Der heutige Tag würde man bei einer Kreuzfahrt als Seetag bezeichnen.
Das Frühstück und die Öffnungszeit des Hotelrestaurants richtete sich nach den Tagestouristen. Vor 9 Uhr gab es nichts, also war ausschlafen angesagt. Ein Unterfangen, das bei Silberrücken eher zum Scheitern verurteilt ist.
Wie mir die WbS am Morgen mitteilte, hat es ziemlich gstürmt und geregnet in der Nacht…nun ich habe davon nichts mitbekommen und zur Abfahrtszeit war es trocken. Auf den ersten Kilometern jedoch lagen ziemlich viele Äste und Laub auf der Strasse.
Die Strassen waren ziemlich leer, das Wetter gut und auch die Navigation lies keine Wünsche offen.
Gegen 15 Uhr trafen wir in Leipzig ein und alles änderte sich schlagartig. Verkehr auf vier Spuren inklusive Tram, Bus, Fahrräder, Scooter und Fussgänger. Wir kennen das ja, aber immer wieder eine Herausforderung.
Zimmer bezogen und eine Überraschung erlebt…Duschen mit Aus- oder Einsicht….
Ohne Worte😀
Leipzig hat ein paar Wasserstrassen und die angebotene Kanalrundfahrt liessen wir uns nicht entgehen.
Kanalfahrt mit……schönen und……exkusiven Gebäuden……an den Kanälendie Jungs mussten wirklich schuften
In Leipzig verhungert oder verdurstet man nicht und unser Abend klang mit einem Ouzo aus.
Der kleine Schauer zum Aufwachen, wich den Sonnenstrahlen wenig später. Angenehme Temperaturen begleiteten uns auf dem Weg nach Loket (CZ). Die Freude über das schöne Wetter wurde aber schon nach ein paar Kilometer Fahrt getrübt durch eine Umleitung. Während der Umleitung kam noch eine Weitere dazu, so dass wir viel nördlicher die Grenze passieren konnten und den avisierten Böhmerwald nur noch kurz streiften.
In Tachova feierten wir den 70’000 unfallfreien Kilometer den wir zusammen auf der GS zurückgelegt haben. Danke Babsi…mit dir fahr ich am liebsten🥰.
kurz vor Tachov……70’000km auf der Uhr
In Eger gabs einen kurzen Pausenstopp danach fuhren wir auf einer, im Intenet gepriesenen schönen Motorradstrecke Richtung Loket. Nun gut…die Strecke führte auf engen Strassen durch einen wunderschönen Wald. Der Strassenzustand auf der ersten Hälfte der Strecke war jedoch eine Mammutarbeit für das Fahrwerk der GS.
Zentrum von Eger mit……malerischen HäusernSt. Nikolaus KircheWeisse Charolais Kühe
Je näher wir uns dem Ziel näherten, desto dunkler wurde der Himmel…und ja, die letzten 5 km wurden wir wieder geduscht.
Beim Hotel angkommen, verzichteten wir aus obgenanntem Grund den sofortigen Zimmerbezug. Abwarten und Bier trinken hiess die Devise.
Schliesslich hatte Petrus ein Einsehen und wir konnten unsere rustikale Behausung in Beschlag nehmen. Urchig, gemütlich, freundlich und lecker, so kann man die Lokation mit ein paar Adjektiven beschreiben.
Pension Atmosfera in Loketurchig bis……ins Detail
Später zeigte sich die Abendsonne noch kurz, was zu einem Verdauungsspaziergang animierte.
Zur Frühstückszeit, zeigten sich einige blaue Stellen durch das Wolkenmeer, was unser Herz erfreute.
Doch schon beim Verladen des Gepäcks fielen die ersten Tropfen. Der Regen wartete auf uns, und begleitete uns bis in den frühen Nachmittag. Die Intensität war jedoch weit unter der von gestern.
Erster Halt in Königsbrunn, denn dort steht ein Museum welches den Handelsrouten von Indien Richtung Europa gewidmet ist. Speziell ist die Aussenhülle des Gebäudes, welche die Weltkarte von 1529 zeigt. Die Karte stammt aus der Vatikanischen Bibliothek und wurde in eine Kugelgestalt umgerechnet und um das 260fache vergrössert. Dieses Verfahren wurde hier zum ersten Mal angewandt und ist somit die grösste Landkarte weltweit.
Museum in ganzer GrösseDetailansicht
Den nächsten Abschnitt dürfen alle Benzinveganer überspringen, denn unser Besuch beim Audimuseum lässt das Verbrennerherz höher schlagen.
Die Autofirmen Horch, DKW, NSU und Wanderer schlossen sich 1932 zur Autounion zusammen, daher die vier Ringe. Autounion gehörte bis in die 60er Jahre der Firma Daimler-Benz und wurde 1964 an VW verkauft.
