Deutschland Tour (Tag 12)

16. Juli 2026

Münster und Wilsberg

Gemütlicher Tagesbeginn, denn die Altstadt-Führung war erst für 14 Uhr angesagt. Kleiner Bummel durch die Stadt, zum Schloss mit dem botanischen Garten und zum Hafen.

Der botanische Garten war riesig und alle Pflanzen waren beschriftet. Beeindruckt haben uns die riesiegen Bäume und die südamerikanischen Riesenseerosen. Sie sind berühmt für ihre riesigen, schwimmenden Blätter mit Durchmessern von bis zu 3 Metern, die dank ihres hochgewölbten Randes bis zu 60 Kilogramm Gewicht tragen können. Die prächtige Blüte öffnet sich nur für zwei Nächte.

Die Altstadtführung wäre eigentlich gut gewesen, hätte es nicht 5 ältere Damen gehabt, die immer was zu fragen und zu sagen hatten. Trotzdem sahen wir die Sehenswürdigkeiten der Altstadt…Der Prinzipalmarkt, das Rathaus, alle Kirchen und den Dom.

Was ist geblieben…die Stadt wurde während des 2. Weltkrieges ziemlich in Schutt und Asche gelegt. Man entschied sich, die Stadt neu und genauso aufzubauen mit all den historischen Fassaden.

Natürlich besuchten wir auch das Antiquariat des Privatdetektiven Georg Wilsberg aus der  Krimiserie „Wilsberg“. Dies ist auch im richtigen Leben ein Antiquariat. Mit dem Besuch von Münster werden wir beim nächsten Wilsbergkrimi wohl einige Stellen der Stadt wieder erkennen.

Münster hat uns eigentlich gefallen, aber Münster ist die Fahrradstadt schlechthin in Deutschland. Rennrad, Holländerrad, Lastenrad…egal was zwei Räder hergeben, alles war vorhanden. Die Strassen der Innenstadt bestehen nur aus Pflastersteinen, was bei mir Kopfschütteln auslöste…beim Fahrradfahrer schüttelte so einiges mehr. Als Fussgänger bist du des Lebens nicht mehr sicher, mit einem Affenzahn ziehen sie links und rechts an dir vorbei…nicht mehr meine Welt..(hab ich glaub schon ein paarmal gesagt).

Der Schlusspunkt setzte die Kirmes, die heute begann. Mit einer Riesenradfahrt, gebrannten Mandeln und einem Glas Wein versöhnte ich mich wieder halbwegs mit den „Lenkstangen-Goiferis“

Deutschland Tour (Tag 11)

Mittwoch, 15. Juli 2025

Hannover – Münster (270 km)

Zum Tagesstart gab es einmal kein Frühstück im Hotel. Mit leerem Magen fuhren wir los und Gott sei gepriesen…wir fanden bald einmal eine Bäckerei mit angegliedertem Café.

So gestärkt fuhren wir unserem ersten Tagesziel, dem Wasserstrassenkreuz von Minden entgegen. Hier kreuzen sich der Mittellandkanal und die Weser. Dabei wird der Mittellandkanal über eine fast 400 Meter lange Trogbrücke in rund 13 Metern Höhe über die Weser geführt. Von einer  Aussichtsplattform sollte man das Kreuz gut sehen können.

Google Maps, BMW-Navi und Einheimische befragen…es half alles nichts. Ums Verrecken fanden wir diese Plattform nicht. Irgendwann wurde es uns zu bunt und zu heiss und zogen ab.

Ein paar Kilometer weiter sahen wir schon von Weitem ein Denkmal auf einem Hügel das wir dann auch besichtigten. Natürlich war es wieder Kaiser Willhelm gwidmet. Bei sovielen Denkmälern muss er einiges gut gemacht haben.

Es folgten ein paar zähe Kilometer mir LKW-Stau, Dorfdurchtfahrten mit 30er Begrenzung und Schleichern auf der Strasse. Trotz allem schafften wir es zu den Externsteinen, einer weiteren Sehenswürdigkeit.

Die bis zu 40 Meter hohen Sandsteinfelsen ragen schroff aus dem Teutoburger Wald empor. Vor rund 70 Millionen Jahren wurden die flach liegenden Sandsteinschichten durch tektonische Verschiebungen senkrecht aufgestellt. Die markante Form mit den 13 Einzelfelsen entstand anschließend durch jahrtausendealte Verwitterung und Erosion.

Im Hotel angekommen, wieder das gleiche Problem wie überall in den Städten. Fahrräder können überall kreuz und quer abgestellt werden, aber ein Motorrad sieht das Ordnungsamt nicht gern, nicht einmal auf einem offiziellen Fahrradabstellplatz…mir fehlt da ein bisschen Verstand um das zu kapieren.

