Italien – Tag 62

An der Amalfiküste entlang nach Positano (0km)

Der heutige Tag stand unter dem Moto Schifffahrt. Mit dem Fährboot fuhren wir ab Salerno via Amalfi nach Positano.

Das Schiff war bis auf den letzten Platz gefüllt und die sommerlichen Temperaturen sorgten für Schweissausbrüche bei einigen Passagieren. Dies zumindest so lange, bis das Boot Fahrt aufnahm. Ab dann gings mit flottem Tempo zum ersten Halt in Amalfi.

In Positano herrschte emsiges Treiben. Die Gassen, Shops, Restuarants und Bars waren proppenvoll. Man konnte sich einfach einreihen und wurde einmal rund um das Zentrum mitgezogen…“mir fliegen gleich die Löcher aus dem Käse…“

Zweimal mussten wir aus der Polonaise ausscheren. Wir entdeckten Keramikläden. Was wir bisher nur aus Sizilien kannten, haben wir heute wieder angetroffen…. Tische und Stühle aus Lavagestein.

Natürlich liessen wir informieren und beraten um festzustellen, dass die Preise mit einer Distanz von rund 600km ums 4-fache angestiegen sind. Trotzdem fanden wir noch einige preiswertere Kleinigkeiten fürs Haus, welche die Schwester der weltbesten Sozia für uns nach Hause nimmt. Vergelts Gott, Daniela.

In Salerno angekommen, blieb nur der grosse Abschied (zum Teil unter grossen Tränen🥲😪). Der Besuch reist morgen in die Schweiz zurück und wir schwingen uns auch wieder in den Sattel.

Italien – Tag 60

Strandtag (0km)

Besuch aus der Schweiz traf heute ein. Daniela, die Schwester der weltbesten Sozia, hat eine Freundin, die in der Nähe der Amalfiküste wohnt und welche sie besuchen wollte. Wir suchten eine Unterkunft in der Nähe, so dass wir die nächsten Tage zusammen verbringen können. Mit Daniela, reisten auch noch die Tochter Romina und ihr Sohn Leandro an. Für uns heisst das 4 fahrfreie Tage am Meer.

Nach dem Begrüssungszeremoniell, wollte Leandro (Enkel) beim Anblick des Pools, relativ zügig ins Wasser gehen.

Der Wunsch wurde erfüllt, aber baden im Pool ist langweilig wenn das Meer nebenan ist. Auch diesem Wunsch wurde entsprochen und der ganze Tross zügelte ans Meer 😀.

Italien – Tag 61

Ein weiterer Strandtag (0km)

Am Meer wurde heute den ganzen Nachmittag Burgen und Berge gebaut, Löcher gegraben, Sand und Steine vom Meer an Land und umgekehrt befördert.

Zwischendurch kurz ein Foto von 4 Weissgesichtern und einem Fischer zugeschaut, wie er einen Fang an Land holte.

Ein solches Tagespensum kostet Energie, die in Form des Nachtessen wieder zugeführt werden muss.

Italien – Tag 59

Durch die Berge nach Salerno (220km)

Gegensätze pur…beim Frühstück verfolgten wir die aktuellen Neuigkeiten am Fernseher. Waren die letzten Wochen voll Gejammer über das nasse Wetter, so hat es nun gewechselt auf Panik vor der Afrika-Hitze. Hauptsache Schlagzeilen…

Der erste Höhepunkt unserer Tagestour waren die weltberühmten Wasserfälle von San Fele. Wer kennt sie nicht!!! (gell Sandro)😀. Auf einem schön gemachten Weg, kann man dem Wasserlauf folgen und sieht dabei einige Wasserfälle. Will man Wasserfälle beobachten, muss man Höhenunterschiede überbrücken. Mit anderen Worten…der Retourweg ging bergauf. Mit den Motorradkleidern fühlte sich das ganze an wie im Fitnessstudio. Einziges Manko…Montag = Ruhetag in den meisten Restaurants und Bars. Das akute Durstproblem konnte, nach längerem Suchen einer geöffneten Lokalität, doch noch behoben werden.

