Heute wurde kompensiert was gestern versäumt wurde…aber der Reihe nach. Zum Aufstehen präsentierte sich der Himmel in sardischem blau. Beste Voraussetzungen für eine ausgedehnte Kurvenhatz.
Los gings um 9 Uhr und ein paar Kurven weiter der erste Halt, um das schmucke Dorf, in dem wir übernachten zu fotografieren. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, es war der letzte Fotostop für längere Zeit. Aber wer kennt folgende Regel nicht….Kaffeetrinken und Fotografieren kann man in den Ferien und nicht auf einer Motorradtour. Somit alles im grünen Bereich.
Castello di Serravalle……in BosaBosa mit Blumen
Ab Arbus wurde die Truppe für die nächsten ca. 50km von der Leine gelassen, will heissen, dass wir frei fahren durften. 50km ohne ein richtig gerades Stück Strasse. Motorradfahren vom Feinsten 🙂 Der Rückweg nach Bosa liess das Motorradfahrer-Herz ebenfalls höher schlagen (https://www.relive.cc/view/vYvE3VLZ1G6)
Buggerru früher Bergbau……heute UrlaubsortHafen von Marceddisaubere Parkordnungalles hinschmeissen……und warten auf Feierabendbier
Zum Abendessen, ging es diesmal in die Stadt. Schickes Lokal, was etwas mehr sein möchte als es ist. Trotz allem eine nette Geste des Hoteliers, welcher uns hin- und zurück fuhr.
Heute stand ein eher ruhiger Tag an. Abfahrt um 10 Uhr ist eher unüblich auf Motorradtouren, jedoch sehr willkommen nach dem gestrigen Tag. Das Wetter zeigte sich nicht von der sonnigen Seite, Nebel und kühlere Temperaturen erwarteten uns.
Weil es so schön war, fuhren wir einen Teil der Küstenstrasse wieder nordwärts um dann ins Landesinnere nach Villanova Monteleone zu gelangen. Die wunderbare Aussicht wurde aber wegen Nebel abgesagt.
Schönwetter-VarianteAktuelle Variante
Weiter Richtung Alghero wo ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt unseren Appetit anregte.
Alghero gestern……und heute
Danach durchs Hinterland wieder nach Villanova Monteleone um zu prüfen, ob sich das Wetter gebessert hat. Ausser Nebel sahen wir jetzt zumindest auch etwas Land.
Holger in Action
Auf dem Weg zurück zum Hotel übernahmen dann die Kurven wieder das Zepter. Kurz und knackig der heutige Tag, morgen soll es wieder länger werden.
Mit dem Verlassen der Fähre um acht Uhr startete unsere Sardinien-Motorradtour.
Das erste Highlight war Capo Testa, die Nordspitze von Sardinien. Von dort sahen wir direkt auf Korsika.
Ankunft in OlbiaCapo TestaCapo Testa
Weiter gings mit viel Windböen und auf mässig guten Strassen durchs hügelige Hinterland zum Elefantenfelsen und dann zur Küste in Alghero.
Elefantenfelsen ohne……und mit Motorradfahrer
Der weitere Weg führte uns an der Küste entlang nach Bosa, wo sich unser Hotel für die nächsten 3 Tage befindet. Feierabendbier hatte etwas Verspätung, da der Hotelier erst noch solches besorgen musste.
unser HotelAussicht vom ZimmerSonnenuntergang in BosaRestaurant al Galeone…wo es in Kürze Essen gibt
Bevor ich es vergesse…die Motorradkolleginen und Kollegen, welche uns diese Woche begleiten, können auch gut mit dem Bike umgehen 😉
Heute um 13 Uhr sollen wir unser Mitfahrer für die nächste Woche in Maranello treffen. Für uns eine kleine Anfahrt von 100 km, also keine Hektik am Morgen.
Nach dem Frühstück fing das Tetris-Spiel beim Packen an….ich vermute mal, dies wird uns während der ganzen Reise begleiten. Habseligleiten für eine längere Zeit mit dem Motorrad in drei Koffer zu packen ist nicht ganz ohne…..Lob an die Sozia!
Nicht ganz unerwartet waren wir schon um 11 Uhr in Maranello. Wir suchten ein angemessenes Restaurant aus mit Parkmöglichkeit für unsere Kollegen. Hat alles prima geklappt und so stand dem Mittagshalt nichts mehr im Weg….Nicht gerechnet hatten wir mit dem Küchen- und Servicepersonal, welches zwar aus vielen Leuten bestand, aber völlig unkoordiniert herumirrten. Nach einer Stunde warten, hatte erst die Hälfte der Gruppe ihr Essen. Die Anderen würden wohl heute noch warten. Also Konsumiertes bezahlen und Abflug…
Maranello ist FerrariHafen von Livorno
Nach der eher flachen Poebene führte uns die Reise auf der SS12 über den Apenin nach Livorno zum Fährhafen. Der Verlad der Motorräder und die Zuteilung der Kabine ging zügig vonstatten. Punkt 22 Uhr begann die Überfahrt nach Olbia.