Deutschland Tour (Tag 10)

Dienstag, 14. Juli

Erfurt – Hannover (270 km)

Überraschung 1: Nachdem wir bei gut 28 Grad das Restaurant verliessen und unser Nachtlager aufsuchten, staunten wir am Morgen nicht schlecht, als die Hotelfenster ganz nass waren. Über Nacht hatte es doch tatsächlich geregnet.

Zu Beginn der Fahrt war es dann mit 18 Grad auch merklich kühler.

Ausserhalb Erfurt wieder das gewohnte Bild…Weizenfelder soweit das Auge sehen kann. Zwischendurch einige riesige Bauernhöfe aus DDR Zeiten.

Aber der moderne Bauer setzt auf Entschädigungen. Es werden überall neue Windräder montiert.

Nach dem Tod Kaiser Wilhelms I. 1888 wurden vielerorts repräsentative Denkmäler zu Ehren des Verstorbenen errichtet. Das Kyffhäuserdenkmal ist eines der größten und bekanntesten dieser Kaiser-Wilhelm-Denkmäler.

Überraschung 2: Bei der Fahrt durch den Südharz passierten wir das Städtchen Stolberg. Es wird beworben als eine historische Bergstadt (etwas übertrieben bei 370 m.ü. M) mit über 380 farbenfrohen Fachwerkhäusern. Aber in der Tat gab der Ort ein wunderbares Bild ab.

Überraschung 3: Bei der Rappbodetalsperre sahen wir einen Aussichtsturm und eine lange Hängebrücke. Klar, dass wir uns das ganz genau anschauten. Es stellte sich heraus, dass vom Aussichtsturm eine Zipline bis ans andere Ende der Staumauer führte.

Einen historischen Hinweis erhielten wir noch in Stapelburg. Ein Schild wies darauf hin, dass hier einmal die Grenze zwischen der BRD und der DDR war. Ein Stück der Grenzmauer steht immer noch als Zeitzeuge.

Am Abend trafen wir uns mit Gabi und Christian, zwei wirklich angenehme Personen die wir letztes Jahr auf einer Fluss-Schifffahrt kennenlernten zum Nachtessen.

Deutschland Tour (Tag 9)

Montag, 13. Juli 2026

Erfurt

Ein etwas unglücklicher Start in den Tag bescherte uns das akute Magenleiden bei der weltbesten Sozia. Tee und eine verlängerte Bettruhe sorgten dafür, dass wir an der Stadtführung teilnehmen konnten.

Ein Blick auf Babsis Uhr zeigte, dass die Batterie den Geist aufgegeben hatte. Ein Blick auf meine Uhr war mir versagt, da das Uhrenband den Geist aufgab und das Uhrwerk auf den Boden fiel….Aber uns wurde in der Stadt geholfen…Batteriewechsel und Armband = 30 Euro.

Die thüringische Landeshauptstadt Erfurt beindruckte uns mit einer der grössten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Altstadt.

Die Krämerbrücke stammt aus dem Jahr 1325 und ist heute mit 32 bewohnten Häusern ein Zentrum für Kunsthandwerk und kleinen kuriosen Läden.

Kurios: Baute man früher ein Haus, so wurde die Steuer gemäss der Grundfläche am Boden bemessen. Die Schlauen verbreiterten das Haus ab dem 1. Stock, hatten somit mehr Fläche und zahlten weniger Steuern.

Kurios 2: UPS Lieferservice mit E-Fahrrad🤣🤣🤣

Schlau: Fachwerkhäuser waren bauanfälliger wie Steinhäuser. Aus diesem Grund setzte man in Kurven sogenannte „Kratzsteine“. Wenn ein Fuhrwerk zu nah an die Mauer kam, kratzte es eben, beschädigte aber nicht die Hausmauer.

VIP’s: Neben Martin Luther wohnte und lehrte auch Adam Ries. Er erfand das Rechnen nach Linien.

Schöne Häuser: Erfurt besticht durch die gut erhaltenen alten Häuser, Fassaden und Brunnen.

Seit wir unterwegs sind, haben wir so viele Brauereien und schöne Biergärten gesehen. Aber die Dichte der Gastronomiebetriebe in Erfurt schlägt alles um Längen.

Zum Ende des Tages schauten wir uns noch den Marien Dom und die Severi Kirche sowie die Zitadelle Petersburg an.

