Die Reise neigt sich dem Ende zu…wir fuhren heute zum zweitletzten Etappenort nach Verona. Dabei wollten wir am Stausee Lago di Valsvestino vorbei an den Gardasee fahren und diesen umrunden.
Lago di Valvestino……Wasserstand tief……oder zu hoch?
Doch schon in Riva del Garda haben wir diesen Plan geändert und sind weg vom See. Der Grund dafür lag im Verkehr…Ferienzeit = Stauzeit.
Lago di Garda
Die Temperaturen sind inzwischen auch deutlich zurück gegangen und damit war das Motorradfahren wieder sehr angenehm.
Ono Degno – Passo Croce Domini – Lago Idro (158km)
Nach dem gestrigen Gewitter zeigte sich der Himmel heute strahlend blau. Zu diesem Anblick gesellte sich ein kleines aber feines Morgenbuffet, das mit sehr vielen selbstgemachten Produkten auftrumpfte.
AvenoneCornablaccaWiesenblumenFrühstück mit Aussicht
Unsere Agriturismo war nicht zufällig gewählt, sondern ganz bewusst um das soziale Feingefühl für Mitmenschen wieder zu schärfen.
Lothar, ein Motorradkollege arbeitet auf einem Campingplatz am Lago Idro, da war ein Besuch fast Pflicht. Im Vorfeld hatten wir schon Kontakt und heute fuhren wir nun die Tour zusammen.
Zuerst aufwärmen nahmen wir uns den Passo del Maniva unter die Räder. Von dort aus zum Passo Croce Domini, an dem seinerzeit Röbi Weiersmüller verunglückte. Wie damals sind auch heute etwa 6km nicht asphaltiert. Diesmal aber waren die Steine und die Gräben durch das Unwetter vor zwei Tagen etwas ausgeprägter. War aber nicht so dramatisch, die weltbeste Sozia nahm es relativ gelassen. Die Fahrt führte uns weiter nach Bagolino und auf einer anderen Route zurück zum Passo del Maniva.
Anfahrt zum Croce Domini……mit Gardasee im HintergrundPasshöhe… …Croce DominiBagnolino
Beim Mittagsrast wurde die Sozialkompetenz wieder etwas aufgebaut und flugs war es Zeit den Weg Richtung Lago Idro anzutreten. Gemäss Lothar eine Fahrt mit grossartigem Ausblick.
Kurz nach der Abfahrt folgte schon Schotter, gepaart mit einer etwas engeren ungesicherten Fahrbahn. Kein Problem, obwohl die senkrecht abfallenden Wände auf der Talseite doch recht beeindruckend waren. So ging es munter weiter, Lothar voraus wir brav hinten nach. Wasserlöcher, grössere Felsbrocken und Gräben wurden Motorradgerecht umfahren. Doch dann kam ein Wasserloch das etwas grösser war und sich nicht umfahren liess. Unser Kollege, mutig wie immer, stach rein und…blieb mit dem Vorderrad im Schlamm stecken. Gemeinsam lösten wir sein Problem…aber nun kam meines…nur nicht stecken bleiben und umkippen…hat geklappt. Der Rest der Strecke war eng und mit Ästen und Laub übersät. Auch hier ein Lob an die weltbeste Sozia…gelassen im Sattel gesessen und sich von den Gräben und Steinen massieren lassen. Im Nachgang habe ich herausgefunden, dass es der Passo della Spina war.
Passo della Spina……nicht jedermanns……Sache
Am Lago Idro besichtigten wir den Campingplatz, welcher bis auf den letzten Platz gefüllt war…Ein Drink zum Abschied und das Versprechen bald wieder zusammen zu fahren rundeten den Tag ab. Dass es immer noch Mängel beim sozialen Feingefühl gibt, zeigte sich beim Schreiben dieser Zeilen…Wir haben kein Foto zusammen mit Lothar gemacht 😔.
Lago Idro von der Pass-Seite……und der gegenüberliegenden Seite
Heute machten wir einen weiteren Schritt Richtung Heimat. Vom Tal der Motoren ging es heute in die Berge zu unserem Agriturismo, welches wirklich an einem Ort steht, wo sich Hasen und Füchse „Gute Nacht“ sagen.
Bei der Abfahrt gab es zunächst grosse Augen. In unserer Fahrtrichtung sahen wir schwarze Wolken, Blitze und schon bald spürten wir die ersten Tropfen. Spontan änderten wir die Richtung um das Gewitter zu umfahren, was uns souverän gelang. Allerdings sahen wir auf dem ganzen Weg, dass schwere Gewitter und Hagel in der letzten Nacht ziemliche Schäden angerichtet hatten.