Nach einer mehr oder weniger guten Nacht, standen wir um sieben Uhr auf und erledigten die letzten Arbeiten im Haus. Nach einem Blick auf das Thermometer wusste ich, dass ich noch eine Schicht mehr anziehen musste.
Startselfie
Punkt 8.30 wurde der Boxermotor gestartet und ab ging die Reise nach Fiorenzuola durch den beschaulichen Gotthardtunnel. Im Tunnel hatten wir 17km Zeit uns zu überlegen, warum unser Vordermann nicht mit 80km/h fahren kann. Ab Airolo wurde dann zum Trotz die Autobahn gemieden.
In Monza gabs noch einen kleinen Kaffeehalt bei angenehmen 22 Grad, was definitiv zuviel war für meine Bekleidung.
Monza
Mit dem Hotel Mathis haben wir eine gute Wahl getroffen. Ausstattung und Dekoration liessen mein Herz höher schlagen
Alteisen in der LobbyZimmer mit passendem Wandbild…müsste reichen für heute
Zu meinem 60. Lebensjahr wollte ich mir einen langgehegten Traum erfüllen…eine Motorradtour in Patagonien mit anschliessender Schifffahrt in die Antaktis. Was dann folgte ist hinlänglich bekannt und mein Vorhaben wurde kurzerhand geändert. Neuer Wunsch…nach der Pensionierung für längere Zeit (etwa 6 Monate) Motorrad fahren, ohne Zeitdruck und vorgeplante Routen. Als Reiseziel fiel die Wahl auf Italien.
Nun ist es also bald soweit. Den Auftakt in Sardinien und den Schlussakt in den Dolomiten machen wir mit dem weltbesten Unternehmen für geführte Motorradreisen „Rookie Tours“.
Das Reisefieber steigt langsam, denn am 23.04.2023 findet die Überfahrt von Livorno nach Olbia statt.
Karten- und LiteraturstudiumCheck ob alle Geräte kompatibel sind
Da unser Bus nach Lugano erst um 12 Uhr abfuhr, sahen wir uns noch ein bisschen in Chiavenna um und nahmen noch einen Sonntags Apèro.
Kirche San Lorenzo……aus verschiedenen……PerspektivenStadtzentrum vom Parco BotanicoMit dem Bus gehts nach Lugano
Dann verabschiedeten wir uns von Victoria, die in die entgegengesetzte Richtung ins Bündnerland fuhr. Nach einer zweistündigen Busfahrt hiess es umsteigen auf den Zug, welcher aus Mailand kam und entsprechend voll war.
Heute holen wir nach, was gestern nicht möglich war. Mit dem Bus gings zurück nach Montespluga und danach durch die Cardinello Schlucht nach Isola.
Zuerst gings um den Splügensee herum über die Staumauer und dann hinein in die Cardinello Schlucht
mit viel Elan……gehts los……über die Staumauer……hinab in die Cardinello Schluchtimposanter WanderwergBlick zurück auf die StaumauerQuo vadisvierbeinige WandererBlick auf unser Ziel – IsolaKirche von Isola
In Isola bestiegen wir den Bus und liessen uns nach Chiavenna chauffieren, wo sich unser letztes Hotel befand. Das Haus machte einen modernen Eindruck, aber die Zimmer waren jämmerlich kalt. Reklamationen unsererseits wurden mit dem Hinweis „Sie müssen halt die Fenster schliessen“ abgetan…Nun dies war der Preis der Strom- und Gasmangellage….
Vergessen, umziehen und ab in die Stadt. Das Wetter hat deutlich südlichere Züge angenommen und wir genehmigten uns einen Drink auf die schöne Wanderung, die unfallfrei über die Bühne ging.
Am Ziel…Fluss Liro nach Süden… und schon beim ApèroKirche San LorenzoFluss Liro nach Norden…
Statistik
Distanz 8.5 km, Zeit 2h 45, Bergauf 30m, Bergab 660m
Regnerisch und kühl so präsentierte sich unser 4 Tag. Eigentlich würde uns die Wanderung durch die Cardinello-Schlucht nach Isola führen. Davon wurde uns aber abgeraten, da die Schlucht bei nassem Wetter zu gefährlich ist. Also entschlossen wir uns die letzte Etappe vorzuziehen, weil das Wetter ja im Süden eh immer besser ist. Das hat auch unsere jüngste Teilnehmerin so auf ihren unzähligen Apps gesehen.
Bustickets kaufen, losfahren und staunen wie der Chauffeur diese engen Serpentinen gelassen meistert, trotz „Passuntauglichen“ Fahrzeuglenkern die uns entgegen kamen.
