Italien – Tag 35

Enna und zurück (166km)

Unsere letzte Tour in Sizilien führte uns nach Enna. Diese Stadt wird auch das Belvedere, oder aufgrund der strategisch wichtigen Lage, der Nabel Siziliens genannt. Sie liegt auf 931 m.ü.M. und beherbergt rund 26’000 Einwohner.

Auf dem Weg nach passierten wir wieder etliche Dörfer, die an die Hänge gebaut wurden. Speziell Gagliano Castelferrato war für mich das Dorf mit der spektakulärsten Ansicht.

Nachdem wir schon tagelang nach einer Waschbox für Fahrzeuge gesucht haben, wurden wir heute fündig. Wir haben uns von Sand, Saharastaub und zerfledderten Viechern verabschiedet und erfreuen uns ab sofort wieder an einer sauberen und glänzenden GS.

Die Bergfahrt nach Enna zeigte uns das Nachbardorf Calascibetta von der besten Seite….

Nach kurzem Aufenthalt sahen wir dunkle Wolken aufziehen, so dass wir uns auf den Rückweg machten. Da sich diese jedoch auf der geplanten Route ausbreiteten und wir nicht unbedingt nass werden wollten, fuhren wir auf direktem Weg wieder zurück. Für ein Gelato reichte es aber trotzdem 🍨🍨🍨

Italien – Tag 34

Nebrodi Nationalpark (117km)

Nach viel Essen und Rotwein, erwachten wir erst nach acht Uhr…Kein Problem, heute stand nur eine kleine Runde durch den Nebrodi Nationalpark an.

Den ersten Haltepunkt, Stausee Lago Ancipa, erreichten wir aber schon mit deutlicher Verspätung…eine Kuhherde übersiedelte auf eine andere Weide…notabene mehrere Kilometer. Der Bauer fuhr mit dem Auto hinter der Herde her und erklärte uns, dass die Kühe recht schreckhaft seien und bat uns deshalb nicht zu überholen. Rechtschaffene Eidgenossen befolgen natürlich diesen Wunsch…doch als dann einige Rindviecher die Strasse verliessen und in den Wald spazierten, da verlor auch der Agronom die Contenance und winkte uns vorbei.

Freude herrschte, aber nicht lange. Ein Warnschild mit der Aufschrift „Frane“ (Erdrutsche) liess nichts gutes erahnen…Kurzes peilen der Lage und Strasse, die Situation als GS-würdig empfunden, Sozia festgekrallt und durch mit Schmackes.

Der Nationalpark besteht eigentlich nur aus Eichen- und Buchenwäldern und bietet sonst keine grossen Highlights. Da es auf 1500m doch empfindlich kühl, kein Restaurant zu finden und der Ätna in Wolken gehüllt war, kehrten wir zeitig zum Hotel zurück und genossen die wärmende Sonne.

Italien – Tag 33

Cefalù – Troina (210km)

Heute führte uns der Weg zuerst nach San Marco d’Alunzio, weiter ans Ende des Nebrodi Parks nach Troina.

Das Dorf San Marco d’Alunzio ist eines von vielen Dörfern, welche auf einen Hügel gebaut wurden und von der Küste her wunderbar aussehen. All die Dörfer bieten Kirchen und Häuser aus dem 15. Jahrhundert und sind mehr oder weniger gut erhalten.

Parallel zur Küstenstrasse verläuft die Autobahn E90. Diese besteht eigentlich nur aus Viadukten und Tunnel. Unglaublich was hier verbaut wurde.

Die schön bemalten und aus Lavastein gefertigten Stühle und Tische erregten gestern schon die Aufmerksamkeit der weltbesten Sozia. In Santo Stefano di Camastra muss wohl das Zentrum für diese Art von Keramiksachen sein. Da gestern ein Tag für mich war, kam heute die WBS (WeltBesteSozia) zum Zug. Sofort einen Laden angesteuert und uns intensiv um Stühle und Tisch informiert. Ich bin mal gespannt, ob und wann solche Teile bei uns in Wohlen stehen 🤗.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Quartier fuhren wir quer durch den Nebrodi Nationalpark. Dieses Gebiet zeichnet sich aus durch die sehr üppige Vegetation und die Feuchtgebiete, die das verbreitete Bild von Sizilien als einer trockenen, sonnverbrannten Region widerlegen.

Die Zufahrt zum Agriturismo „Le Querce di cota“ war, dank der exakten Beschreibung, einfach zu finden….und wieder einmal präsentierte sich uns ein Juwel von einer Unterkunft, welches nur noch durch das exzellente, typisch sizilianische Nachtessen übertroffen wurde.

Italien – Tag 32

Targa Florio – Hebi’s Sizilien Highlight (170km)

Heute erfüllte sich für mich ein Traum, den ich seit 1978 hegte. Damals lernte ich (Berufschule sei Dank) Herbert Müller kennen. Die Älteren von euch haben ihn schon wieder vergessen, die Jüngeren kennen ihn gar nicht. Ich hingegen kenne mindestens zwei Personen, denen dieser Name etwas sagt 🤭🤭

Er erzählte mir von der Targa Florio und schwärmte damals in den höchsten Tönen von diesem Rennen. Die Targa Florio wurde von 1906 bis 1977 als Rennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft durchgeführt. Damals nahmen unter anderem auch namhafte F1-Fahrer teil, so zum Beispiel Clay Regazzoni, Jo Siffert, Helmut Marko, Stirling Moss…..und eben auch Stumpen Herbie aus Reinach. Er gewann übrigens dieses Rennen 1966 und 1973.