Gewitterzelle auf unserem Weg
Noch ein Novum sah ich heute…Der Fluss Po führte einmal richtig viel Wasser. Als wir den Fluss auf einer ramponierten Brücke überqueren mussten, sahen wir die neue Stahlbrücke mit welcher man wohl vor Jahren begonnen hatte. Was auch immer passiert ist, man hat den Bau eingestellt und nun rostet sie vor sich hin.
nicht vollendete Bogenbrücke über den Fluss Po
Am Gardasee vorbei ging es nun auf engen Bergstrassen aufwärts nach Ono Degno…die Ortschaften wurden weniger…ebenso die Häuser…und einsam an einem Hang stand unser Agriturismo umrahmt von Bergen und Wäldern.
Vorbei an……Belprato und……Avenone……zum Agriturismo……Piane…neue Gewitterwolken……mit Blitz und Donner
Ein Tag für und mit schnellen und teuren Autos (60km)
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Tiere. Genau genommen betrachteten wir Stiere und Pferde, oder anders ausgedrückt Lamborghini und Ferrari.
Erste Station die Werkstatt von Enzo Ferrari in Maranello. Ein sehr schön gemachtes Museum, welches mit seiner modernen Form gut zusammenpasst mit dem Geburtshaus und Werkstatt von Enzo Ferrari. Der Neubau soll übrigens die Motorhaube eines Rennwagens darstellen.
InternetbildGeburtshaus und Werkstätte……von Enzo Ferrari
Im Geburtshaus wurde neben vielen Fotos und Dokumenten sein Büro gezeigt.
Legendäre Fotos……und Büro des Chefs
Im neuen Teil sind wichtige Meilensteine der Ferrari Autogeschichte ausgestellt…
Schön gestaltetes Museum288 GTOF40F50SF90
Die Reise ging weiter im Tal der Motoren. Von Modena vorbei am Maserati Werk nach Maranello.
Im Museum von Maranello gibt es den Auto- und den Rennsportbereich. Beide Bereiche zeigen wichtige Stationen der Firma.
LaFerrariEinzelstück P80/CFXXF1 Rennwagen von Gilles Villeneuve
Nach so vielen Pferden ging es weiter zu den Bullen. Die Modellbezeichnungen sind Namen von legendären Kampfstieren.
In diesem eher kleinen Museum sah ich Kindheitsträume (Miura / Urraco) und Altersträume, wenn die Rente etwas höher ausgefallen wäre (Diablo / Countach)
Eine weitere Etappe nordwärts hatten wir heute vor uns. Diese führte uns via Abetone – Maranello (Sitz des Ferrari Rennstalls) – Fiorano (Ferrari Teststrecke) – Modena (Geburtsort Enzo Ferrari, Maserati Werk) nach Sant’Agagta (Lamborghini Wek). Also von der Geschichte der Zeit zur Geschichte der schnellen Autos. In der Umgebung produzieren noch mehrere namhafte Auto- und Motorradhersteller ihre edlen Teile.
Vor drei Monaten fuhren wir die Strecke in umgekehrter Richtung nach Livorno. Damals hielten wir in Abetone (1400m.ü.M) an und machten ein Foto. Im ganzen waren vielleicht 30 Personen auf dem Parkplatz zu sehen. Heute wimmlete es nur so von Motorradfahrern, Mountain-Biker, Wanderer usw. Schon weit vor dem Parkplatz war alles voll. Oben im Ort gab es keine Chance ein Parkplatz zu finden, geschweige denn ein Foto zu machen.
vor drei Monaten……beschaulicher Betrieb
Da wir quer über den Apenin fuhren, waren die Temperaturen recht angenehm und legten erst in der Ebene wieder zu.
Heute besuchten wir die Stadt Lucca. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist die komplett und gut erhaltene Stadtmauer aus der Renaissance.
Lucca mit der Stadtmauer und dem Aphitheater in der MitteStadtmauer, die komplett……begehbar ist
Bei einer Stadtführung erfuhren wir unter anderem, dass die Komponisten Puccini (Opern😳😳😳😳) und Boccherini. (https://youtu.be/kSE15tLBdso) aus Lucca stammten.
Giacomo PucciniLuigi BoccheriniEingangstor und……und schon die……erste KircheSan Michele in Foro……und sofort ein Selfieschöne und……gepflegte……Gassen……und schon die……nächste Kirche……mit Kunstwerk…und alte Villen
Die ehemaligen Ränge des Amphitheaters wurden zu Wohnraum umgebaut. Früher wurden hier Gladiatorenkämpfe und Exekutionen durchgeführt, heute ein einziger Restaurationsbetrieb.
Kannte man schon früher……bepflanzte Dachterrassen
Zu guter Letzt sahen wir noch den Duomo di San Martino. Ein Steinmetz nahm sich die Zeit um die Tätigkeiten pro Monat in Stein festzuhalten.
Duomo di San MartinoMonatiliche Arbeiten……in der unteren Reihealles klar??
