Deutschland Tour (Tag 11)

Mittwoch, 15. Juli 2025

Hannover – Münster (270 km)

Zum Tagesstart gab es einmal kein Frühstück im Hotel. Mit leerem Magen fuhren wir los und Gott sei gepriesen…wir fanden bald einmal eine Bäckerei mit angegliedertem Café.

So gestärkt fuhren wir unserem ersten Tagesziel, dem Wasserstrassenkreuz von Minden entgegen. Hier kreuzen sich der Mittellandkanal und die Weser. Dabei wird der Mittellandkanal über eine fast 400 Meter lange Trogbrücke in rund 13 Metern Höhe über die Weser geführt. Von einer  Aussichtsplattform sollte man das Kreuz gut sehen können.

Google Maps, BMW-Navi und Einheimische befragen…es half alles nichts. Ums Verrecken fanden wir diese Plattform nicht. Irgendwann wurde es uns zu bunt und zu heiss und zogen ab.

Ein paar Kilometer weiter sahen wir schon von Weitem ein Denkmal auf einem Hügel das wir dann auch besichtigten. Natürlich war es wieder Kaiser Willhelm gwidmet. Bei sovielen Denkmälern muss er einiges gut gemacht haben.

Es folgten ein paar zähe Kilometer mir LKW-Stau, Dorfdurchtfahrten mit 30er Begrenzung und Schleichern auf der Strasse. Trotz allem schafften wir es zu den Externsteinen, einer weiteren Sehenswürdigkeit.

Die bis zu 40 Meter hohen Sandsteinfelsen ragen schroff aus dem Teutoburger Wald empor. Vor rund 70 Millionen Jahren wurden die flach liegenden Sandsteinschichten durch tektonische Verschiebungen senkrecht aufgestellt. Die markante Form mit den 13 Einzelfelsen entstand anschließend durch jahrtausendealte Verwitterung und Erosion.

Im Hotel angekommen, wieder das gleiche Problem wie überall in den Städten. Fahrräder können überall kreuz und quer abgestellt werden, aber ein Motorrad sieht das Ordnungsamt nicht gern, nicht einmal auf einem offiziellen Fahrradabstellplatz…mir fehlt da ein bisschen Verstand um das zu kapieren.

Deutschland Tour (Tag 10)

Dienstag, 14. Juli

Erfurt – Hannover (270 km)

Überraschung 1: Nachdem wir bei gut 28 Grad das Restaurant verliessen und unser Nachtlager aufsuchten, staunten wir am Morgen nicht schlecht, als die Hotelfenster ganz nass waren. Über Nacht hatte es doch tatsächlich geregnet.

Zu Beginn der Fahrt war es dann mit 18 Grad auch merklich kühler.

Ausserhalb Erfurt wieder das gewohnte Bild…Weizenfelder soweit das Auge sehen kann. Zwischendurch einige riesige Bauernhöfe aus DDR Zeiten.

Aber der moderne Bauer setzt auf Entschädigungen. Es werden überall neue Windräder montiert.

Nach dem Tod Kaiser Wilhelms I. 1888 wurden vielerorts repräsentative Denkmäler zu Ehren des Verstorbenen errichtet. Das Kyffhäuserdenkmal ist eines der größten und bekanntesten dieser Kaiser-Wilhelm-Denkmäler.

Überraschung 2: Bei der Fahrt durch den Südharz passierten wir das Städtchen Stolberg. Es wird beworben als eine historische Bergstadt (etwas übertrieben bei 370 m.ü. M) mit über 380 farbenfrohen Fachwerkhäusern. Aber in der Tat gab der Ort ein wunderbares Bild ab.

Überraschung 3: Bei der Rappbodetalsperre sahen wir einen Aussichtsturm und eine lange Hängebrücke. Klar, dass wir uns das ganz genau anschauten. Es stellte sich heraus, dass vom Aussichtsturm eine Zipline bis ans andere Ende der Staumauer führte.

Einen historischen Hinweis erhielten wir noch in Stapelburg. Ein Schild wies darauf hin, dass hier einmal die Grenze zwischen der BRD und der DDR war. Ein Stück der Grenzmauer steht immer noch als Zeitzeuge.

Am Abend trafen wir uns mit Gabi und Christian, zwei wirklich angenehme Personen die wir letztes Jahr auf einer Fluss-Schifffahrt kennenlernten zum Nachtessen.

