Italien – Tag 122

Florenz (0km)

Wir verbrachten eine regnerische Nacht in unserem Zelt…ganz speziell, wenn man den Regen auf das Zeltdach prasseln hört…irgendwie gemütlich.

Um halb neun fuhren wir los in die Stadt, denn um zehn Uhr begann unsere Stadtführung. Auf den Plätzen vor dem Palazzo Vecchio und dem Dom waren erst einige Touristen. Das sollte sich aber gegen Mittag ändern.

Morgenessen in der Stadt, hatten wir auch noch nie…

Die Führung gab Einblicke in die Geschichte der Familie Medici, welche die Geschichte von Florenz während 300 Jahren beherrschte.

In den engen Gassen sahen wir unteranderem das Haus des Handels, das rundherum 14 Statuen mit allen Berufsgattungen zeigte…vorbei am Mahnmal für die Opfer des Georgofili Massakers, welches am 27.3.93 durch die Mafia verübt wurde.

Wir erfuhren einiges über Leonardo Davinci…sahen den Palazzo Vecchio und dann eine Kopie der berühmtesten aller Statuen…David von Michelangelo. Diese entstand in 3 jähriger Arbeit und wurde aus einem Marmorblock gefertigt. Sie ist 5m hoch und wiegt rund sechs Tonnen.

Ebenfalls hörten wir die Geschichte eines weiteren bekannten Bürgers von Florenz…Dante Alighieri ein Dichter und Philosoph welcher heute als Vater der italienischen Sprache gilt.

Zum Schluss erfuhren wir interessante Details zum Dom und der Taufkirche. Die Taufkirche hat drei Bronzeportale aus dem 14. und 15. Jahrhundert welche einen Höhepunkt der Bildhauerkunst darstellten. Erstmals wurden dreidimensionale Bilder hergestellt. Heute sind die Originale in einem Museum ausgestellt und durch vergoldete Bronzekopien ersetzt.

Nach dem Rundgang fuhren wir noch zum Piazzale Michelangelo von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt hatte…geheimer Tipp…der Sonnenuntergang muss ganz schön sein…

Den Nachmittag verbrachten wir am Pool um uns ein wenig auszuruhen, damit wir uns am Abend den geheimen Tipp noch anschauen konnten.

Italien – Tag 121

Florenz (0km)

Eine Nacht im Zelt…wie ich gestern schon bemerkt habe, gibt es viele Vorteile…heute morgen waren mir auch die Nachteile bekannt. Die Temperaturen fallen schon ziemlich ab in der Nacht…es wird im Zelt empfindlich kühl…wo es kühl wird, da ist keine Isolation und der Strassenlärm weckte uns ein bisschen früher als normal.

Aber kein Problem für uns…wir haben Freude an unserem temporären Zuhause.

Start zur Erkundung der Stadt Florenz war um zehn Uhr. Mit dem Camping Shuttle Bus wurden wir in die Nähe des Zentrums gefahren. Die Stadt ist voller Roller…klar, die Innenstadt ist für Autos gesperrt. Auffallend war nur, wie schön alle parkiert hatten.

Ein kleiner Fussmarsch und schon waren wir in der Stadt. Die Medicis die im Mittelalter zu einer der reichsten und mächtigsten Familie in Italien gehörten. In dieser Zeit errichteten sie Kirchen und Paläste immer in Konkurrenz mit der Stadt Rom.

Beim Palazzo Vecchio gab es verschiedene Statuen zu sehen, wobei jene von Perseus mit dem Kopf von Medusa schon recht urig war.

Das Wahrzeichen von Florenz, die Ponte Vecchio überquerten wir auch und staunten, dass es über die ganze Brücke eigentlich nur Goldläden gab. Nichts für arme Pensionäre, also ab zum Apero…der jedoch wurde auch mit Gold aufgewogen…Der Geist der Medicis liegt wohl immer noch in der Luft.

Eine Traube Touristen weckte unser Interesse…sie alle wollten Fotos mit einer Wildsau aus Bronze machen. Es handelt sich hier um eine der populärsten Skulpturen von Florenz. Das berühren der Nase soll angeblich Glück bringen…man beachte die Stelle glänzt durch das polieren der Hände…Im Petersdom gibt es auch eine Bronzestautue des heiligen Petrus. Dort berührten die Besucher die Füsse der Statue…Schweiss und Berührung führten dazu, dass die Zehen kaum mehr sichtbar sind. Heute darf die Statue nicht mehr berührt werden.