Heute wollte ich den „Cirquito grande“ fahren und dabei das kleine Museum welches diesem Rennen gewidmet ist besuchen. Nach der Eintrittsgage von 4 Euro führten uns zwei äusserst chamante Damen durchs Museum und erzählten uns Geschichten und Anekdoten aus früheren Zeiten.

Nach rund zwei Stunden, ging es los auf die grosse kurvenreiche Berg- und Talfahrt. Gerne hätte ich das einmal live erlebt. Heute wäre das wohl nicht mehr möglich, da die Strassen in einem himmellausigen Zustand sind….ich glaube ich habe das schon in früheren Beiträgen erwähnt 🤔


Italien – Tag 31

Cefalù (0km)

Heute ein Tag ohne Motorrad, denn wir sahen uns die Küstenstadt Cefalù an. Diese ist bekannt für ihre normannische Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Der Rocca di Cefalù mit der Burg, bestimmt mit seiner Höhe von 270m das Bild.

Um 10 Uhr waren wir in der Stadt. Mein Vorschlag den Berg zu besteigen und die Burg zu besichtigen, fand die weltbeste Sozia nicht weltklasse, andererseits war sie aber auch nicht abgeneigt. Rund 45 Minuten später und etwas ausser Atem, standen wir oben und bewunderten die Rundumsicht.

Unten wieder angekommen, erkundeten wir die Altstadt mit ihren hunderten von schmalen Gassen. Auffallend waren die buntbemalten Blumentöpfe und Tische welche wir überall sahen.

Am späteren Nachmittag genossen wir endlich die Sonne am hoteleigenen Strand.

Italien – Tag 30

Santa Teresa di Riva – Cefalù (239km)

Die Reise ging weiter nach Nordwesten. Entlang der Küste furen wir via Messina nach Cefalù unserem nächsten Standort für ein paar Tage.

An der Ostküste hatte sich das Meer im Gegensatz zum Wind, noch nicht beruhigt. Je näher wir der Meerenge von Messina kamen, desto ruhiger wurde die Angelegenheit.

In Messina sahen wir schon mal unser Taxi zum Festland nach Kalabrien.

Die abwechslungsreiche Fahrt entlang der Nordküste führte uns durch Dörfer, aber auch ins Hinterland. Bei Milazzo sahen wir ein weiteres Ziel unserer Reise, die liparischen Inseln. Eine Inselgruppe mit 7 bewohnten Inseln, von denen Stromboli mit dem aktiven Vulkan wohl die bekannteste ist.

Apropos Vulkan….folgende Meldung tauchte heute am Handy auf…kurz darauf wurde der Flughafen Catania geschlossen, weil die Start- und Landebahn voller Asche war…Wer weiss, vielleicht erleben wir noch einen heissen Abgang in Sizilien💥💥💥

In Mezzaforno, eine Ortschaft neben Cefalù, fanden wir eine schöne Bleibe mit grandioser Aussicht.

Italien – Tag 29

Die Kraft des Meeres (0km)

Die ganze Nacht pfiff der Wind um unser Zimmer herum. Hat uns aber nicht weiter gestört. Am Morgen war dann auch klar, dass Motorradfahren dem Sturm und Regen zum Opfer fällt.

Plan B wurde gezückt und ausgeführt. Coiffeur für Fahrer, Rezensionen schreiben für die besuchten Hotels und das 24h Rennen vom Nürburgring ein bisschen verfolgen.

Für den Barbier mussten wir ins Dorf, welches ca. 30 Minuten vom Hotel entfernt war. Mit Regenjacken ausgerüstet nahmen wir den Weg unter die Füsse. Je näher wir der Küste kamen, umso heftiger zerrte der Wind an unseren Kleidern. Ausserdem war ein Grollen und Getöse zu hören. Der Grund dafür sahen wir am Strand…meterhohe Wellen brachen sich und schlugen gegen die Brüstung. Zum Teil schwappte das Wasser auf die Strasse mit samt Kiesel und Sand. Das ganze Schauspiel verfolgten wir fast eine Stunde…natürlich wurden wir auch geduscht!!!

Der Besuch beim Barbier wurde ebenfalls erfolgreich absolviert…halbe Stunde Haareschneiden = 10 Euro…..Danach Frühstück…zwei Riesensandwiches mit Rohschinken und zwei Cappuccini = 8 Euro…Die ganzen Vormittagsausgaben hätten in Taormina gerade mal für einen Drink gereicht 🥺

Die Bilder können die Kraft und Gewalt des Meeres nicht wiedergeben. Doch die faustgrossen Steine, all der Kiesel und Sand, welcher über die Brüstung geschleudert wurde sprechen Bände.

