Italien – Tag 98

Verona (0km)

Nachdem wir den gestrigen Nachmittag noch am Po ol verbracht hatten, stand heute mit der Stadt Verona das volle Kulturprogramm im Fokus.

Vom Taxistand aus war die Arena von Verona schon sichtbar. Beindruckendes Gemäuer von aussen…leider ist alles überstellt von Requisiten für die verschiedenen Opern, denn die Festspiele finden zur Zeit zum hundertsten mal statt. Unglaublich mit wieviel Aufwand jeden Tag umgebaut wird. Mit einem mobilen Kran werden die einzelnen Teile über das Gebäude in die Arena gehievt.

Anschliessend reihten wir uns ein in die Prozession entlang der Ladenstrassen…Gucci, Dolce-Gabbana, Rolex…alle lockten mit „Saldi“ und trotzdem reichte es noch nicht zum einkaufen.

Was zu Verona gehört wie die Luft zum atmen ist der Balkon von Julia, aus dem Roman Romeo und Julia…klar das wir den auch sehen wollten…mit tausend anderen zusammen…schön brav in der Reihe anstehen und im Gänsemarsch am Balkon vorbei…

Nach soviel Herzschmerz musste etwas gefuttert werden…in dieser Stadt hat man die Qual der Wahl…selten habe ich so viele Restaurants an einem Ort gesehen und alle voll mit Touristen. Die Erwartungen waren dementsprechend eher gering, was den Service und die Speisen betraf. Doch wir wurden völlig überrascht…Perfekter Service und excellentes Essen…diese Kombination hatten wir bis jetzt nur einmal erlebt.

Zum Kulturprogramm gehörte natürlich der Besuch der Oper „Nabucco“. Zugegeben nicht gerade meine Stilrichtung, aber wenn schon Verona, dann richtig.

Der Gefangenenchor war der Höhepunkt der Oper…es wurde so lange applaudiert bis das Orchester und der Chor das Stück noch einmal wiederholten…Beeindruckend, alles ohne Mikrofon und Lautsprecher!!! https://youtu.be/nFsljT1362s.

Die Oper begann um 21.15 Uhr und nach jedem Akt wurde 20 Minuten umgebaut…Ende der Vorstellung weit über Mitternacht. Ein Erlebnis, welches Spuren hinterlässt.

Italien – Tag 97

Ono Degno – Verona (157km)

Die Reise neigt sich dem Ende zu…wir fuhren heute zum zweitletzten Etappenort nach Verona. Dabei wollten wir am Stausee Lago di Valsvestino vorbei an den Gardasee fahren und diesen umrunden.

Doch schon in Riva del Garda haben wir diesen Plan geändert und sind weg vom See. Der Grund dafür lag im Verkehr…Ferienzeit = Stauzeit.

Die Temperaturen sind inzwischen auch deutlich zurück gegangen und damit war das Motorradfahren wieder sehr angenehm.


Italien – Tag 96

Ono Degno – Passo Croce Domini – Lago Idro (158km)

Nach dem gestrigen Gewitter zeigte sich der Himmel heute strahlend blau. Zu diesem Anblick gesellte sich ein kleines aber feines Morgenbuffet, das mit sehr vielen selbstgemachten Produkten auftrumpfte.

Unsere Agriturismo war nicht zufällig gewählt, sondern ganz bewusst um das soziale Feingefühl für Mitmenschen wieder zu schärfen.

Lothar, ein Motorradkollege arbeitet auf einem Campingplatz am Lago Idro, da war ein Besuch fast Pflicht. Im Vorfeld hatten wir schon Kontakt und heute fuhren wir nun die Tour zusammen.

Zuerst aufwärmen nahmen wir uns den Passo del Maniva unter die Räder. Von dort aus zum Passo Croce Domini, an dem seinerzeit Röbi Weiersmüller verunglückte. Wie damals sind auch heute etwa 6km nicht asphaltiert. Diesmal aber waren die Steine und die Gräben durch das Unwetter vor zwei Tagen etwas ausgeprägter. War aber nicht so dramatisch, die weltbeste Sozia nahm es relativ gelassen. Die Fahrt führte uns weiter nach Bagolino und auf einer anderen Route zurück zum Passo del Maniva.

Beim Mittagsrast wurde die Sozialkompetenz wieder etwas aufgebaut und flugs war es Zeit den Weg Richtung Lago Idro anzutreten. Gemäss Lothar eine Fahrt mit grossartigem Ausblick.