Deutschland Tour (Tag 8)

Sonntag, 12. Juli 2026

Warmensteinach – Erfurt (270 km)

Die Schweiz hat den Viertelfinal gegen Argentinien verloren, entsprechend geknickt 🤣🤣🤣 erschienen wir zum letzten gemeinsamen Frühstück mit den Motorradkollegen, die mit uns auf der Fränkischen Schweiz Tour waren.

Da heute ein etwas wärmerer Tag angesagt war, zogen die meisten schon vor neun Uhr von dannen. Alleine war es uns auch fad…also machten wir uns auf den Weg nach Erfurt.

Zwischenziel war die Göltzschtalbrücke das Wahrzeichen des Vogtlandes… sie ist die grösste Ziegelstein-Brücke der Welt. 1846 – 1851 wurde sie mit rund 26’000’000 Backsteinen erbaut, erreicht eine Höhe von 78m und eine Länge von 574m.

Weiter ging die Reise nach Westen über Weimar, wo plötzlich Wegweiser zum Denkmal des Konzentrationslagers Buchenwald standen. Kurzerhand machten wir einen Abstecher in die „dunkle Zeit“ des 2. Weltkrieges. Es war ein beklemmender Rundgang durch die noch vorhandenen Gebäude.

Ein kurzer Sprint bis nach Erfurt…Hotel gefunden, aber Parkhaus funktioniert nicht mit Motorrad…zwei Räder zu wenig,. GRMPFL😡.. Motorradparkplätze…Fehlanzeige…

Einchecken, duschen, ab zum Znacht…Schlummertrunk und Bettruhe…

Deutschland Tour (Tag 7)

Samstag, 11. Juli 2026

Fränkische Schweiz – Ostroute (250 km)

Mit herrlichem Sonnenschein begann der letzte Tourtag. Die Route führte uns ostwärts Richtung tschechische Grenze.

Auch heute am Samstag, wenig Verkehr dafür etwas mehr Mähdrescher und Traktoren.

Die besondere Schwierigkeit des heutigen Tages bestand darin, die kulinarischen Wünsche und Gelüste zu befriedigen. Die meisten Gaststätten öffnen ihre Tore erst ab 16 Uhr.

Trotz allen Schwierigkeiten, es ist keiner verdurstet oder verhungert unterwegs.

Zweiter Stopp in Selb, ein bekannter Ort für die Porzellan Herstellung.

Dann folgte der Besuch der hohen Warte ein ehemaliger Signalturm.

Tschechien haben wir tatsächlich besucht…1 km über die Grenze zum tanken🤣🤣🤣

Mit einem Gruppenfoto wurde der Tourschluss eingeläutet. Nachtessen, lustige Gespräche wurden mit Bier solange runtergespült, bis der Zapfhahn den Geist aufgab….wohl ein Zeichen, das Nachtlager aufzusuchen.

Tschüss bis zum nächsten Mal

Deutschland Tour (Tag 6)

Freitag, 10. Juli 2026

Fränkische Schweiz – Südroute (250 km)

Mit den ersten Strahlen des Sonnenaufgangs wurde die Tiefschlafphase beendet. Ein kurzer Blick aus dem Fenster machte klar, heute wird es keinen Regen geben.

Pünktlich um neun ging es los…erst die „Zügigen“, danach die  „Gemütlichen“. Dabei ist anzumerken, dass Alina die „Gemütlichen“ recht zügig durch die Landschaft führt. Bei den verschiedenen Trink- und Fotohalten warten wir jeweils nur kurz auf die zweite Gruppe.

Die Strecke heute hatte die gleichen Eigenschaften wie gestern. Kaum Verkehr, viel Landwirtschaft, schöne Fachwerkhäuser, einige Burgen und Schlösser….und 30er Zonen durch die Dörfer und wenns auch nur 3 Häuser sind.

Kurze Trinkpause bei einem Freizeitpark, was einige dazu bewegte die Rodelbahn auszuprobieren.

Zum Schluss besuchten wir noch einen Aussichtsturm…wohl eher um ein cooles Bild unserer Truppe zu machen 😁

Deutschland Tour (Tag 5)

Donnerstag, 09. Juli 2026

Fränkische Schweiz – Westroute (220 km)

Der Name „Fränkische Schweiz“ wurde 1812 erstmals in einem Reiseführer verwendet. Die Region ist heute eine der ältesten Ferienregionen Deutschlands. Die markante Landschaft mit ihren schroffen Jura-Felsen, tiefen Tälern und Höhlen erinnerte die Besucher an die Alpen.

