Korsika / Italien – Tag 1

Wohlen – Trento (400km)

Samstag 11. Mai 2024

Dass unser letztjähriger Italientrip so jäh abgebrochen wurde, akzeptieren wir so nicht. Jetzt machen wir uns noch einmal auf die Reise in den Süden, damit unser Projekt einen würdigen Abschluss findet.

Genau wie zu Beginn unseres Abenteuers 2023, starten wir auch in diesem Jahr zusammen mit Rookie-Tours. Die erste Woche führt uns nach Korsika. Neu ist, dass es diesmal nicht 1 Gruppe mit fünf Teilnehmern ist, sondern gleich deren 3. Wir sind mal gespannt…

Los ging es um viertel vor neun mit dem obligatorischen Selfie.

Departure Selfie

Die Fahrt führte uns via Feldkirch nach Nüziders, wo wir Lothar (einen Rookie-Tours Kollegen) trafen. Er wird ebenfalls bei der Korsika Tour mit dabei sein.

Die Route führte uns via Arlbergpass, Reschenpass, Gampenpass, Bozen, nach Trento.

Idylle pur

Um 17 Uhr trafen wir als erste im Hotel Everest ein.

Vorteil…wir konnten den Parkplatz in der Tiefgarage aussuchen, Nachteil…wir wurden komplett zugeparkt.

Nach und nach trafen auch die anderen Teilnehmer ein, unter anderen ein paar altbekannte Gesichter. Nach einem Workshop gab es endlich was zu essen, wie gewohnt in Italien….buono buono……

Italien – Tag 131

Cesenatico – Wohlen (600 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück, bestellten wir ein Taxi nach Rimini zu Europcar. Die Reiseversicherung reservierte uns ein Mietauto für die Heimfahrt. Ebenfalls wurde ein Abschleppwagen für das Motorrad organisiert….Freude herrschte über die schnelle Organisation und die schweizer Perfektion.

Bei Europcar stand das Auto schon bereit, es fehlten nur noch der übliche Papierkram und die Kreditkarte für das Depot…aber oha…es werden keine Debitkreditkarten akzeptiert!!!

Ein Anruf bei der Versicherung mit der Bitte die Gewährleistung des Depots zu übernehmen, endete mit unendlichen Weiterverbindungen und noch mehr Telefonaten.

Schlussendlich kam der Höhepunkt. Übernahme des Depots wurde verweigert, WBS hätte mit dem Zug heimreisen können und ich müsste mich bei meiner Krankenversicherung melden, da ich ja krank geschrieben sei….Herrgottsakrament „Luja“ sag ich…

Inzwischen war es Mittag, im Hotel hatten wir ausgecheckt und eine Lösung unseres Problems lag in weiter Ferne.

Da fiel der Entscheid zur Heimfahrt mit dem Motorrad auf eigenes Risiko. Also wieder ein Taxi bestellt, zum Spital gefahren, umgezogen, Motor gestartet und ab auf die Autobahn. Der Gesprächslevel mit der weltbesten Sozia reduzierte sich auf ein Minimum.

Gegen 22 Uhr kamen wir in Wohlen an.

Der nächste Tag begann mit einem Besuch in der Augenklinik. Soweit alles gut, braucht nur noch etwas Zeit zum verheilen.

P.S. Reiseverischerung ebenfalls optimiert ;-), Rest der Reise wird ab 11. Mai 2024 fortgesetzt.

Italien – Tag 129

Cesenatico (0km)

Nachtrag zu gestern…auf dem Heimweg bemerkte ich einen Schatten auf dem rechten Auge…der ging auch mit Auge auswaschen nicht weg…Da ein Spital gerade in der Nähe des Hotels war, bin ich kurz hingegangen um die Sache abzuklären. Schnell drangekommen, auf dem Schragen platz genommen und meine Angaben gemacht…Kurz darauf durfte ich wieder runter vom Schragen mit 4 Papieren in der Hand und der Mitteilung, dass kein Augenarzt anwesend sei und ich morgen ins Spital nach Cesena fahren soll.

Heute fuhren wir also ins Spital nach Cesena…sofort wurde ich aufgerufen, Tropfen ins Auge und warten…in der Zwischenzeit wurden weitere drei Patienten versorgt. Nach einer Stunde, weitere Tropfen und wieder warten…nur war jetzt weder die Anmeldung besetzt, noch die Ärztin oder die Assistentin in der Nähe…ich befürchtete schon, dass die Feierabend gemacht haben.