Kurz nach der Abfahrt folgte schon Schotter, gepaart mit einer etwas engeren ungesicherten Fahrbahn. Kein Problem, obwohl die senkrecht abfallenden Wände auf der Talseite doch recht beeindruckend waren. So ging es munter weiter, Lothar voraus wir brav hinten nach. Wasserlöcher, grössere Felsbrocken und Gräben wurden Motorradgerecht umfahren. Doch dann kam ein Wasserloch das etwas grösser war und sich nicht umfahren liess. Unser Kollege, mutig wie immer, stach rein und…blieb mit dem Vorderrad im Schlamm stecken. Gemeinsam lösten wir sein Problem…aber nun kam meines…nur nicht stecken bleiben und umkippen…hat geklappt. Der Rest der Strecke war eng und mit Ästen und Laub übersät. Auch hier ein Lob an die weltbeste Sozia…gelassen im Sattel gesessen und sich von den Gräben und Steinen massieren lassen. Im Nachgang habe ich herausgefunden, dass es der Passo della Spina war.

Am Lago Idro besichtigten wir den Campingplatz, welcher bis auf den letzten Platz gefüllt war…Ein Drink zum Abschied und das Versprechen bald wieder zusammen zu fahren rundeten den Tag ab. Dass es immer noch Mängel beim sozialen Feingefühl gibt, zeigte sich beim Schreiben dieser Zeilen…Wir haben kein Foto zusammen mit Lothar gemacht 😔.



Italien – Tag 95

Santa’Agata – Ono Degno (202km)

Heute machten wir einen weiteren Schritt Richtung Heimat. Vom Tal der Motoren ging es heute in die Berge zu unserem Agriturismo, welches wirklich an einem Ort steht, wo sich Hasen und Füchse „Gute Nacht“ sagen.

Bei der Abfahrt gab es zunächst grosse Augen. In unserer Fahrtrichtung   sahen wir schwarze Wolken, Blitze und schon bald spürten wir die ersten Tropfen. Spontan änderten wir die Richtung um das Gewitter zu umfahren, was uns souverän gelang. Allerdings sahen wir auf dem ganzen Weg, dass schwere Gewitter und Hagel in der letzten Nacht ziemliche Schäden angerichtet hatten.

Noch ein Novum sah ich heute…Der Fluss Po führte einmal richtig viel Wasser. Als wir den Fluss auf einer ramponierten Brücke überqueren mussten, sahen wir die neue Stahlbrücke mit welcher man wohl vor Jahren begonnen hatte. Was auch immer passiert ist, man hat den Bau eingestellt und nun rostet sie vor sich hin.

Am Gardasee vorbei ging es nun auf engen Bergstrassen aufwärts nach Ono Degno…die Ortschaften wurden weniger…ebenso die Häuser…und einsam an einem Hang stand unser Agriturismo umrahmt von Bergen und Wäldern.


Italien – Tag 94

Ein Tag für und mit schnellen und teuren Autos (60km)

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Tiere. Genau genommen betrachteten wir Stiere und Pferde, oder anders ausgedrückt Lamborghini und Ferrari.

Erste Station die Werkstatt von Enzo Ferrari in Maranello. Ein sehr schön gemachtes Museum, welches mit seiner modernen Form gut zusammenpasst mit dem Geburtshaus und Werkstatt von Enzo Ferrari. Der Neubau soll übrigens die Motorhaube eines Rennwagens darstellen.

Im Geburtshaus wurde neben vielen Fotos und Dokumenten sein Büro gezeigt.

Im neuen Teil sind wichtige Meilensteine der Ferrari Autogeschichte ausgestellt…

Die Reise ging weiter im Tal der Motoren. Von Modena vorbei am Maserati Werk nach Maranello.

Im Museum von Maranello gibt es den Auto- und den Rennsportbereich. Beide Bereiche zeigen wichtige Stationen der Firma.

Nach so vielen Pferden ging es weiter zu den Bullen. Die Modellbezeichnungen sind Namen von legendären Kampfstieren.

In diesem eher kleinen Museum sah ich Kindheitsträume (Miura / Urraco) und Altersträume, wenn die Rente etwas höher ausgefallen wäre (Diablo / Countach)

Weitere Hochkaräter

Italien – Tag 93

Fucecchio – Sant’Agata Bolognese (189km)

Eine weitere Etappe nordwärts hatten wir heute vor uns. Diese führte uns via Abetone – Maranello (Sitz des Ferrari Rennstalls) – Fiorano (Ferrari Teststrecke) – Modena (Geburtsort Enzo Ferrari, Maserati Werk) nach Sant’Agagta (Lamborghini Wek). Also von der Geschichte der Zeit zur Geschichte der schnellen Autos. In der Umgebung produzieren noch mehrere namhafte Auto- und Motorradhersteller ihre edlen Teile.