Italien – Tag 28

Zum Ätna (150km)

Der Ätna, mit 3357m der höchste aktive Vulkan in Europa, war der Star des heutigen Tages. Für unser Vorhaben, eine geführte Vulkangipfel-Wanderung, wollten wir uns vor Ort die nötigen Informationen holen.

Die Anfahrt führte an Taormina vorbei. Auch die Touristenbusse kletterten die paar Serpentinen hoch. Wie auf der ganzen Welt, auch hier das Schauspiel…ausholender Bus für Kurve…nicht aufmerksamer Autofahrer auf der Gegenfahrbahn hält nicht an…Bus und Auto haben nicht mehr genügend Platz und ruckeln Zentimeterweise aneinander vorbei.

Aber jeder Knoten löst sich einmal und nun gings flott Richtung Nordzugang zum Ätna. Von Linguaglossa auf 550m ging es recht kurvenreich durch Lavasand- und Felder auf rund 1800m. Bei recht garstigem Wind und 12 Grad waren wir für einmal froh um unsere Motorradkleider.

Das Wandervorhaben kann jedoch im Moment nicht durchgeführt werden, da einige seismische Aktivitäten registriert worden sind und der Berg nicht zugänglich ist….Ausserdem herrschen auf dem Gipfel Temperaturen um den Gefrierpunkt…brrrr. Zudem sagte man uns, dass der Südzugang geschlossen sei…nützliche Info, denn dies wäre unser nächster Halt gewesen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wer weiss, ob wir auf unserer Reise diesen Sommer noch nachholen werden.

Die Natur ist hart im Nehmen….auch bei schier unmöglichen Bedingungen spriessen Pflanzen und Bäume aus dem Lavagestein.

Über Taormina trohnt Castelmola, ein malerisches, kleines Dorf mit einer Burg. Unzählige engen Kehren führten uns hinauf und erlaubten uns einmal auf die Reichen hinunter schauen.

Am Nachmittag genossen wir die warme Luft in Taormina, so zu sagen das St. Moritz von Sizilien. Bemerkbar wurde dies durch gestylte Frauen und Männer, die mit den Touristen durch die Gassen flanierten. Im Gegensatz zum Fussvolk betraten sie jedoch Souvenierläden die mit „Gucci“, „Louis Vuitton“ etc. angeschrieben waren. Nun jedem das seine.


Italien – Tag 27

Modica – Taormina (290km)

Das Tetris-Spiel beim Packen haben wir langsam im Griff..die Koffer lassen sich schon ohne Murks schliessen.

Bei angenehmen 21 Grad und leicht bewölktem Himmel führte unsere Route nordwärts. Siracusa, Catania und Taormina waren bekanntere Orte an welchen wir vorbeikamen.

Die Stadt Catania liessen wir, via Autobahn, rechts liegen. Stop and Go wollten wir uns nicht antun. Ein paar Kilometer nach Catania, wurde es aber Zeit wieder auf die Hauptstrasse zurückzukehren. Ein fataler Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Offenbar sind alle Pfingst-Touristen in der Region Taormina….Stop an Go wäre angenehm gewesen…..meistens war es Stop und gehupe…

Schlussendlich doch noch im Agriturismo angekommen…Auswärts fein gegessen und ein Schlummerbecher auf dem Balkon, mit Sicht auf Kalabrien.

Italien – Tag 26

Agri-Kultur und Sonne!!! (200km)

Noch ziemlich windig präsentierte sich der heutige Morgen, doch ein Silberstreifen war am Horizont zu sehen. Freude herrscht!!!

Die heutige Fahrt führte uns an den südöstlichsten Zipfel von Sizilien, nach Capo Passero. Nördlich von Modica waren wir wieder ganz alleine unterwegs. Vereinzelte Bauernhöfe, einige Rindviecher (eines mit Motorrad), Ackerbau, Mandel- und Olivenbäume dominierten die Landschaft. Es war einfach ein Genuss in dieser farbenprächtigen Landschaft dahin zu gleiten und die unterschiedlichen Düfte wahrzunehmen.

Dass auch andere Lebewesen nach etwas Wärme lechzten, bemerkten wir, als eine Schlange vor uns auf der Strasse auftauchte. Bei näherkommendem Motorengeräusch verzog sie sich aber ins hohe Gras.

Die nächst grössere Stadt Noto ist Weltkulturerbe der UNESCO. Dies sieht man auf den ersten Blick…praktisch alle Gebäude sind saniert und in sehr gutem Zustand. 10km vor den Stadttoren liegt die alte Stadt Noto, welche ebenfalls 1693 beim Erdbeben zerstört wurde. Anders als Modica und Ragusa, wurde die Stadt an einem tiefer gelegenen Ort neu aufgebaut. Die alten Gemäuer werden seitdem der Natur überlassen. Faszinierend zu sehen, wie sich die Natur ihr Terretorium wieder zurückholt.

Der Küste entlang erreichten wir Capo Passero und somit das Ionische Meer. Richtung Modica zierten dann wieder unzählige Gewächshäuser für Tomaten und Melonen unseren Weg.