem imposante Brücken wie der Traversinersteg, die Viamala-Schlucht und der Rofflawasserfall, die prähistorischen Felszeichnungen von Carschenna oder die frühmittelalterliche Decke der Kirche St. Martin in Zillis. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der geschützte Dorfkern von Splügen, der historische Saumpfad über den Splügenpass und die wildromantische Cardinello-Schlucht.