Doch kurz vor dem Ende der Sprechstunde kamen sie wieder zurück und endlich wurde auch ich untersucht…Danach ernste Mienen und Erklärungen an die Weltbeste Sozia. Ein Riss in der Netzhaut, dass sofort mit Laser fixiert werden muss…klabonk…

War eher eine unangenehme Erfahrung…

Fazit: Motorrad fahren geht nicht mehr, ergo Reiseabbruch🤢🤢🤢🤢🤢

Mit dem Taxi zurück ins Hotel, wobei sich herausstellte, dass der Taxifahrer seine Kindheit in Wohlen, ca. 500m von meinem Haus entfernt verbracht hatte.

Der Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Stornierungen der gebuchten Hotels und organisieren des Rücktransports. Allianz war da sehr behilflich.

Nach diesem Nackenschlag gabs nur noch eins…ein feiner Apero

Italien – Tag 128

San Marino – Cesenatico (113km)

Ein letzter Blick zurück auf San Marino und schon waren wir wieder in Ialien.

Der Wegweiser nach Misano änderte unsere Route ganz spontan…dort befindet sich eine internationale Rennstrecke…und tatsächlich, schon von weitem hörten wir die Motoren. Kurzer Halt und ein bisschen zuschauen war Pflicht…es liefen die Trainings der italienischen Motorradmeisterschaft.

Das war aber noch nicht alles was mit Motorradsport zu tun hatte…nächster Halt Tavullia. Das ganze Dorf ist mit VR46 Flaggen geschmückt…Genau, das ist der Wohnort von Valentino Rossi. Wir besuchten den Fan-Shop und staunten, mit was man alles Geld machen kann. Valentino war leider nicht zu Hause, so fuhren wir weiter zu unserem Hotel nach Cesenatico an der Adria.

Man glaubt es kaum, aber die Strände an der Adria sind praktisch leer. Schönster Sonnenschein, 28 Grad Luft- und etwa 23 Grad Wassertemperatur, aber fast alle Hotels und Strandbars sind geschlossen. Keine kilometerlangen Sonnenschirm-Paraden…Gut für uns…


https://www.relive.cc/view/ vMv8gZxryNq

Italien – Tag 127

San Marino (0km)

Dass die Republik San Marino immer frei sein wollte, sahen wir heute eindrücklich an den Stadtmauern und den Wehrtürmen. Weder Päpste, Napoleon noch der König Emanuele konnten San Marino unterjochen… Der Staat hat einen starken Zustrom an Touristen, ist schuldenfrei und gehört zu den reichsten Ländern der Welt.

Wir nächtigten in einem eher einfacheren Hotel mitten in der Stadt. Der Besitzer erwies sich als herzensguter Mensch. Schon beim Zimmerbezug überhäufte er uns mit kleinen Andenken und Informationen über die Stadt.

Das hoteleigene Restaurant servierte uns hervorragende Speisen und beim bezahlen der Rechnung gab es noch einmal ein Geschenk…den besten Amaro, welchen wir bis jetzt hatten.

Die Stadt selber ist klein, überschaubar, hat viele Geschäfte und Restaurants für Touristen. Sie bietet alles für einen entspannenden Tag.

Das beste kommt zum Schluss, nämlich der Sonnenuntergang, Ob von der Burg, einer Bar oder einem Restaurant…es ist immer ein schöner Augenblick.

San Marino, ein Land das uns in guter Erinnerung bleiben wird.

Italien – Tag 126

Perugia – San Marino (188km)

Wir verabschieden uns von Perugia und machen uns auf den Weg zu einem weiteren UNESCO Weltkutlurerbe…dem Palazzo Ducale von Urbino.

Auf dem Weg dorthin fiel uns noch ein anderes Gebäude auf einem Hügel auf, das von weit her schon sichtbar war. Es handelte sich um die Kirche Santuario Madonna di Belvedere.

Um nach Urbino zu gelangen, mussten wir kurvenreich den Apenin überqueren.

Der Bau des Palazzo Ducale begann 1468 und wurde 70 Jahre später abgeschlossen. Es ist auch heute noch ein beeindruckendes Gebäude.

Die Weiterfahrt führte uns in ein neues Land…San Marino.

Seit jeher unabhängig, liessen sie sich 1861 nicht in das Königreich Italien integrieren und blieben unabhängig. Die Verfassung stammt aus dem Jahr 1600 und ist heute noch gültig. Aussergewöhnlich ist, dass San Marino zwei Staatsoberhäupter hat, die kollegial amtieren und nur für 6 Monate im Amt sind. Diese Regelung geht auf das Jahr 1200 zurück, welche darauf abzielte, dass die Personen an der Spitze des Staates nicht zu lange mit zuviel Macht ausgestattet werden. Zudem gilt der Euro als offizielle Währung obwohl San Marino nicht in der EU ist.


Italien – Tag 125

Perugia (0km)

Am heutigen Tag stand Perugia auf dem Programm. Vom Hotel aus haben wir die Stadt schon gesehen.