Heute also der erste Fahrtag in der fränkischen Schweiz. Zuerst Gruppeneinteilung…gemütlich und zügig. Diese Entscheidung dauerte nicht mal 1 Minute. Georg übernahm das Kommando bei den „Zügigen“ und seine Tochter Alina das Zepter bei den „Gemütlichen“.

Videoaufnahmen zu unserer Fahr- und Kurventechnik standen als erstes auf dem Tagesprogramm…Pflichtprogramm erledigt…los gings Richtung Westen.

Anders als die letzten Tage, konnten wir nicht einfach anhalten, schauen und fotografieren. Es gab Fotohalte, aber da war Anja als Tourfotografin für die Bilder zuständig…

Zu unserem Wohlbefinden trug auch das Wetter bei…die vorausgesagte Hitze lässt noch auf sich warten und mit 23 Grad bewegen wir uns in der Komfortzone.

Vor dem Nachtessen wurden die Videoszenen angeschaut und ausgewertet…

…danach die Kritik mit einem Bier runtergespült🤣.

Deutschland Tour (Tag 4)

Mittwoch 08. Juli 2026

Bamberg – Warmensteinach (130 km)

Bamberg ist eine fränkische Weltkulturerbestadt in Bayern. Bekannt als das „Fränkische Rom“ auf sieben Hügeln, beeindruckt sie durch ihre fast unversehrte mittelalterliche Altstadt, dem historischen Kaiserdom, der Fischereisiedlung „Klein Venedig“ und der weltweit einzigartigen Rauchbiertradition…genaueres erfuhren wir wieder bei einer Stadtführung.

Die Stadt gliedert sich in drei prägnante Teile, die durch die Flussarme der Regnitz geprägt sind.

Die Bergstadt – Das historische geistliche Zentrum mit dem Dom auf einem der sieben Bamberger Hügeln. Die Residenz mit dem Rosengarten gehören ebenfalls zu diesem Teil der Stadt.

Die Inselstadt – Das ehemalige Handelszentrum, das zwischen zwei Ragnitzarmen liegt. Man findet hier das alte Rathaus und das malerische Viertel „Kleinvendig“.

Die Gärtnerstadt – Ein einzigartiges Gärtnergebiet in welchem seit Jahrhunderten professioneller Gemüsebau betrieben wird.

Die Geschichte von Bamberg ist geprägt durch die Kirche, Glauben und Aberglauben. Eng verknüpft mit der Stadt ist die Zeit der Hexenverbrennung. Macht und Gier waren damals so präsent wie heute.

Gegen 16 Uhr trafen wir im Hauptquartier für die nächsten 4 Tage ein. Unsere Motorradtour wird uns durch die fränkische Schweiz führen.

Einige bekannte Gesichter und neue Kollegen konnten wir beim Nachtessen kennenlernen.

Morgen werden die Hosen runtergelassen und jeder muss zeigen was er drauf hat😉

Deutschland Tour (Tag 3)

Dienstag, 07. Juli

Ulm – Bamberg (300 km)

Nach so vielen Informationen am gestrigen Tag, war heute „verarbeiten“ angesagt. Dies geschieht am Besten mit einem Fahrtag.

Etwas nach neun Uhr waren wir startklar. Aus Ulm heraus folgten einige Dörfer die immer spärlicher wurden und dem Ackerbau Platz machten.

Eigentlich eine schöne Fahrt, wären da nicht die dauerenden Umleitungen gewesen. Es scheint, ob einfach zuviel Geld vorhanden ist und alle Strassen saniert werden können. Für einen Lokalen mag es klar sein, welches Dorf gerade nicht passierbar ist und wie umfahren werden muss. Für uns war es oft zu spät oder gar nicht ersichtlich und die Umleitungssignalisationen sorgten mehr für Stirnrunzeln als Klarheit.

Navi sei dank… unseren ersten Haltepunkt fanden wir trotzdem…die Mainschleife in Volkach.

In Bamberg durften wir das Motorrad vor dem Hotel abstellen und mussten keinen öffentlichen Parkplatz suchen.

Eine kleine  Erfrischungsdusche und ab in die Stadt. Einem bayrischen Nachtessen konnten wir nicht widerstehen und mit dem anschliessenden Bummel durch die malerische Altstadt beendeten wir den Tag.

Deutschland Tour (Tag 2)

Montag, 6. Juli 2026

Ulm

Punkt zehn Uhr startete die Stadtführung vor dem Münster von Ulm.