Audi Bürogebäude mit Stil
Das Museum präsentiert einige Schmuckstücke aus vergangenen Zeiten. Vorallem die Modelle aus den 30er und 40er Jahren zeigten echte Handwerkskunst.
DKW, 1961Audi 50, 1974Audi 100 Coupé, 1970Audi Front 225, 1935
Der Rennwagen aus dem Jahre 1939 begeisterte mit einem 16 Zylinder Motor und 6 Liter Hubraum. Mit seinen 520PS erreichte er 250km/h bei Bergrennen und 340km/h auf Rundstrecken…
Den nächsten Abschnitt dürfen die „nur Wassertrinker“ gerne überspringen, denn wir besuchten die Kuchelbauer Weissbierbrauerei.
Schon bei der Hinfahrt fielen uns die riesigen Hopfenfelder auf. Später erfuhren wir, dass das Gebiet Hallertau das grösste Hopfenanbaugebiet der Welt ist. Hier wird 35% der Weltproduktion angebaut.
Mit dem letzten Zwick konnten wir uns noch einer Firmenbesichtigung anschliessen…Nichts Neues, aber eben doch, wenn die Pläne der Brauerei sich mit Ideen von Friedensreich Hundertwasser kreuzen.
Dass eine Fabrikationshalle auch ein Kunstwerk sein kann, zeigen die folgenden Bilder.
EmpfangsgebäudeGärraumder LebensbaumKuchelturm……Aufgang……mit schönen MotivenFotograf in hundertfacher Ausführung……und solo
Gegen Abend trafen wir in Regensburg ein und erkundeten die Stadt anschliessend noch ein wenig.
Stadtansicht am Tag……und bei Nachtkönnte auch in der Schweiz sein
Lange ersehnt, doch zum falschen Zeitpunkt gekommen. Wochenlang gab es ja nur ein Thema…Trockenheit und fehlender Regen.
Die Prognosen der Wetterfrösche waren unbrauchbar…Regen ab 06.00 Uhr, etwas später Regen gegen 10.00 Uhr und wieder etwas später der Blick gegen Nordosten…kein Regen in Sicht…also Start ins Abenteuer.
Ein Startselfie und los ging es zum zweiten Teil unserer Deutschland Tour. Bis Lauchringen alles trocken, dann ein kleiner, feiner Landregen… Kein Problem, wenn er wieder aufhört. Aber diesmal hatten wir kein Glück, der Landregen verwandelte sich in einen Dauerregen. Auch dies beeinträchtigt die Fahrt nur insofern, dass weniger Pausen und keine Fotos gemacht werden.
noch alles in bester Ordnung
Einen Fotospot liessen wir aus nassem Grund links liegen und werden ihn morgen anfahren.
Je näher wir unserem Ziel kamen, desto heftiger wurde der Regen. Trotz wasserfester Kleidung…die Flüssigkeit findet immer einen Weg…Ungut für das Wohlbefinden des Fahrers und der WbS.
Hotel gefunden, eingecheckt und trockene Kleider angezogen…just in diesem Moment zeigte sich auch die Sonne. Dies machte den Stadtbummel um vieles attraktiver.
Hunger und Durst konnten ebenfalls bei trockenen Bedingungen gestillt werden.
Damit die Kirche im Dorf bleibt und alle Seelen wieder ruhig schlafen können….Auch wenn ich den letzten Tag nicht dokumentiert habe….😂 Ja wir sind wieder zu Hause.
🇨🇭 Heimat 🇨🇭
Die Heimfahrt kann in zwei Worte gefasst werden….Kilometerfressen und ereignislos.
Damit ist nun die Reise komplett dokumentiert😁 und am 17. August gehts wieder los nach ????
Von einem historischen Städtchen zum Andern, so könnte man den heutigen Tag beschreiben.
Der Süden Deutschlands ist gespickt mit alten historischen Ortschaften. Eine davon ist Tübingen, welche wir bei einer Pause kurz anschauten.
Zentral, prominent und schön wie immer der Marktplatz.
Rathaus umgeben von Fachwerkhäusern
Auch ein Gewässer kommt immer gut an, hier in Tübingen ist es der Neckar der durch die Stadt fliesst.
Tübingen und der NeckarTübingen und die Blumen
Nach ein paar Kilometern zeigte sich dann unser letztes Ziel der Reise…Herrenberg, berühmt für seine denkmalgeschützte Altstadt voller Fachwerkhäuser.
schiefe……kleine und……hohe Häuser
Die Suche nach einem geeigneten Restaurant für das Nachtessen war kurz. Montag haben die meisten Betriebe geschlossen bis auf das Restaurant Hasen. Dort erlebten wir einen perfekten Service und vorzügliche Speisen mit raffinierten Kombinationen.