Weiter nordwärts Richtung Heimat führte uns die heutige Etappe. Vorbei an S. Giminiano und Siena durch das Chianti-Gebiet bis in die Nähe von Florenz und Pisa. Diese Orte werden wir auf der Reise Italien 2.0 ab September besuchen.
Auf der rund 200km langen Fahrt starteten wir in typisch toskanischer Umgebung, wechselten dann in ein Gebiet das nur von Weizenfeldern bestimmt war und landeten schliesslich in einer Region in der mehrheitlich Reben zu sehen sind.
vorbei an Pienza……Castellina in Chianti……Zypressenwäldern mit vielen……verschiedenen……Eindrücken
Einmal pro Woche braucht man einen Tag der Ruhe. Heute war es soweit. Morgenessen, schwimmen, faulenzen, schwimmen, Apéro und Nachtessen, in etwa so kann die Tagesaktivität umschrieben werden.
Zum Auftakt des Tages gab es aber eine faustdicke Überraschung…dicker Neblel umhüllte die Landschaft…ungewöhnlich für uns…um 10 Uhr war der Spuk vorbei und Cerberus hatte den Kampf gewonnen.
Nebel eher……ungewöhnlich……in dieser JahreszeitBlick vom Liegestuhl ohne……und mit Badenixebest friends……im toskanischen……Abendlicht
Heute besuchten wir die Weinstadt Montepulciano. Von hier stammt der Rotwein Vino Nobile di Montepulciano und nicht etwa der Montepulciano d’Abruzzo. Der Unterschied liegt in der Rebsorte und dem Anbaugebiet.
Die Anfahrt führte vorbei an Rebenflächen, grossen Villen und wohin man auch schaut, man sieht die bekannte toskanische Landschaft.
toskanische Landschaft und..…Montepulciano im Hintergrund
Da der Ort wie üblich an einen Hügel gebaut wurde, gestaltete sich die Besichtigung eher schweisstreibend. In den Gassen drehte sich alles um Wein. Degustationen, Besichtigungen und Verkauf inklusive Gratislieferung…die Vielfalt der Weine war enorm…Wir mussten uns leider zurückhalten da Alkohol, Wärme und Motorradfahren nicht zusammenpassen.
Montepulciano
Gegen Mittag fuhren wir nach Castiglione del Lago am Lago Trasimeno. Mit der gut erhaltenen Stadtmauer und der Burg präsentierte sich der Ort ganz mittelalterlich. In Zentrum dominierte auch hier der Wein.
Casteglione del Lago
Für heute hatten wir genug gesehen, daneben lockte der Hotelpool mit einer willkommenen Abkühlung. Im Liegestuhl beobachteten wir die Schwalben auf der Jagd nach Beute…
Heute verliessen wir Avezzano, welches 4km entfernt vom ehemaligen Fuciner See liegt. Der 155km2 grosse See war ringsum von Bergen eingerahmt und hatte keine natürlichen Abfluss. Dies führte zu erheblichen Pegelschwankungen und Überschwemmungen. Früh schon kam die Idee auf, den See trocken zu legen. Ab 1854 wurde die Planung, unter der Leitung des Schweizers Franz Mayor de Montricher, vorangetrieben. 1862 begannen die Arbeiten für den Kanal und 1870 fand die dritte und letzte Leerung statt. Bis 1875 war das Gebiet trockengelegt und konnte als Kulturland gebraucht werden. Heute ist das Fuciner Becken eine der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Gegenden Italiens.
Fuciner Becken (Bild NASA)(Bild Internet)
Durch die Provinz Abruzzen, führte der Weg nach Umbrien. Zwischendurch musste noch getankt werden, wo wir einen redseligen und motorradbegeisterten Garagier/Tankwart trafen. Kurzerhand zeigte er uns seine Schätze in der Garage…BMW GS mit 100’000km bei welcher der Kardan den Geist aufgab. Stolz präsentierte er das defekte Teil und zeigte die Reparatur. Ausserdem standen verschiedene Vespa aus diversen Epochen, sowie ein Smart und ein Porsche 924 rum. Als ich mit grossen Augen dastand, erklärte er, dass er alles reparieren könne…So einen suche ich noch in der Schweiz!!!
Dass Umbrien die Nachbarprovinz von Toskana ist unschwer zu übersehen. Wir tauchten ein in eine ganz andere Gegend. Ebenfalls ist die Nähe zu Rom auch spürbar…hier ist der Geldeinfluss spürbar. Stattliche Häuser und Villen, saubere Strassen und gepflegte Orte.
die Orte Baschi…und AmeliaToskana lässt grüssenschönes Anwesen mit grosszügiger Auffahrt……da sieht man den Besuch schon von Weitem 😀
Unsere neue Unterkunft liegt in Umbrien an der Grenze zur Toskana.
Restaurant……mit……Weitblick……und Sonnenuntergangzum Wohl