Richtung Salerno führte uns das Navi durch den Monte Picentini Regional Park. Auf kleinen Strassen und engen Kurven erklommen wir Meter um Meter. Eichen und Kastanienbäume säumten den Weg, welcher immer schmaler und schlechter wurde. Als vor uns der Strassenbelag von Asphalt auf grober Schotter wechselte, vernahm ich ein gedämpftes Stöhnen der weltbesten Sozia über die Gegensprechanlage. Beide dachten wir, demnächst kommt eine Strassensperre und wir müssen umkehren…Heureka, diesmal war es anders. Nach einigen 100m war der Spuk vorbei und die Fahrt ging nun Talwärts Richtung Salerno, wo wir morgen hohen Besuch erwarten.


Italien – Tag 58

Castelmezzano – Pietrapertosa – Castelmezzano

Erstmals in einem B&B übernachtet und auch gut geschlafen. Frühstücksvorbereitung lief etwas harzig, wir sind uns das gar nicht mehr gewohnt.

Gegen Mittag machten wir uns auf zum Highlight dieses Wochenendes, dem Engelsflug zwischen den Orten Castelmezzano und Pietrapertosa. Über den lukanischen Dolomiten, schweben zwei Stahlseile zwischen den Gipfeln der beiden kleinen Orte. In einem Gurtzeug befestigt schwebt man kopfvoran wie ein Vogel über die Schlucht.

Die Linie „Peschiera“ beginnt in Castelmezzano (1019m) und kommt nach 1452m in Pietrapertosa (888m) an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Bevor der Flug stattfinden konnte, mussten wir uns zum Starthaus begeben. 30 Minuten steil bergauf…pffff

Beim Aufenthalt in Pietrapertosa wurde wir Zeugen einer kirchlichen Prozession, bei der am Ende ein Baum mit Hilfe von Seilen aufgestellt wurde. Ein typisch italienisches Spektakel. Etwa 8 Personen geben acht unterschiedliche Anweisungen in welche Richtung gezogen werden muss…spielt aber keine Rolle…lauthals wurde Hau-Ruck gerufen und nach ca. einer Stunde stand das Teil dann auch wirklich.

Die „San Martino“-Linie, startet in Pietrapertosa (1020m) und erreicht Castelmezzano (859m), nach 1415 Meter mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Auch hier musste das Erlebnis mit einem Berglauf verdient werden.

Italien – Tag 57

Matera – Castelmezzano (166km)

Was für eine Überraschung, das Frühstück wurde draussen serviert. Mit anderen Worten, kein Regen in Sicht.

Zuerst fuhren wir auf die gegenüberligende Seite der Schlucht, also dahin wo wir gestern eigentlich wandern wollten. Ein allerletztes Foto von Matera, danach führte uns der Weg westwärts ins weisse Dorf Pisticci.

Ein paar Kilometer weiter das Gegenteil. Die Geisterstadt Craco ist weitherum sichtbar. Nach einem Erdrutsch 1963 wurden die Bewohner umgesiedelt und konnten die Stadt aufgrund weiterer Naturkatastrophen nicht wieder bevölkern. Jetzt wird sie dem Zerfall überlassen.

Auf der weiteren Fahrt durch Aggrarland waren wir mutterseelen allein. Fast 50 km ohne ein Dorf, Auto, Traktor…nur einer strassenüberquerenden Schlange gaben wir den Vortritt. Anders als auf unseren Fussgängerstreifen, beeilte sie sich um auf die andere Seite zu kommen.

Aus dem Aggrarland tauchten wir, nach ein paar Serpentinen und einigen Höhenmetern, hinein in die lukanischen Dolomiten. Durch einen Tunnel hindurch und klabonk…Castelmezzano präsentierte sich vor unseren Augen.


Italien – Tag 56

Matera (0km)

Heute stand die Wanderung auf die gegenüber liegende Seite der Schlucht auf dem Programm. Das Wetter mit Sonne und etwas stärkerem Wind präsentierte sich ideal für dieses Vorhaben.