Die Kathedrale Santa Maria del Fiore wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Die schiere Grösse des Bauwerks erschlägt den Besucher fast. Die Kathedrale ist 153m lang, 38m breit (90m im Querschiff) und mit der Kuppel 114m hoch. Alleine die Kuppel hat einen Durchmesser von 45m und gilt somit als die Grösste der Welt.

Italien – Tag 120

Pisa – Florenz (157km)

Heute fanden zwei Premieren statt…in der Nacht wurden wir geweckt durch komische Geräusche. Das schlaftrunkene Auge registrierte Blitze und die Geräusche entpuppten sich als Donnergrollen. Ein Gewitter in der Nacht, dass habe ich schon seit längerem nicht mehr erlebt.

Nach dem feinen Frühstück (🤢) mit Aufback-Brötchen welche nicht aufgebacken wurden und somit ungeniessbar waren, packten wir unsere Siebensachen und machten uns auf den Weg nach Florenz.

Bei Borgo a Mozzano bestaunten wir die Ponte della Maddalena aus dem 14. Jahrhundert, die den Fluss Serchio überquert. Die Brücke war Teil der Via Francigena, die Pilger von Frankreich her, auf ihrem Weg nach Rom zur Grabstätte der Apostel Petrus und Paulus, nutzten.

Durch hügeliges Gebiet ging die Fahrt weiter nach Pistoia.

Hier reiht sich ein Baum- und Pflanzenbetrieb an den andern. Über mehrere Kilometer sahen wir Form- und Fruchtbäume, Sträucher, Palmen…einfach alles was in einem Garten wachsen kann.

In Florenz angekommen, kam es zu unserer zweiten Premiere…Wir übernachten auf einem Campingplatz in einem Zelt…das ganze nennt sich Glamping…was für ein übelzeitiges Wort.

Vorteil, es ist alles an einem Ort…Restaurant, Wasch- und Einkaufsmöglichkeit. Die Zelte sind sogar besser ausgestattet wie einige Hotelzimmer…alles durchdacht und auf kleinstem Raum…ich glaube der erste Schritt zum Wohnmobil wurde heute gemacht…😂😂😂😂


Italien – Tag 119

Pisa (0km)

Erster Termin nach dem Frühstück war Haare schneiden. Roberto der Coiffeur verstand auch ohne viel Worte was und wie ich es wollte. Fazit…er hat seine Sache gut gemacht…Fahrer froh, Weltbeste Sozia auch.

Frisch gestylt wollten wir uns den Turm bei Tag ansehen…Eine ganze Schiffsladung wollte dies auch…und alle wollen den Turm stützen!!!

Man kann den Turm fotografieren so viel man will, die tatsächliche Schieflage wird auf dem Bild nicht wirklich ersichtlich. Auf jeden Fall haben wir wieder einmal über die Baukunst der Antike gestaunt…gut der Turm ist abgesoffen, aber hätten die Erbauer damals schon gewusst wie bekannt ihr Gebäude einst wird und wie viele Touristen diesen jeden Tag besuchen…sie wären platt gewesen vor Freude.

Die Piazza dei Miracoli besteht aus dem Turm, dem Dom Santa Maria Assunta und dem Babtisterium (Taufkirche).

Weiter führte uns der Weg in die Innenstadt. Vorbei an der Kirche Santa Maria della Spina, die ursprünglich auf dem Kiesbett des Arno gestanden hat. Mehrmals musste die Kirche wegen Hochwasser restauriert werden. Daher entschied man sich 1871 die Kirche zu demontieren und an einer höher gelegene Stelle des Arnoufers neu aufzubauen.

Der Spaziergang führte uns vorbei an der Piazza dei Cavalieri, früher der Platz des römischen Forums.

Schlusspunkt bildete der Fluss Arno, welcher durch die Stadt fliesst.

