Heute machten wir einen weiteren Schritt Richtung Heimat. Vom Tal der Motoren ging es heute in die Berge zu unserem Agriturismo, welches wirklich an einem Ort steht, wo sich Hasen und Füchse „Gute Nacht“ sagen.
Bei der Abfahrt gab es zunächst grosse Augen. In unserer Fahrtrichtung sahen wir schwarze Wolken, Blitze und schon bald spürten wir die ersten Tropfen. Spontan änderten wir die Richtung um das Gewitter zu umfahren, was uns souverän gelang. Allerdings sahen wir auf dem ganzen Weg, dass schwere Gewitter und Hagel in der letzten Nacht ziemliche Schäden angerichtet hatten.
Gewitterzelle auf unserem Weg
Noch ein Novum sah ich heute…Der Fluss Po führte einmal richtig viel Wasser. Als wir den Fluss auf einer ramponierten Brücke überqueren mussten, sahen wir die neue Stahlbrücke mit welcher man wohl vor Jahren begonnen hatte. Was auch immer passiert ist, man hat den Bau eingestellt und nun rostet sie vor sich hin.
nicht vollendete Bogenbrücke über den Fluss Po
Am Gardasee vorbei ging es nun auf engen Bergstrassen aufwärts nach Ono Degno…die Ortschaften wurden weniger…ebenso die Häuser…und einsam an einem Hang stand unser Agriturismo umrahmt von Bergen und Wäldern.
Vorbei an……Belprato und……Avenone……zum Agriturismo……Piane…neue Gewitterwolken……mit Blitz und Donner
Ein Tag für und mit schnellen und teuren Autos (60km)
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Tiere. Genau genommen betrachteten wir Stiere und Pferde, oder anders ausgedrückt Lamborghini und Ferrari.
Erste Station die Werkstatt von Enzo Ferrari in Maranello. Ein sehr schön gemachtes Museum, welches mit seiner modernen Form gut zusammenpasst mit dem Geburtshaus und Werkstatt von Enzo Ferrari. Der Neubau soll übrigens die Motorhaube eines Rennwagens darstellen.
InternetbildGeburtshaus und Werkstätte……von Enzo Ferrari
Im Geburtshaus wurde neben vielen Fotos und Dokumenten sein Büro gezeigt.
Legendäre Fotos……und Büro des Chefs
Im neuen Teil sind wichtige Meilensteine der Ferrari Autogeschichte ausgestellt…
Schön gestaltetes Museum288 GTOF40F50SF90
Die Reise ging weiter im Tal der Motoren. Von Modena vorbei am Maserati Werk nach Maranello.
Im Museum von Maranello gibt es den Auto- und den Rennsportbereich. Beide Bereiche zeigen wichtige Stationen der Firma.
LaFerrariEinzelstück P80/CFXXF1 Rennwagen von Gilles Villeneuve
Nach so vielen Pferden ging es weiter zu den Bullen. Die Modellbezeichnungen sind Namen von legendären Kampfstieren.
In diesem eher kleinen Museum sah ich Kindheitsträume (Miura / Urraco) und Altersträume, wenn die Rente etwas höher ausgefallen wäre (Diablo / Countach)
Eine weitere Etappe nordwärts hatten wir heute vor uns. Diese führte uns via Abetone – Maranello (Sitz des Ferrari Rennstalls) – Fiorano (Ferrari Teststrecke) – Modena (Geburtsort Enzo Ferrari, Maserati Werk) nach Sant’Agagta (Lamborghini Wek). Also von der Geschichte der Zeit zur Geschichte der schnellen Autos. In der Umgebung produzieren noch mehrere namhafte Auto- und Motorradhersteller ihre edlen Teile.
Vor drei Monaten fuhren wir die Strecke in umgekehrter Richtung nach Livorno. Damals hielten wir in Abetone (1400m.ü.M) an und machten ein Foto. Im ganzen waren vielleicht 30 Personen auf dem Parkplatz zu sehen. Heute wimmlete es nur so von Motorradfahrern, Mountain-Biker, Wanderer usw. Schon weit vor dem Parkplatz war alles voll. Oben im Ort gab es keine Chance ein Parkplatz zu finden, geschweige denn ein Foto zu machen.
vor drei Monaten……beschaulicher Betrieb
Da wir quer über den Apenin fuhren, waren die Temperaturen recht angenehm und legten erst in der Ebene wieder zu.
