Italien – Tag 82

Sant’Angelo – Termini (199km)

Adio Puglia…wir verliessen heute unsere geliebte Weinregion und bewegten uns weiter nordwärts in die Region Molise / Abruzzen.

Seit Tagen begegneten wir Plakaten und Hinweisen über Padre Pio. Für mich nichts Wesentliches, aber für die weltbeste Sozia schon. Ihre Mutter erzählte von diesem Geistlichen und gab ihr vor Jahren ein Bild von ihm, welches heute noch im Ausweisetui vorhanden ist.

Da wir an San Giovanni Rotondo der Wirkungsstätte von Padre Pio vorbeifuhren, lag es auf der Hand, dass wir dort einen Zwischenstop einlegten. Bei Padre Pio (1887-1968) handelt es sich um einen der beliebtesten Heiligen in Italien. Ab 1918 zeigten sich bei ihm Stigmata an den Händen und den Füssen wie bei Jesus, welche aber von der Kirche nicht anerkannt wurden und sein Wirken wurde ebenfalls sehr negativ bewertet. Nichts desto Trotz pilgern jedes Jahr fast 7 Millionen Personen nach San Giovanni Rotondo.

Sein grösstes Ziel war es mit den Spenden ein Spital für alle zu errichten, was er auch erreichte. Heute ist es eines der bedeutesten Spitäler Italiens.

Im Jahre 2002 sprach ihn Johannes Paul II heilig. Ihm zu Ehren wurde eine Kirche gebaut, welche es in sich hat. Einerseits die Architektur, anderseits die Mosaike.

Nach soviel Religion, ging die Reise bei sehr sommerlichen Temperaturen weiter. Die weltbeste Sozia und ich hatten uns für die Reise ein Temperatur-Limit gesetzt…40 Grad als Maximum…

Während der Fahrt liessen wir wieder einmal einer Schlange den Vortritt. Entlang der Strassen kilometerlange Oleandersträucher in voller Blüte. Im Weiteren passierten wir einen Brand eines gemähten Weizenfeldes und fuhren an einem LKW-Unfall vorbei, welcher sich über die Leitplanken überschlagen hatte (kein schöner Anblick).

Je weiter wir fuhren, desto heisser wurde die Luft. Es fühlte sich an, als ob jemand mit dem Föhn in unser Gesicht bläst…und dann passierte es…39…40…41…und 42 Grad…eindeutig zuviel. Wir geniessen morgen noch einen Tag am Meer und verziehen uns dann in die Berge der Abruzzen.


Italien – Tag 81

Sant’Angelo (0km)

Den heutigen Tag nutzten wir um den Ort Sant’Angelo anzusehen. Der Ort liegt auf rund 840m.ü.M.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen ein normanisches Castell sowie die Wallfahrtskirche San Michele.

Die Kirche San Michele ist eine Grottenkirche. Oben ist nur der Glockenturm und die zweiteilige Eingangshalle zu sehen. Die Kirche selbst liegt im Inneren des Berges. An diesem Ort erschien, der Legende nach im Jahr 492, der Erzengel Michael den Hirten.

Nach der Besichtigung war es Zeit für einen Apero, welcher mit einer ganzen Palette von Häppchen begleitet wurde.

Die nächste Station war der Pool, wo wir die nächsten 7 Tage fixierten.

Italien – Tag 80

Rund um den Sporn (155km)

Die heutige Runde um den Gargano führte uns zunächst durch den Foresta Umbra (Schattenwald). Dabei handelt es sich um einen Naturpark aus dichten Wäldern mit sehr alten und stattlichen Bäumen, welche je nach Vegetationszonen wechseln. Die höchstgelegenen Stellen (ca. 800m.ü.M) sind bedeckt mit Buchen, Ahorn und Steinbuchen, wogegen die Eichen und Linden in den mittleren Höhen zu finden sind.

Wieder auf Meereshöhe sahen wir von Weitem schon die Umrisse von Pisticci. Ein kleiner Halt an einer Strandbar in Pisticci war nötig, um unseren Durst zu löschen.

Vieste war unser nächstes Ziel. Ein kleines Dorfzentrum mit etwas Kunst, einem Leutturm und dem Kalkfelsen Pizzomunno bieten gute Fotomotive…

Weiter der wunderbaren Küste entlang mit ihren Sandstränden und Steilküsten bis nach Mattinata. Von hier gings über Serpentinen wieder hinauf zum Monte Sant´Angelo.

Den Rest des Abends verbrachten wir am und im Pool.