Italien – Tag 118

Siena – Volterra – Pisa (151km)

Egal wo wir hinfahren, überall hat es historische Städte. Kurz nach der Abfahrt passierten wir Monteriggioni. Gestern sind wir vorbei gefahren, heute haben wir diesen Ort besucht. Monteriggioni beherbergt rund 10’000 Einwohner und ist komplett mit einer Stadtmauer und Wehrtürmen umgeben…sehr klein, aber ganz gut im Schuss.

Weiter nach Volterra…eine Stadt, die auf einem windigen Bergrücken thront mit Blick auf die sienesischen Hügel. Die Aussicht ist fantastisch, obwohl sich die Landschaft zur Zeit gerade im Ruhezustand befindet.

Die Fahrt führte über abgeerntetes Land und je näher wir Pisa kamen, desto grüner wurde es.

In Pisa angekommen, fuhren wir zu unserem Hotel, das sich in einer Fussgängerzone befindet. Wir mussten ja einchecken, also fuhren wir direkt vors Hotel…kleine Gesichtsentgleisungen sowohl bei den Fussgängern wie beim Hotelpersonal war inklusive…ABSOLUTES Fahrverbot…

Kleiner Spaziergang vor dem Essen…

Vor dem Gang in die Kemenate, schauten wir uns noch den schiefen Turm an…einfach beeindurckend.


Italien – Tag 117

San Gimignano – Siena (113km)

…ja der Rauch hat sich verzogen und nein wir haben nichts vom Erdbeben in der Toskana gespürt. Soweit die aktuellsten Neuigkeiten.

Unsere erste Station hiess San Gimignano, Eine Kleinstadt mit einem mittelalterlichen Stadtkern. San Gimignano wird auch Manhattan der Toskana genannt. Auch hier wurden, wie in Bologna, Türme fürs Prestige gebaut. Der Stadtkern ist seit 1990 Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Das Städtchen ist sehr hübsch renoviert und vollkommen auf den Tourismus ausgelegt. Mehrere Hundert Besucher strömten mit uns zum Eingangstor…Auch wir haben einen armen Souvenierverkäufer unterstützt und unseren Haushalt ein bisschen aufgerüstet…

Nach einer kleinen Erfrischung zog es uns zum Sightseeing nach Siena.

Dabei fuhren wir an Monteriggioni vorbei. Vom Dorf sieht man allerdings nichts, denn es ist komplett mit einer Stadtmauer und Wehrtürmen umgeben

In Siena das gleiche Bild wie in San Gimignano…die ganzen Gassen voller Besucher.

Auch Siena gehört zum Weltkulturerbe und gilt als eine der schönsten Städte der Toskana. Siena ist Sitz der Banca Monte dei Paschi di Siena, der ältesten noch existierenden Bank der Welt, die gleichzeitig die drittgrösste Bank Italiens ist.

Als weiteren Fotopunkt ist die Piazza del Campo bekannt.

Italien – Tag 116

Albarese – Montaperti (237km)

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Toskana und deren bekannten Bildern. Wir wollten diese „Bilder“ selber sehen und erleben, wohlwissend, dass wir zur falschen Fotozeit an diesen Orten sein werden.

Das Val d’Orcia liegt im südlichen Teil der Provinz Siena. Seit 2004 gehört dieses Tal zum UNESCO Welterbe.

Gegen zehn Uhr verabschiedeten wir uns vom Agriturismo und fuhren Richtung Pienza.

Schon auf dem Weg ins Orciatal wurden wir von der Landschaft verwöhnt.

In Pienza hielten wir an um unseren Durst zu stillen…nicht ganz einfach bei so vielen Touristen.

Aber wo viele Touristen sind, da muss was los sein. Also machten wir uns auf in die Altstadt…und tatsächlich fand ein altertümlicher Markt statt. Neben Pecorinokäse gab es sonst noch jene Köstlichkeiten zum kaufen und eine Falknerei stellte ihre gefiederten Stars aus.

Von Pienza ging es weiter zu unserem nächsten Hotel in der Nähe von Siena. Auch auf den letzten Kilometern sahen wir die Toskanamotive in Hülle und Fülle.

Da das hoteleigene Restaurant geschlossen hatte, gab es von der Rezeptionistin eine Empfehlung…etwa 10 Minuten Fahrzeit. Den Tipp nahmen wir gerne an und fuhren los. BMW Navi sagte 20 Minuten Fahrzeit und so war es auch, ausserdem noch recht kurvenreich.