Heute besuchten wir die Stadt Lucca. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist die komplett und gut erhaltene Stadtmauer aus der Renaissance.
Lucca mit der Stadtmauer und dem Aphitheater in der MitteStadtmauer, die komplett……begehbar ist
Bei einer Stadtführung erfuhren wir unter anderem, dass die Komponisten Puccini (Opern😳😳😳😳) und Boccherini. (https://youtu.be/kSE15tLBdso) aus Lucca stammten.
Giacomo PucciniLuigi BoccheriniEingangstor und……und schon die……erste KircheSan Michele in Foro……und sofort ein Selfieschöne und……gepflegte……Gassen……und schon die……nächste Kirche……mit Kunstwerk…und alte Villen
Die ehemaligen Ränge des Amphitheaters wurden zu Wohnraum umgebaut. Früher wurden hier Gladiatorenkämpfe und Exekutionen durchgeführt, heute ein einziger Restaurationsbetrieb.
Kannte man schon früher……bepflanzte Dachterrassen
Zu guter Letzt sahen wir noch den Duomo di San Martino. Ein Steinmetz nahm sich die Zeit um die Tätigkeiten pro Monat in Stein festzuhalten.
Duomo di San MartinoMonatiliche Arbeiten……in der unteren Reihealles klar??
Weiter nordwärts Richtung Heimat führte uns die heutige Etappe. Vorbei an S. Giminiano und Siena durch das Chianti-Gebiet bis in die Nähe von Florenz und Pisa. Diese Orte werden wir auf der Reise Italien 2.0 ab September besuchen.
Auf der rund 200km langen Fahrt starteten wir in typisch toskanischer Umgebung, wechselten dann in ein Gebiet das nur von Weizenfeldern bestimmt war und landeten schliesslich in einer Region in der mehrheitlich Reben zu sehen sind.
vorbei an Pienza……Castellina in Chianti……Zypressenwäldern mit vielen……verschiedenen……Eindrücken
Einmal pro Woche braucht man einen Tag der Ruhe. Heute war es soweit. Morgenessen, schwimmen, faulenzen, schwimmen, Apéro und Nachtessen, in etwa so kann die Tagesaktivität umschrieben werden.
Zum Auftakt des Tages gab es aber eine faustdicke Überraschung…dicker Neblel umhüllte die Landschaft…ungewöhnlich für uns…um 10 Uhr war der Spuk vorbei und Cerberus hatte den Kampf gewonnen.
Nebel eher……ungewöhnlich……in dieser JahreszeitBlick vom Liegestuhl ohne……und mit Badenixebest friends……im toskanischen……Abendlicht
Heute besuchten wir die Weinstadt Montepulciano. Von hier stammt der Rotwein Vino Nobile di Montepulciano und nicht etwa der Montepulciano d’Abruzzo. Der Unterschied liegt in der Rebsorte und dem Anbaugebiet.
Die Anfahrt führte vorbei an Rebenflächen, grossen Villen und wohin man auch schaut, man sieht die bekannte toskanische Landschaft.
toskanische Landschaft und..…Montepulciano im Hintergrund
Da der Ort wie üblich an einen Hügel gebaut wurde, gestaltete sich die Besichtigung eher schweisstreibend. In den Gassen drehte sich alles um Wein. Degustationen, Besichtigungen und Verkauf inklusive Gratislieferung…die Vielfalt der Weine war enorm…Wir mussten uns leider zurückhalten da Alkohol, Wärme und Motorradfahren nicht zusammenpassen.
Montepulciano
Gegen Mittag fuhren wir nach Castiglione del Lago am Lago Trasimeno. Mit der gut erhaltenen Stadtmauer und der Burg präsentierte sich der Ort ganz mittelalterlich. In Zentrum dominierte auch hier der Wein.
Casteglione del Lago
Für heute hatten wir genug gesehen, daneben lockte der Hotelpool mit einer willkommenen Abkühlung. Im Liegestuhl beobachteten wir die Schwalben auf der Jagd nach Beute…
Heute verliessen wir Avezzano, welches 4km entfernt vom ehemaligen Fuciner See liegt. Der 155km2 grosse See war ringsum von Bergen eingerahmt und hatte keine natürlichen Abfluss. Dies führte zu erheblichen Pegelschwankungen und Überschwemmungen. Früh schon kam die Idee auf, den See trocken zu legen. Ab 1854 wurde die Planung, unter der Leitung des Schweizers Franz Mayor de Montricher, vorangetrieben. 1862 begannen die Arbeiten für den Kanal und 1870 fand die dritte und letzte Leerung statt. Bis 1875 war das Gebiet trockengelegt und konnte als Kulturland gebraucht werden. Heute ist das Fuciner Becken eine der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Gegenden Italiens.