Perugia ist die Hauptstadt der Region Umbrien. Die auf dem Berg liegende Altstadt ist mehrheitlich vom Verkehr befreit. Um von den Parkplätzen der Unterstadt nach oben zu gelangen muss man einige Höhenmeter überwinden. Hier zeigte sich die Genialität dieser Stadt…Unten hat es einen Parkplatz für 3’000 Fahrzeuge und eine Art Monorail führt hinauf zur Altstadt…von dort kann man mit verschiedenen Rolltreppen zu den Gassen gelangen.

Von der Altstadt hat man einen fantastische Rundsicht auf die Gipfel des Apeningebirges und die umliegenden Dörfer.

Der anschliessende Stadtrundgang präsentierte enge Gassen mit schönen Details, die immer wieder einen Blick über die Stadt erlaubten.

In einer Kirche fielen uns die Fenster mit Glasmalerei auf, die mit dem Jahr 1565 datiert waren…ob dies noch die Originale sind???

Als wir in die Stadt kamen, öffnete gerade ein Imbisswagen mit einem ganzen Porchetta (Schweinekörper ohne Knochen, gerollt und gebraten)…echt beeindruckend, wer soll denn das alles essen…als wir die Stadt verliessen, war nur noch ein kleines Stück übrig…

Ein letzter Blick über die Dächer von Perugia…

Italien – Tag 124

Perugia – Assisi – Gubbio (126km)

Heute erkundeten wir die Umgebung von Perugia, namentlich Assisi. Dies ist der Geburtsort des heiligen Franziskus von Assisi, Gründer des Franziskaner-Ordens. Die Basilika ist eine gewaltige Kirche mit 2 Ebenen.

Nächster Halt Gubbio…auch eine Stadt, welche in einen extrem steilen Hang gebaut wurde. Auch hier wieder Treppen, steile und enge Gassen und natürlich Kirchen…doch etwas anderes lockte uns nach Gubbio…

…in Gubbio gibt es eine ganz spezielle Seilbahn, die zum Monte Ingino führt. Bei dieser Seilbahn steht man in einer Art Käfig…mal was anderes.

Oben auf dem Berg…Überraschung…eine Kirche. Ganz speziell, in einem Glassarg ist der Leichnam des heiligen Ubaldo aufgebahrt, der 1160 verstorben ist.

Bleibt eigentlich nur zu erwähnen, dass das Thermometer heute bescheidene 14 Grad anzeigte.

Italien – Tag 123

Florenz – Perugia (220km)

Ein kühler Morgen wartete auf uns und ein giftiger Wind pfiff um unsere Ohren. Nun, die Aussichten für den weiteren Verlauf des Tages sahen jedoch besser aus.

Interessant war, dass 15km ausserhalb der Stadt nur noch Aggrarflächen zu sehen waren.

Unsere Route führte durch die Berge und wo Berge sind, da stauen sich die Wolken. So kam es, dass wir nach langer Zeit wieder einmal im Regen fuhren. Doch in einer Höhe von 1000m kam noch die Kälte dazu…

Langsam verzogen sich die Regenwolken und wir kurvten leicht unterkühlt, aber recht entspannt Richtung Pieve Santo Stefano.

Als ich aus einer Haarnadelkurve heraus beschleunigte, tauchten plötzlich Autos und Motorräder mit eingeschalteten Warnblinker vor uns auf….Sch….Unfall…

Ein Kerl mit einer gelben Warnweste rannte auf uns zu und erklärte uns, dass hier gerade eine Fahrt von historischen Fahrzeugen stattfand… Wartezeit ca. 30 Minuten…

Ich nahm die Gelegenheit war und marschierte den aufgereihten Fahrzeugen nach…Egal ob Regen, Hagel oder Weltuntergang, bei diesem Anblick der Fahrzeuge ging für mich die Sonne auf und das Herz schlug im 2- und im 4-Takt. Dass alle Fahrzeuge eine Strassenzulassung hatten erstaunte mich noch mehr…

Nach gut einer halben Stunde fuhren wir, hinter dem Corso, den Pass runter.

Wie schon so oft fuhren wir durch antike Dörfer, welche sich zum Teil fotogen am Hang präsentierten.

Auf der weiteren Fahrt fielen uns kilometerlange Felder mit grossblättrigen Pflanzen auf…Einige Felder abgeerntet, andere im Blütenstand und wieder andere als Jungpflanzen…Weder die Weltbeste Sozia noch ich hatten eine Ahnung um was es sich hier handelt. Doch Google sei Dank, es gibt ja Flora Incognita. Die App informierte uns, dass es sich bei diesen Feldern um Tabakpflanzen handelte…wieder etwas gelernt.

Weiter zum Lago Trasimeno, den wir schon kannten und nach Perugia zu unserem Hotel.