In unterhaltsamen 90 Minuten vermittelte die Stadtführerin Geschichte, Wissenswertes und Anekdoten zur Stadt. Zum Beispiel, dass Ulm und Neu-Ulm eine Doppelstadt bilden, aber in unterschiedlichen Bundländern liegen. Ulm gehört zu Baden-Württemberg, Neu- Ulm hingegen liegt in Bayern. Die Donau bildet die Grenze der beiden Bundesländer.

So wollte man ein altes Patrizierhaus sanieren, fand aber eine solch marode Bausubstanz, dass man einen Neubau vorzog. Der Neubau wurde mit den gleichen Backsteinen wie das Patrizierhaus verkleidet.

Das Schwörhaus – Die jeweils gewählten Bürgermeister mussten dem Volk von einem Balkon schwören, dass sie sich immer für ihr Wohl einsetzen werden.

Schiefes Haus – Das Fischerhaus wurde 1443 erbaut. Die weite Vorkragung drückte das Haus immer tiefer in das Bachbett. Mit einem Betonfundament wurde das Haus stabilisiert und 1997 zum schiefsten Hotel der Welt ins Guiness Buch aufgenommen.

Rathaus – Das Rathaus ist ein farbenfrohes Gebäude mit Bildern von Patriziern. Im Innern findet man ein Holzmodel der Stadt. Aussergewöhnlich ist, dass sich im Gebäude ein Restaurant eingemietet hat.

Berblinger – Ludwig Berblinger, ein Schneider, versuchte 1811 mit selbsgebastelten Flügeln einen Flug und stürzte dabei in die Donau. An dem Startort steht heute zu seinen Ehren eine Aussichtsplattform.

Münster – Der Kirchturm des Münsters war bis vor wenigen Monaten mit 161.53m der höchste Kirchturm der Welt. Nach 135 Jahren gab das Münster den Titel ab an die Sagrada Familia.

Zur Zeit finden im Innern des Münsters Bauarbeiten statt, die voraussichtlich rund 7 Jahre dauern werden.

Wichtige Ulmer – Albert Einstein und der Spatz

Als die Ulmer 1377 begannen, ihr Münster mit dem höchsten Turm im Land zu bauen, trug sich folgende Begebenheit zu: Für das Baugerüst waren die längsten und kräftigsten Stämme in den Wäldern gefällt worden und vor das Stadttor geschafft. Dort aber merkte man, dass das Tor viel zu eng war, um die Stämme hindurch zu bringen.

Die klugen Ulmer beratschlagten und hätten gar schon das Tor samt dem schönen Turm darauf eingerissen, da zeigte einer von ihnen, der gerade in die Luft geguckt hatte, nach oben und rief: „Ich hab’s!”
Da sahen die Männer einen kleinen Spatz, der ihnen sonst ganz unnütz dünkte, da er nur die Körner auf dem Feld wegfraß, wie er einen langen Halm in seine Nisthöhle schleppte. Aber anstatt quer mit ihm hängen zu bleiben wie die Ulmer mit den Baumstämmen am Stadttor, zog er ihn längs durch das kleine Loch. Da taten die Ulmer ihm nach und konnten ihr Münster doch noch fertig bauen.

Zur Erinnerung an das kluge Tier setzten sie ihm ein goldenes Denkmal hoch oben auf dem First des Münsterdachs. Dort kann man den Spatz von Ulm auch heute noch blinken sehen. Die Ulmer tragen seitdem den Spitznamen „Spatzen”

Sonstige Juwelen der Stadt

ahh…da war noch was….genau das Donaufest findet zur Zeit statt…

Deutschland-Tour (Tag 1)

05. Juli 2026

Wohlen – Ulm (312 km)

Nachdem alles gepackt und Ordnung im Haus war, wurde die Haustüre zugezogen, aufgestiegen, Motor gestartet und in den sonnigen Tag gestartet.

Überraschenderweise hatte es sehr wenig Verkehr und die Temperatur war fahrergerecht.

Mittagspause unter grossen Linden mit angenehmer Brise.

Ein weiteres Fotomotiv kam mit der Burg Hohenzollern. Leider sind die Internetbilder imposanter wie meine….und der Eintrittspreis von € 29 hielt uns davon ab, das Gemäuer genauer anzuschauen.

Beim Schloss Lichtenstein sah die ganze Sache anders aus. Mit dem Rentnerrabatt konnten wir uns den Eintritt leisten🤭.

Für die letzten hundert Kilometer begleiteten uns dunklere Wolken, die jedoch Gnade walten liessen bis wir im Hotel waren. Danach zog ein kurzer aber heftiger Schauer über Ulm.

Nachtessen in einem bayrischen Lokal….es hätte für 6 Personen gereicht.