Beim Abzweiger zum Wanderweg folgte die Überraschung, das Zugangstor war verschlossen. Einige Wagemutige kletterten darüber und machten sich auf den Weg. Gemeindemitarbeiter, welche dies beobachteten, erklärten den Zurückhaltenden, dass der Weg aus Sicherheitsgründen gesperrt sei. Ganz unten muss der Fluss über eine Hängebrücke überquert werden, welche bei starkem Wind zu stark schaukelt. Mit diesen Informationen, schauten wir den Personen zu, welche diskutierten, ob sie jetzt trotzdem über das Tor klettern oder zurückgehen sollten. Einige Wenige schlugen die Bedenken in den Wind und machten sich auf den Weg. Nicht so die sicherheitsbewussten und anständigen Eidgenossen🫡

Beim ausgedehnten Stadtbummel besichtigten wir die grösste Zisterne welche die Trinkwasserversorgung von Matera sicherstellte. Mit einer Tiefe von 16m und einer Länge von 50m hatte sie ein Fassungsvermögen von 5 Millionen Liter. 1927 wurde die Zisterne ausser Betrieb genommen. Heute ist diese alte Wasserbaukunst über Stege zu besichtigen.

Der Abschluss bildete ein feines Nachtessen und ein anschliessender Digestif zur blauen Stunde.

Italien – Tag 55

Matera (0km)

Den Vormittag widmeten wir der dreckigen Wäsche, was uns einige Kilometer Fussmarsch bescherte. Beim ersten Waschsalon musste man das Waschmittel selbst mitbringen…die zweite Wäscherei verlangte 50 Euro für alles…und der dritte Waschsalon entsprach unseren gemachten Erfahrungen…Waschmaschinen mit Waschmittel inklusive und ein Betreuer, welcher nach dem Waschgang den Tumbler startete…und das für 10 Euro.

Da wir gerade so im Schuss waren mit Laufen, entschieden wir uns für die lange Runde um Matera.

Schlussendlich ein kühler Drink an einem coolen Ort

Italien – Tag 54

Caprara – Matera (238km)

Heute verliessen wir Kalabrien und fuhren in die Region Basilikata. Ziel die Stadt Matera, welche durch Höhlensiedlungen (Sassi) in der Altstadt berühmt ist.

Die Fahrt führte wieder durch den Sila Nationalpark vorbei am Lago Cecita zum Ionischen Meer. Da der Wind leicht wehte, entstanden riesige, gelbe Blütenstaub-Wolken.

Auf der Fahrt mussten wir an einem Bahnübergang wegen geschlossenen Schranken warten. Derjenige, welcher die Schranken bedient muss wohl bei der SBB in Hendschiken die Lehre absolviert haben….Wartezeit ca.15 Minuten…und dann??? ein einzelner Triebwagen😳.

Da die Altstadt nur von Einheimischen befahren werden darf, müssen die Fahrzeuge ausserhalb der Stadt geparkt werden. Der Weg in das Zentrum ist jedoch sehr lang. Aus diesem Grund entschieden wir uns für ein Höhlen-Hotel mit dem Vorteil, dass uns ein Shuttle abholte. Das Zimmer eher untypisch modern für eine Höhle 😄.

Die Altstadt ist recht gross, verwinkelt und bietet an jeder Ecke neue Perspektiven.


https://relive.cc/view/vPOprZEeWRq

Italien – Tag 53

Wieder in den Sila-Nationalpark (218km)

Vor vier Tagen ist es passiert…offenbar bin ich im Pensionsleben angekommen. All das am Arbeitsplatz hart antrainierte Wissen über Fehlervermeidungs-Möglichkeiten ist verblasst. Nur so lässt sich erklären, dass wir einige Kleidungsstücke im Schrank vergessen hatten. Natürlich solche, die wir immer wieder brauchen. Vor lauter Freude, dass das Kofferpacken so schnell und einfach ging (wen wunderts), hatte ich die Zimmerschluss-Kontrolle nicht gemacht…So fuhren wir heute noch mal zu Alessandro (es gibt definitv Schlimmeres) um unsere Garderobe wieder zu kompletieren.

Da wir genügend Zeit hatten, hielten wir noch beim Besucherzentrum des Nationalparks. Dies beherbergt unter anderem zwei Museen, einen Tierpark und einen Lehrpfad über die Pflanzen- und Tierwelt im Park.

Das Wiedersehen mit dem Gebrüderpaar löste einige Sprüche und Gelächter aus.