Fuciner Becken (Bild NASA)(Bild Internet)
Durch die Provinz Abruzzen, führte der Weg nach Umbrien. Zwischendurch musste noch getankt werden, wo wir einen redseligen und motorradbegeisterten Garagier/Tankwart trafen. Kurzerhand zeigte er uns seine Schätze in der Garage…BMW GS mit 100’000km bei welcher der Kardan den Geist aufgab. Stolz präsentierte er das defekte Teil und zeigte die Reparatur. Ausserdem standen verschiedene Vespa aus diversen Epochen, sowie ein Smart und ein Porsche 924 rum. Als ich mit grossen Augen dastand, erklärte er, dass er alles reparieren könne…So einen suche ich noch in der Schweiz!!!
Dass Umbrien die Nachbarprovinz von Toskana ist unschwer zu übersehen. Wir tauchten ein in eine ganz andere Gegend. Ebenfalls ist die Nähe zu Rom auch spürbar…hier ist der Geldeinfluss spürbar. Stattliche Häuser und Villen, saubere Strassen und gepflegte Orte.
die Orte Baschi…und AmeliaToskana lässt grüssenschönes Anwesen mit grosszügiger Auffahrt……da sieht man den Besuch schon von Weitem 😀
Unsere neue Unterkunft liegt in Umbrien an der Grenze zur Toskana.
Restaurant……mit……Weitblick……und Sonnenuntergangzum Wohl
Ersters Ziel heute war die Kleinstadt Sulmona, das „Siena der Abruzzen“. Auf kurvigen aber excellenten Fahrbahnen kam endlich wieder Freude beim Kurvenswing auf. Nicht nur bei uns, die Knieschleifer-Fraktion war auch schon in Heerscharen unterwegs.
Barocke und……mittelalteriche GebäudeBrunnen, der vom…Aquädukt gespeist wirdBildhauerkunstDistanzangabe stimmt!
Aber wofür ist Sulmona sonst noch bekannt…Eventuell erinnern sich die Älteren noch an die italienischen Gastarbeiter, welche nach einer Hochzeitsfeier, Netzchen mit Konfetti (zuckerummantelte Mandeln) nach Hause brachten. Genau diese Mandeln werden in zig Variationen in Sulmona hergestellt und in verschiedenen Kreationen angeboten. Laut Wikipedia, soll das englische Königshaus ebenfalls mit diesen Süssigkeiten beliefert worden sein.
In jeder Gasse findet man……Geschäfte die Mandeln……in allen Variationen……verkaufen
Die zweite Station des Tages hatte historischen Hintergrund. Wir besuchten das Castello Caldora in Pacentro. Dieses Bauwerk mit seinen drei Türmen war schon von Weitem sichtbar und gilt als Tor zum Majella Nationalpark. Im Weiteren reichen die Wurzeln (Oma Ciccone) von Madonna ebenfalls zu diesem Ort.
vorbei am…ehemaligen……Dorfwaschplatz……mit Trachtenbildern……und schön restaurierten Häusern ging es bergwärts……zur Burgalle Besitzer der Burg……mit den drei markanten Türmen
Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, die Aussicht vom höchsten Turm zu geniessen…Da die letzten Tage eh durch die Cerberus-Hitze gezeichnet waren, spielten die zusätzlichen Schweisstropfen keine Rolle mehr.
Blick übers Dorf……und in den Majella Nationalpark
Zu guter Letzt fuhren wir über den Passo San Leonardo zurück zum Hotel…und dann subito in den Pool.
Zum Nachtessen fanden wir ein Restaurant welches Arrosticini anbot. Die Spiesschen aus Schaffleisch sind eine Spezialität in den Abruzzen. Was wir gestern nach langer Wartezeit nicht kosten konten, ging heute ohne Wartezeit und grillieren mussten wir auch nicht selber…super…dazu noich ein Italiener, welcher partout nicht italienisch sondern englisch sprechen wollte…dafür aber einen mehr als feinen lokalen Wein empfahl. Perfekter Abend, der für den gestrigen Tag mehr als entschädigte.