Fein gegessen mit Ossobucco, Schmorfleisch und Polenta waren für einmal etwas andere Gerichte auf der Speisekarte.

Vor der Heimfahrt zeigte mir die WbS noch den Weg auf Google…10 Minuten, mehrheitlich geradeaus. BMW Navi noch einmal neu programmiert…20 Minuten. WbS meinte, wir müssten laut Google in die andere Richtung fahren…nochmals ein Check mit dem BMW Navi…keine andere Richtung, da sind meine Sicherungen durchgebrannt…du kannst 10 verschiedene Geräte haben, keines zeigt die gleiche Route…ich pflaumte die Sozia an, ob sie auch die richtige Adresse eingegeben hätte…keine Antwort von hinten…uups…dünnes Eis. Weiter vorne sah ich ein Verkehrsschild nach Siena und bin dann einfach losgefahren…die Strecke führte auf die Autobahn und jetzt war auch klar, warum wir unterschiedliche Routen hatten. Im Hotel angekommen, wurde das Motorrad geparkt und verschlossen…WbS stapfte von dannen Richtung Zimmer…neue Erkenntnis…sehr, sehr dünnes Eis…nun der Rauch wird sich morgen wieder verzogen haben, aber eines ist sicher…diese jämmerliche BMW Navi und ich werden nie Freunde…


Italien – Tag 115

Ein Nachmittag am Strand (20km)

Um 07.00 weckte uns ein blutroter Himmel…ein eindeutiges Zeichen, dass die Tage kürzer werden.

Der Morgen wurde genützt um den weiteren Verlauf unserer Reise zu planen und Hotels zu buchen.

Am Nachmittag fuhren wir zum Strand von Albarese, welcher im Nationalpark der Maremma liegt. Am kilometerlangen Sandstrand findet man viel Treibholz, welches dazu benutzt wird ein schattenspendendes Dach zu bauen…sonst gibt es nichts…keine Liegen…keine Bar…keine Sonnenschirme und zum Teil auch keine Badekleider😳.

Gegen 15 Uhr ein leichter Schauer…hatten wir schon lange nicht mehr…Rückzug ins Hotel mit Apero…

Italien – Tag 114

Alberese (30km)

Die Hektik hat deutlich abgenommen…es stehen keine Termine für Besichtigungen an.

Entspannt frühstücken und die Weiterreise planen…Internetsuche…Rezensionen lesen…etc.

Am Nachmittag sind wir doch noch losgefahren, wir wollten das Meer sehen. Auf der Fahrt weckte ein Tier am Strassenrand unser Interesse…

gemäss unserer Recherche müsste es sich um ein Nutria handeln.

Kleiner Spaziergang in Talamone und…

…noch ein paar Toskana-Motive im goldenen Licht aufgenommen.

Eine mehrheitlich aus Frauen bestehende Feier zur Pension, begleitete schwatzend, tanzend und singend unser Abendessen…

Italien – Tag 113

Rom – Alberese (216km)

Heute ging unser Familienausflug zu Ende. Doch bevor wir alle wieder in unterschiedliche Richtungen abreisen, wollten wir es noch einmal wissen…und auf die Kuppel des Doms steigen. Wegen den vielen Besuchern empfahl uns Marco möglichst früh, also vor acht Uhr, dort zu sein. Dies schafften wir, aber einige waren noch früher, doch nach einer guten halben Stunde hatten wir unsere Tickets.

Wir entschieden uns, den ganzen Aufstieg zu Fuss zu machen und überliessen den Lift den „ÄLTEREN“ (Balsam auf meine Seele).

Bis zum Dach des Petersdom waren es 231 Stufen…um ganz nach oben zu gelangen kamen noch einmal 320 Stufen dazu.

Nachdem wir oben angekommen und der Sauerstoffaustausch sich wieder normalisiert hatte, konnten wir die grandiose Aussicht geniessen.

Nach dieser morgendlichen Fitnessaktion wurden die Koffer gepackt und der Rest der Familie flog wieder nach Hause.

Ein ganz spezieller Dank an Marco, es waren eindrückliche Tage mit unbezahlbaren Einblicken.

Für uns ging die Reise wieder in die Toskana, wo wir noch einige Orte besuchen möchten.