Ein perfekter Abschluss für unseren letzten Abend.
Ungläubige Blicke zum Aufstehen…es regnet und ist markant kühler. Kein Problem, denn erst mal ist Frühstück angesagt.
In der Zwischenzeit hatte auch die Sonne ein Einsehen und zeigte sich zwischen den Wolken.
Eine vier Kilometer lange Stadtmauer umgibt die Altstadt. Über den Turmweg spazierten wir über den überdachten Wehrgang fast die ganze Mauer entlang. Dabei passierten wir unter anderem das Galgentor und den Strafturm.
überdachte……Stadtmauer mit……BurgfräuleinTor zum BurggarenSicht vom Turmweg
Interessant waren auch die Spendertafeln. Mit 1000.- Euro meisselt die Stadt den Namen und Wohnort in einen Stein und baut diesen dauerhaft auf dem begehbaren Teil der Mauer ein. Aufgefallen ist mir eine Inschrift „Jakob Müller & Frau“…muss wohl ein sparsamer Schwabe gewesen sein.
Sponsoren-Tafeln
Weiter zur St. Jakobs-Kirche, von wo sich der Jakobsweg verzweigt. Einerseits nach Ulm / Konstanz, anderseits nach Tübingen / Speyer.
St. JakobskircheJakob und WbS
Der Markplatz mit dem Rathaus war ebenso markant wie das Plönlein. Dieser Platz ist einer der berühmtesten Fotomotive Deutschlands. Der Name, abgeleitet vom lateinischen „planum“ (kleiner Platz), bezeichnet ein malerisches Ensemble aus einem schiefen Fachwerkhaus, einem Brunnen und einem Turm mit Tor.
Marktplatz bei Tag……und bei NachtPlönlein bei Tag……und bei NachtEs grünt……und blüht……überall……sogar mit Früchten
Nachdem wir alles bildlich festgehalten hatten, kam der Durst…ein Restaurant angepeilt, welches Getränke nur mit Speisen verkaufen wollte…aber offenbar waren wir schon dermassen dehydriert, dass sie gnädigsterweise auch die 10 Euro für Getränke entgegen nahmen. Bei soviel Gastfreundschaft wollten wir nicht sitzenbleiben bis zum Essen und machten uns vom Acker.
Kurzdarauf drängte die weltbeste Sozia auf das Nachtessen…noch nicht hungrig aber folgsam widersprach ich nicht. Kurz darauf zeigte sich der Entscheid als goldrichtig…die Leute standen Schlange für einen Tisch und bis das Essen serviert wurde, dauerte es immer länger. Wir hingegen hatten ein entspanntes Nachtessen mit einem lustigen Kellner.
Mit der Abendsonne und angenehmen Temperaturen schlenderten wir zufrienden zum Hotel.
Von Koblenz bis Wiesbaden folgte die Strecke dem Rhein. Dieser Abschnitt des Flusses ist landschaftlich unglaublich schön. Nachdem wir diese Passage im letzten Jahr vom Fluss aus bestaunten, war diesmal die Strasse an der Reihe.
Burgen und Schlösser reihten sich aneinander wie eine Perlenkette und mittendrin die Loreley mit ihrer Nixe. Diese hat gesungen und ihr Haar gekämmt, aber wir waren resistent gegen solche Ablenkungen😅.
So berühmt und bekannt die Loreley-Nixe auch ist, die Skulptur ist eher unscheinbar und klein.
Loreley Skulptur
Beeindruckend war der tiefe Pegelstand des Rheins. Überall teilten Felsen und grössere Sandbänke den Fluss. In Koblenz ist der Pegel zur Zeit rund 1,5m unter dem Normalstand.
Sandbänke statt Wasser
Bei Wiesbaden verliessen wir den Rhein und hielten uns südostwärts. Nachdem die Metropolen Rüsselsheim und Darmstadt hinter uns lagen, folgte das Odenwald Mittelgebirge. Rund 100km toll ausgebaute Strasse mit langen Kurven und das ganze ohne Verkehr und 30er Zone. Ich konnte die GS kaum zähmen😬.
Schloss Biebrich, Wiesbadentschüss Rhein
Die trockenen Tage sind Erntetage für die Weizenfelder. Auf kilometerlangen Feldern rackerten Mähdrescher, von modern mit breitem Balken bis uralt ohne Kabine war alles unterwegs.
Langsam tauchte am Horizont unser Ziel auf…Rothenburg ob der Tauber. Einchecken und ein Stiefelbier waren die nächsten Schritte. Die Hotelküche verzauberte unseren Gaumen bevor der Nachtwächter seine Tour in Angriff nahm.