Nachdem sich die Magengegend von Babsi den Tag über beruhigt hatte, mussten wir die verpassten Kalorien nachholen. Beim Italiener gab es zuerst einen Willkommensgruss in Form eines Proseccos. Die Vorspeise hätte für 2 Personen gereicht und die Hauptspeise für 5 Personen. Dann wurde zum Verdauen noch ein Digestiv auf Kosten des Hauses gereicht…Noch Fragen?????

Deutschland Tour (Tag 8)

Sonntag, 12. Juli 2026

Warmensteinach – Erfurt (270 km)

Die Schweiz hat den Viertelfinal gegen Argentinien verloren, entsprechend geknickt 🤣🤣🤣 erschienen wir zum letzten gemeinsamen Frühstück mit den Motorradkollegen, die mit uns auf der Fränkischen Schweiz Tour waren.

Da heute ein etwas wärmerer Tag angesagt war, zogen die meisten schon vor neun Uhr von dannen. Alleine war es uns auch fad…also machten wir uns auf den Weg nach Erfurt.

Zwischenziel war die Göltzschtalbrücke das Wahrzeichen des Vogtlandes… sie ist die grösste Ziegelstein-Brücke der Welt. 1846 – 1851 wurde sie mit rund 26’000’000 Backsteinen erbaut, erreicht eine Höhe von 78m und eine Länge von 574m.

Weiter ging die Reise nach Westen über Weimar, wo plötzlich Wegweiser zum Denkmal des Konzentrationslagers Buchenwald standen. Kurzerhand machten wir einen Abstecher in die „dunkle Zeit“ des 2. Weltkrieges. Es war ein beklemmender Rundgang durch die noch vorhandenen Gebäude.

Ein kurzer Sprint bis nach Erfurt…Hotel gefunden, aber Parkhaus funktioniert nicht mit Motorrad…zwei Räder zu wenig,. GRMPFL😡.. Motorradparkplätze…Fehlanzeige…

Einchecken, duschen, ab zum Znacht…Schlummertrunk und Bettruhe…

Deutschland Tour (Tag 7)

Samstag, 11. Juli 2026

Fränkische Schweiz – Ostroute (250 km)

Mit herrlichem Sonnenschein begann der letzte Tourtag. Die Route führte uns ostwärts Richtung tschechische Grenze.

Auch heute am Samstag, wenig Verkehr dafür etwas mehr Mähdrescher und Traktoren.

Die besondere Schwierigkeit des heutigen Tages bestand darin, die kulinarischen Wünsche und Gelüste zu befriedigen. Die meisten Gaststätten öffnen ihre Tore erst ab 16 Uhr.

Trotz allen Schwierigkeiten, es ist keiner verdurstet oder verhungert unterwegs.

Zweiter Stopp in Selb, ein bekannter Ort für die Porzellan Herstellung.

Dann folgte der Besuch der hohen Warte ein ehemaliger Signalturm.

Tschechien haben wir tatsächlich besucht…1 km über die Grenze zum tanken🤣🤣🤣

Mit einem Gruppenfoto wurde der Tourschluss eingeläutet. Nachtessen, lustige Gespräche wurden mit Bier solange runtergespült, bis der Zapfhahn den Geist aufgab….wohl ein Zeichen, das Nachtlager aufzusuchen.

Tschüss bis zum nächsten Mal

Deutschland Tour (Tag 6)

Freitag, 10. Juli 2026

Fränkische Schweiz – Südroute (250 km)

Mit den ersten Strahlen des Sonnenaufgangs wurde die Tiefschlafphase beendet. Ein kurzer Blick aus dem Fenster machte klar, heute wird es keinen Regen geben.

Pünktlich um neun ging es los…erst die „Zügigen“, danach die  „Gemütlichen“. Dabei ist anzumerken, dass Alina die „Gemütlichen“ recht zügig durch die Landschaft führt. Bei den verschiedenen Trink- und Fotohalten warten wir jeweils nur kurz auf die zweite Gruppe.

Die Strecke heute hatte die gleichen Eigenschaften wie gestern. Kaum Verkehr, viel Landwirtschaft, schöne Fachwerkhäuser, einige Burgen und Schlösser….und 30er Zonen durch die Dörfer und wenns auch nur 3 Häuser sind.

Kurze Trinkpause bei einem Freizeitpark, was einige dazu bewegte die Rodelbahn auszuprobieren.