Italien – Tag 79

Bisceglie – Monte Sant‘ Angelo (97km)

Von Pool zu Pool, so könnte man den heutigen Tag beschreiben. Kurz vor zehn Uhr fuhren wir los, wobei das Thermometer schon 31 Grad anzeigte.

Die Strecke führte an der Adriaküste Richtung Norden zum Sporn am Stiefel von Italien. In der Region um Bari dominierten die Reben, diese wurden ab Barletta durch riesige Salinen abgelöst. Es sind die grössten in Europa und in den Becken tummelten sich jede Menge Falmingos. Ebenfalls sahen wir auf jedem Strommasten ein besetztes Storchennest. Angrenzend an die Salinen folgten keine Olivenbäume und keine Reben sondern Tomatenplantagen.

Inzwischen stieg die Temperatur auf 35 Grad und der Wunsch nach etwas Schatten war grösser als die Lust auf ein Fotohalt.

Nach rund 2 Stunden erreichten wir unser Hotel, etwas zu früh um das Zimmer zu beziehen. Wir warteten geduldig bis alles vorbereitet war, bezogen unser Zimmer und freuten uns auf den Pool…öhm…diesmal dauerte es einige Minuten, bis ich komplett im Wasser war…frisch…sehr frisch…ich tippe mal auf Quellwasser.


Italien – Tag 78

Auszeit am Pool (0km)

Wie wir gesehen haben, kommt laut Blick eine Hammerhitze (34 Grad) auf die Schweiz zu. Diese Temperatur hatten wir schon am Mittag erreicht. Kein Töffwetter…dafür relaxen am Pool mit Hebi-Wassertemperaturen (ca. 25-27 Grad).

Abends fuhren wir in die Altstadt von Bisceglie…und es ist wirklich eine alte Stadt… Am Hafen ein Restaurant nach dem anderen…aber eher fischlastig. Sogar die WBS mag im Moment nicht mehr Fisch- und Meereszeug essen. Aber auch hier ist es wie an allen bekannten Touristenorten…desinteressierte Angestellte, weil der Laden wird auf jeden Fall voll, ob wir dabei sind oder nicht.

Also noch ein Foto vom Sonnenuntergang und Richtung Hotel…

…aus der Stadt zu kommen war der Knackpunkt dieser Aufgabe. Kolonnen, Gehupe, Stop and Go…Italien wie es leibt und lebt. Hier kam der Vorteil des Motorrades zum Zug, links überholen, rechts vorbei an wartenden Autos, wieder links warten an der Ampel, Blitzstart bei Grün…das vorderste Auto steht immer noch, als es im Rückspiegel verschwindet…und langsam wird der Verkehr weniger und wir näherten uns dem Hotel.

Rund 500m vom Hotel hatten wir ein Restaurant gesehen, das wir ansteuerten. Gegen 21 Uhr!!! (unsere Essenszeiten verlagern sich deutlich nach hinten) fanden wir locker einen Platz. Aber wir haben nicht mit den Italienern gerechnet…gegen 22Uhr strömten Massen von Gästen ins Restaurant. Es war brechend voll und zu unserer Überraschung waren auch Baby’s und Kleinkinder dabei…mit dem obligaten Geplärre. Somit war es Zeit für uns einen Abflug zu machen. Überraschung #2…am Eingang standen sie Schlange (inkl. Kinderwagen)…

Italien – Tag 77

Lecce – Bisceglie (199km)

Nachdem wir den Süden Apuliens gesehen haben, führte uns die heutige Etappe nordwärts, vorbei an Brindisi und Bari, bis nach Biscelglie.

Von der Fahrt her gesehen, war es eine langweilige Sache…flach und alles geradeaus. Die Strecke führte entlang der Küste durch Reben- und Olivenplantagen.

Monopoli eine kleine hübsche Stadt war unser erstes Ziel…

Pogliano a Mare mit weiss gekalkten Häusern welche direkt an den Klippenrand gebaut sind, war unser zweiter Stopp. Ein vom Verkehr befreites Zentrum mit Souvenierläden und Restuarants. Erstaunlich wie viele Personen schon frei oder Ferien haben…


https://www.relive.cc/view/vMv8gpYdYNq

Italien – Tag 76

Lecce Stadtbummel (0km)

Nach dem italienisch-süssen Frühstück, erkundeten wir die Altstadt noch einmal zu Fuss. Lecce wird nicht umsonst das als das Florenz des Südens bezeichnet. Die Gebäude der Stadt sind aus hellbeigem Tuffstein gebaut. Dieser lässt sich leicht formen und das ist an den meisten Bauwerken markant sichtbar.