Am Start in Campodolcino…noch lachen alle
In Campodolcino regnete es immer noch…nach einer Wanderstunde regnete etwas stärker und die Aussichten waren nicht besser. Eine kurzfristig angeordnete Strategiebesprechung ergab folgendes; Die Frauen (ausser Victoria) haben genug Regen gesehen und nahmen den Bus nach Isola ins Hotel.
Die restliche Truppe machte sich auf den Weg nach Chiavenna. Kurz danach war es einem Bauarbeiter zu verdanken, dass wir auf dem richtigen Weg blieben. Er zeigte uns den Abzweiger, denn der Wegweiser wurde durch sein Fahrzeug verdeckt. Die folgenden Kilometer zeigten sich von der abwechslungsreichen Seite. Kastanienbäume, Feuersalamander, davonfliegender Regenhut und ein zerfallenes Haus, welches uns trockenen Unterschlupf für den Mittagsrast bot.
Verkleinerte Gruppe……mit verlorenenm Hut……freut sich……über steiniges Gelände……und DauerregenRastplatz……trocken aber dunkelMarronibäumeauch gerne im Regen unterwegs
In Chiavenna zeigten die Wanderschilder eine andere Richtung an als unsere Karte. Dies bereitete uns nur wenig Kopfzerbrechen, da die allgemeine Richtung stimmte. Allerdings war die Umleitung länger als der normale Weg und unser Ziel, den 17 Uhr Bus zu erreichen wurde immer sportlicher. Victoria und Stefan nahmen die Zügel in die Hand und sprinteten Richtung Chiavenna Bahnhof. Beat und mir blieb nichts anderes übrig, als Schritt zu halten und die aktuelle Geschwindigkeit per Wanderapp zu verfolgen…6km/h. Mit winkenden Armen von Victoria wurde dem Buschauffeur angezeigt, dass noch mehr Fahrgäste mit wollen.
Ziel erreicht…aber noch nicht am Bahnhof
Im Hotel Cardinello trafen wir auf unsere Frauen und einen sehr gesprächigen Chef, welcher uns Einblicke auf die lange Geschichte des Hotels gab. Beim wiederum sehr feinen Nachtessen gings lustig zu und her. Vor allem wurde die Funktion der Pelletofen in den Zimmern diskutiert. Diese waren überall in Betrieb war, ausser bei mir….ich hab alles versucht und alle Knöpfe betätigt aber das Ding ging einfach nicht an. Nach dem Nachtessen wurde ich eines Besseren belehrt….in der Zwischenzeit nahm der Ofen seine Funktion auf und bescherte uns tropische 35 Grad….oops!
Wandern im RegenFeuer hilft beim TrocknenAlt trifft NeuWirt freut sich über konsumierende Gäste
Statistik
Distanz 17.3 km, Zeit 4h 20, Bergauf 130m, Bergab 900m
Die Wetteraussichten für den heutigen Tag sahen nicht rosig aus. Also packten wir uns dementsprechend ein und machten uns auf zum höchsten Punkt unserer Wanderung, dem Splügenpass.
Wetteraussichten für heuteunser Hotel entschwindet Schlechtwetter im AnzugWaldweglangsam aber stetig der Passhöhe entgegen
Auf den ersten Metern blieben wir noch trocken, doch je weiter wir kamen desto trüber und windiger wurde es. Bei der Säumerhütte wars dann soweit…die Regenbekleidung musste angezogen werden. Auf dem Weg zur Passhöhe peitschte uns der Wind den Regen ins Gesicht. Ein kurzes Pass-Selfie und weiter gings, jetzt zusätzlich noch mit Graupelschauer und italienischen Wanderwegen, welche vor allem durch grosse Wasserpfützen auffielen.
kurz vor der PasshöhePasshöhe erreicht…Lächeln ist nur gestellt!!!Blick zurück
Die letzten Kilometer wurden im Eiltempo zurückgelegt, was dem Umstand geschuldet war, dass das Wasser sich den Weg durch die Kleider bis auf die Haut gebahnt hatte. Völlig durchnässt betraten wir unser Hotel Albergo della Posta.
Die Wirtsleute empfingen uns mit grossen Augen und händigten uns sofor die Zimmerschlüssel aus, damit wir duschen und uns umziehen konnten. Danach waren wir bereit für den frühen Apèro, sahen uns im Feinkost- und Weinladen um und konnten mitverfolgen wie die Regenfront vorbeizog.
Blick auf den Splügensee……und auf die angezuckerten Berge
Was folgte war ein Abendessen der Extraklasse…Vorspeise Bresaola und zwar für jeden einen Teller, gefolgt von Kalbsbäggli mit Polenta…mmmh fein!
Aufwärmenüberraschende Gaststube……mit genügend Schnaps……Flaschenöffner…und Dekantierflaschenalle wieder glücklich
Statistik
Distanz 9.4 km, Zeit 3h 10, Bergauf 660m, Bergab 220m