Zum Schluss besuchten wir noch einen Aussichtsturm…wohl eher um ein cooles Bild unserer Truppe zu machen 😁

Deutschland Tour (Tag 5)

Donnerstag, 09. Juli 2026

Fränkische Schweiz – Westroute (220 km)

Der Name „Fränkische Schweiz“ wurde 1812 erstmals in einem Reiseführer verwendet. Die Region ist heute eine der ältesten Ferienregionen Deutschlands. Die markante Landschaft mit ihren schroffen Jura-Felsen, tiefen Tälern und Höhlen erinnerte die Besucher an die Alpen.

Heute also der erste Fahrtag in der fränkischen Schweiz. Zuerst Gruppeneinteilung…gemütlich und zügig. Diese Entscheidung dauerte nicht mal 1 Minute. Georg übernahm das Kommando bei den „Zügigen“ und seine Tochter Alina das Zepter bei den „Gemütlichen“.

Videoaufnahmen zu unserer Fahr- und Kurventechnik standen als erstes auf dem Tagesprogramm…Pflichtprogramm erledigt…los gings Richtung Westen.

Anders als die letzten Tage, konnten wir nicht einfach anhalten, schauen und fotografieren. Es gab Fotohalte, aber da war Anja als Tourfotografin für die Bilder zuständig…

Zu unserem Wohlbefinden trug auch das Wetter bei…die vorausgesagte Hitze lässt noch auf sich warten und mit 23 Grad bewegen wir uns in der Komfortzone.

Vor dem Nachtessen wurden die Videoszenen angeschaut und ausgewertet…

…danach die Kritik mit einem Bier runtergespült🤣.

Deutschland Tour (Tag 4)

Mittwoch 08. Juli 2026

Bamberg – Warmensteinach (130 km)

Bamberg ist eine fränkische Weltkulturerbestadt in Bayern. Bekannt als das „Fränkische Rom“ auf sieben Hügeln, beeindruckt sie durch ihre fast unversehrte mittelalterliche Altstadt, dem historischen Kaiserdom, der Fischereisiedlung „Klein Venedig“ und der weltweit einzigartigen Rauchbiertradition…genaueres erfuhren wir wieder bei einer Stadtführung.

Die Stadt gliedert sich in drei prägnante Teile, die durch die Flussarme der Regnitz geprägt sind.

Die Bergstadt – Das historische geistliche Zentrum mit dem Dom auf einem der sieben Bamberger Hügeln. Die Residenz mit dem Rosengarten gehören ebenfalls zu diesem Teil der Stadt.

Die Inselstadt – Das ehemalige Handelszentrum, das zwischen zwei Ragnitzarmen liegt. Man findet hier das alte Rathaus und das malerische Viertel „Kleinvendig“.

Die Gärtnerstadt – Ein einzigartiges Gärtnergebiet in welchem seit Jahrhunderten professioneller Gemüsebau betrieben wird.

Die Geschichte von Bamberg ist geprägt durch die Kirche, Glauben und Aberglauben. Eng verknüpft mit der Stadt ist die Zeit der Hexenverbrennung. Macht und Gier waren damals so präsent wie heute.

Gegen 16 Uhr trafen wir im Hauptquartier für die nächsten 4 Tage ein. Unsere Motorradtour wird uns durch die fränkische Schweiz führen.

Einige bekannte Gesichter und neue Kollegen konnten wir beim Nachtessen kennenlernen.

Morgen werden die Hosen runtergelassen und jeder muss zeigen was er drauf hat😉

Deutschland Tour (Tag 3)

Dienstag, 07. Juli

Ulm – Bamberg (300 km)

Nach so vielen Informationen am gestrigen Tag, war heute „verarbeiten“ angesagt. Dies geschieht am Besten mit einem Fahrtag.

Etwas nach neun Uhr waren wir startklar. Aus Ulm heraus folgten einige Dörfer die immer spärlicher wurden und dem Ackerbau Platz machten.

Eigentlich eine schöne Fahrt, wären da nicht die dauerenden Umleitungen gewesen. Es scheint, ob einfach zuviel Geld vorhanden ist und alle Strassen saniert werden können. Für einen Lokalen mag es klar sein, welches Dorf gerade nicht passierbar ist und wie umfahren werden muss. Für uns war es oft zu spät oder gar nicht ersichtlich und die Umleitungssignalisationen sorgten mehr für Stirnrunzeln als Klarheit.

Navi sei dank… unseren ersten Haltepunkt fanden wir trotzdem…die Mainschleife in Volkach.

In Bamberg durften wir das Motorrad vor dem Hotel abstellen und mussten keinen öffentlichen Parkplatz suchen.

Eine kleine  Erfrischungsdusche und ab in die Stadt. Einem bayrischen Nachtessen konnten wir nicht widerstehen und mit dem anschliessenden Bummel durch die malerische Altstadt beendeten wir den Tag.