Man kennt ja die Ramschläden in einem Touristenort. Doch es gibt auch kreative Ausnahmen. So haben wir zugesehen, wie aus einer Aludose ein Fahrrad und aus alten Schallplatten kuriose Gegenstände entstanden.

Die Mittagsruhe wurde genutzt um die weitere Reiseplanung voranzutreiben.

Abends wieder das ewige Ritual…Schweizer mit Hunger möchten essen, aber italienische Beizer öffnen erst gegen 20 Uhr. Das Warten wurde jedoch durch eine Hochzeit verkürzt. Schlussendlich findet sich immer eine Lösung…meistens sind wir die Einzigen und wenn wir zahlen, füllt sich das Restaurant…

Schlummertrunk in einem Riesenlokal Namens „Cantiere“. Aperitiv, Essen, Live-Musik…alles auf 2 Ebenen. Donnerstagabend und die Bude war brechend voll…wir haben Platz gemacht und zogen uns zurück.

Italien – Tag 75

Nordwärts Richtung Lecce (120km)

Zum Aufstehen zeigte das Thermometer schon 26 Grad an. Als wir das Motorrad packten, schauten die anderen Gäste etwas verständnislos auf unsere Biker-Bekleidung. Aber ob Badekleid oder Motorrad-Bekleidung, schwitzen war in beiden Fällen angesagt.

Die Fahrt führte am Sant’Andrea Bogen vorbei. Ein wirklich schöner Flecken und ja…wir wären gerne ins Wasser gesprungen.

In Lecce durften wir unser Zimmer schon um 14 Uhr beziehen was uns  sehr entgegen kam, denn heute musste wieder einmal gewaschen werden. Eine Wäscherei ganz in der Nähe erledigte das für uns in 3 Stunden für 10 Euro…Ich weiss nicht, wer hier noch etwas verdient.

In der Zwischenzeit schlenderten wir kurz durch die Altstadt…wir merkten aber schnell, dass wir fast die Einzigen waren bei diesen Temperaturen. Also haben wir uns angepasst, ein Bier getrunken und den Rundgang auf die Abendstunden verschoben.

Tatsächlich waren nach 20 Uhr die Gassen voller Leute und die Restaurants gut gefüllt. Auch war das Ambiente mit der künstlichen Beleuchtung angenehmer, wie jenes am Mittag mit natürlichem Licht.


Italien – Tag 74

Dolce far niente (0km)

Als Rentner muss man ab und zu innehalten und die Kräfte einteilen. So stand der heutige Tag unter dem Motto „Pool, Liegestuhl und Reiseplanung“.

Die Segel für die nächsten Tage sind gesetzt, Körper und Geist im Einklang und die Batterien wieder geladen…könnte glatt ein Spruch aus einem Wellnesshotel sein.

Beim Nachtessen, erhielten wir viele Informationen über Speisen, Getränke und Spezialitäten, was uns (vor allem mich) motiviert, all diese feinen Rezepte in der Schweiz auszuprobieren.

Auch dieses Agriturismo war genau nach unseren Vorstellungen. Schöner Pool, feines Essen und delikate Weine…Abzug gibts für das dunkle Zimmer und die elend lauten Zikaden 😖.

Italien – Tag 73

Gallipoli – Nardo (125km)

Heute wieder etwas Kultur in Form von historischen Orten. Die Route führte uns an der Westküste des Absatzes bis nach Nardo.

Generell sind an der Küste immer irgendwelche Türme zu sehen. Heute Sehenswürdigkeiten, früher Verteidigungsbollwerke.

Gallipoli, auch ein Ort den die Griechen vor Christus gegründet hatten. 1266 wurde das Castello gebaut, wie in Otranto ein gigantischer Bau.

Nächste Station unserer Reise war Nardo. Dort befindet sich auch eine kreisrunde Teststrecke mit 4km Durchmesser und einer Länge von 12.6km. Diese wurde in den 1970 Jahren mit Staatsgeldern gebaut. Seit 2012 gehört die Teststrecke der Firma Porsche. Zur Info…Geschwindigkeitsrekord für strassenzugelassene Fahrzeuge Königsegg CCR mit 387.9km/h. Der VW Nardo hält den Weltrekord für 24 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 322.9km/h.

Daneben glänzt die Stadt durch Gebäude aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Zu guter Letzt noch ein Besuch in Ugento…was für eine Überraschung Castello, Kirche und uralte Gebäude.

Auf dem Rückweg sahen wir wieder kilometerlange Olivenplantagen welche niedergebrannt wurden…unser hölziges Herz leidet und blutet.