Vor drei Monaten fuhren wir die Strecke in umgekehrter Richtung nach Livorno. Damals hielten wir in Abetone (1400m.ü.M) an und machten ein Foto. Im ganzen waren vielleicht 30 Personen auf dem Parkplatz zu sehen. Heute wimmlete es nur so von Motorradfahrern, Mountain-Biker, Wanderer usw. Schon weit vor dem Parkplatz war alles voll. Oben im Ort gab es keine Chance ein Parkplatz zu finden, geschweige denn ein Foto zu machen.

Da wir quer über den Apenin fuhren, waren die Temperaturen recht angenehm und legten erst in der Ebene wieder zu.


Italien – Tag 92

Lucca ein Juwel von einer Stadt

Heute besuchten wir die Stadt Lucca. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist die komplett und gut erhaltene Stadtmauer aus der Renaissance.

Bei einer Stadtführung erfuhren wir unter anderem, dass die Komponisten Puccini (Opern😳😳😳😳) und Boccherini. (https://youtu.be/kSE15tLBdso) aus Lucca stammten.

Die ehemaligen Ränge des Amphitheaters wurden zu Wohnraum umgebaut. Früher wurden hier Gladiatorenkämpfe und Exekutionen durchgeführt, heute ein einziger Restaurationsbetrieb.

Zu guter Letzt sahen wir noch den Duomo di San Martino. Ein Steinmetz nahm sich die Zeit um die Tätigkeiten pro Monat in Stein festzuhalten.

Italien – Tag 91

Chiusi – Fucecchio (196km)

Weiter nordwärts Richtung Heimat führte uns die heutige Etappe. Vorbei an S. Giminiano und Siena durch das Chianti-Gebiet bis in die Nähe von Florenz und Pisa. Diese Orte werden wir auf der Reise Italien 2.0 ab September besuchen.

Auf der rund 200km langen Fahrt starteten wir in typisch toskanischer Umgebung, wechselten dann in ein Gebiet das nur von Weizenfeldern bestimmt war und landeten schliesslich in einer Region in der mehrheitlich Reben zu sehen sind.


Italien – Tag 90

Ein Tag der Ruhe (0km)

Einmal pro Woche braucht man einen Tag der Ruhe. Heute war es soweit. Morgenessen, schwimmen, faulenzen, schwimmen, Apéro und Nachtessen, in etwa so kann die Tagesaktivität umschrieben werden.

Zum Auftakt des Tages gab es aber eine faustdicke Überraschung…dicker Neblel umhüllte die Landschaft…ungewöhnlich für uns…um 10 Uhr war der Spuk vorbei und Cerberus hatte den Kampf gewonnen.

Italien – Tag 89

Montepulciano – Castiglione del Lago (81km)

Heute besuchten wir die Weinstadt Montepulciano. Von hier stammt der Rotwein Vino Nobile di Montepulciano und nicht etwa der Montepulciano d’Abruzzo. Der Unterschied liegt in der Rebsorte und dem Anbaugebiet.

Die Anfahrt führte vorbei an Rebenflächen, grossen Villen und wohin man auch schaut, man sieht die bekannte toskanische Landschaft.

Da der Ort wie üblich an einen Hügel gebaut wurde, gestaltete sich die Besichtigung eher schweisstreibend. In den Gassen drehte sich alles um Wein. Degustationen, Besichtigungen und Verkauf inklusive Gratislieferung…die Vielfalt der Weine war enorm…Wir mussten uns leider zurückhalten da Alkohol, Wärme und Motorradfahren nicht zusammenpassen.

Gegen Mittag fuhren wir nach Castiglione del Lago am Lago Trasimeno. Mit der gut erhaltenen Stadtmauer und der Burg präsentierte sich der Ort ganz mittelalterlich. In Zentrum dominierte auch hier der Wein.

Für heute hatten wir genug gesehen, daneben lockte der Hotelpool mit einer willkommenen Abkühlung. Im Liegestuhl beobachteten wir die Schwalben auf der Jagd nach Beute…

…unser Nachtessen wurde bequemerweise serviert😀