Die Namen passen……Rückseite passt auch……Essen ausgezeichnet
Heute erschienen wir als erste beim Frühstück. Grund dafür war, dass ich eine email von Horst erhalten habe. Horst lernten wir bei einer Tiroltour 2020 kennen, hatten keinen Kontakt bis zur Fränkischen Schweiz Tour. Helme ausgezogen, grosse Augen gemacht und gesagt…diesen Vogel kenn ich ja.
Die Jahre vergehen, doch die Gesinnung bleibt erhalten. Während der ganzen Tour versuchten Horst und ich die Welt zu verbessern und zu retten…es gelang uns nicht.
Nach der Verabschiedung in Warmensteinach erinnerte sich Horst an unseren weiteren Verlauf unserer Strecke und fand, dass Dortmund eigentlich auf dem Weg zwischen Münster und Koblenz liegt. Es erfolgte eine Einladung zu Kaffee und Kuchen, welche wir nicht ausschlagen konnten.
Zuvor hatte die weltbeste Sozia noch ein Wasserschloss ausgemacht, an dem wir vorbei kamen. Das wollten wir uns auf jeden Fall ansehen…ein Gepäckverlust während der Fahrt drohte dieses Vorhaben vorzeitig zu beenden…doch die wenigen Verkehrsteilnehmer waren aufmerksam genug und informierten uns.
Schloss Nordkirchen……mit schöner Gartenanlage
Pünktlich zur vereinbaren Zeit trafen wir bei Horst ein. Nun verstehen wir auch, warum er immer so von seiner Frau geschwärmt hat. Marina eine herzensgute Frau…wir haben sie ebenfalls sofort in unser Herz geschlossen.
Die Fahrt von Dortmund nach Koblenz gestaltete sich etwas zäh…Freitagnachmittag, Ferienverkeht…Hitze…
Das Hotel am Rheinufer bot dann aber ein feines Essen und vor allem einen angenehemen Abend mit Sonnenuntergang in deren Lounge bei süffigen Drinks.
Gemütlicher Tagesbeginn, denn die Altstadt-Führung war erst für 14 Uhr angesagt. Kleiner Bummel durch die Stadt, zum Schloss mit dem botanischen Garten und zum Hafen.
Der botanische Garten war riesig und alle Pflanzen waren beschriftet. Beeindruckt haben uns die riesiegen Bäume und die südamerikanischen Riesenseerosen. Sie sind berühmt für ihre riesigen, schwimmenden Blätter mit Durchmessern von bis zu 3 Metern, die dank ihres hochgewölbten Randes bis zu 60 Kilogramm Gewicht tragen können. Die prächtige Blüte öffnet sich nur für zwei Nächte.
Blattobereite und……Unterseite der Seerosefarbige und……moderne Häuser……am HafenSchloss Münster……heute eine Uni
Die Altstadtführung wäre eigentlich gut gewesen, hätte es nicht 5 ältere Damen gehabt, die immer was zu fragen und zu sagen hatten. Trotzdem sahen wir die Sehenswürdigkeiten der Altstadt…Der Prinzipalmarkt, das Rathaus, alle Kirchen und den Dom.
Was ist geblieben…die Stadt wurde während des 2. Weltkrieges ziemlich in Schutt und Asche gelegt. Man entschied sich, die Stadt neu und genauso aufzubauen mit all den historischen Fassaden.
Prinzipalmarkt 1……2……3…Kiepenkerl vollRathausDom von der Seite……und von vorneastronomische Uhr……aufgehängte Orgel……farbige Fenster
Natürlich besuchten wir auch das Antiquariat des Privatdetektiven Georg Wilsberg aus der Krimiserie „Wilsberg“. Dies ist auch im richtigen Leben ein Antiquariat. Mit dem Besuch von Münster werden wir beim nächsten Wilsbergkrimi wohl einige Stellen der Stadt wieder erkennen.
Drehort für…die Wilsberg SerieMünster……von oben
Münster hat uns eigentlich gefallen, aber Münster ist die Fahrradstadt schlechthin in Deutschland. Rennrad, Holländerrad, Lastenrad…egal was zwei Räder hergeben, alles war vorhanden. Die Strassen der Innenstadt bestehen nur aus Pflastersteinen, was bei mir Kopfschütteln auslöste…beim Fahrradfahrer schüttelte so einiges mehr. Als Fussgänger bist du des Lebens nicht mehr sicher, mit einem Affenzahn ziehen sie links und rechts an dir vorbei…nicht mehr meine Welt..(hab ich glaub schon ein paarmal gesagt).
Der Schlusspunkt setzte die Kirmes, die heute begann. Mit einer Riesenradfahrt, gebrannten Mandeln und einem Glas Wein versöhnte ich mich wieder halbwegs mit den „Lenkstangen-Goiferis“