Korsika / Italien – Tag 31

Unterplanken – Jenig (331km)

Montag, 10.6.2024

Die ganze Nacht Regen…nicht gut für den leichten Schlaf der wbS. Aber alles halb so wild, beim Morgenessen zeigten sich einige blaue Flecken im Gewölk.

Wir, also ich, entschieden uns nach Cortina zu fahren und die Dolomiten zu umrunden.

Beim Lago die Misurina auf 1754 m.ü.M und über den Passo Tre Croce zeigte das Thermometer bescheidene regenfreie 10 Grad an.

In Cortina sahen wir schon grössere Lücken in der Wolkendecke. Ein kurzer Kaffeestop in Arabba, bei welchem die wsB eine heisse Schokolade bestellte…nun es wurde heisse Schokolade serviert…es schien, als ob eine halbe Tafel Schokolade einfach erwärmt und geschmolzen wurde….Nach dieser süüüssen Pause nahmen wir den Passo Falzarego in Angriff.

Die Fahrt über den Passo Pordoi und runter nach Canazei war gespickt mit schönen Ausblicken. Mit Wolken ist das Panorama einfach eindrücklicher als bei stahlblauem Himmel.

Dann noch einen guten Fotospot gesehen, angehalten und….mit dem Fuss auf Split ausgerutscht und das Motorrad abgelegt….Schwein gehabt zum Ersten. Nur ein Plastikteil hats nicht überlebt, sonst alles i.O. Dafür neuer Schräglagenrekord bei der digitalen Aufzeichnung…Linkskurve 90 Grad Schräglage!!

Ebenfalls gute Erkenntnis…der automatische SOS Notruf hat funktioniert…eine nette Dame aus München erkundigte sich nach unserem Befinden.

Nächster Pass das Sellajoch, welches mit seinen fotogenen Gipfeln oft den Fahrerblick von der Strasse weglockte.

Es folgte das Grödnerjoch und der Stallersattel, welcher nur von der 30. – 45. Minute einer Stunde befahren werden konnte. Der Grund wurde schnell klar, enge Strassen und noch engere Serpentinen, aber das Panorama einfach Klasse.

Weniger Klasse waren die Bilder die wir danach sahen…Kilometerweise hatte der Borkenkäfer gewütet…im Gegensatz zu den Italienern, räumen die Österreicher die befallenen Bäume weg. Links und rechts hunderte von Kubikmetern Holz…

Eine kurze aber knackige Steigung führte uns zum Berghotel Presslauer, wo wir die nächsten 3 Nächte verbringen.

Schwein gehabt zum Zweiten…eine halbe Stunde nach unserem Eintreffen, fing es an zu Schütten…

Korsika / Italien – Tag 30

Pragser Wildsee (40km)

Sonntag, 9.6.2024

Heute hatten wir zwei Möglichkeiten. Einerseits die Sellarunde mit rund 200km oder anderseits eine kleine Wanderung um den Pragser Wildsee, der nur 20km entfernt ist. Wettertechnisch fiel die Wahl auf den Pragser Wildsee…zuviele dunkle Wolken.

Der Pragser Wildsee auch „Perle der Dolomitenseen“ genannt, befindet sich inmitten der Pragser Dolomiten.

Kurze Anfahrt und die verschiedenen Parkbereiche, welche schon gut gefüllt waren, zeigten uns…wir sind nicht alleine. Sehr viele Reisecars und auffallend viele indische- und/oder pakistanische Touristen.

Ein kleines Detail zum Thema viele Besucher…ab 10. Juli bis 10. September ist dieser Ort nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einer Online Reservierung erreichbar. Sind die Plätze ausgebucht, ist kein Zugang mehr möglich (ausser zu Fuss oder mit dem Fahrrad).

Bevor wir uns auf den Weg rund um den See machten, schauten wir die Kunstausstellung „Zeichnen gegen das Vergessen“ an. Der Künstler Manfred Bockelmann (Bruder von Udo Jürgens) zeigt Portraits von Kindern und Jugendlichen, die zu Opfern des nationalsozialistischen Terrors wurden. Jedes Bild ist mit Kohle auf Leinen gezeichnet und mit einem Brief oder einer Geschichte versehen. Ich stand da ungläubig und unfassbar, dass solches geschehen konnte und man heute nach 80 Jahren nichts dazu gelernt hat.

Auf dem Weg rund um den See zeigte ein Schild, dass die Grünwaldalm nur rund 30 Minuten entfernt ist. Durst hatten wir, also Abzweiger Richtung Alm genommen.

Auf diesem Weg wurden die ungeheuren Gesteinsmassen sichtbar, welche beim Murenabgang 2017 verschoben wurden.

Zum ersten Mal degustierten wir den Kaiserschmarrn. Meine persönliches Fazit…kann man essen, muss man aber nicht. Die wbS war gegenteiliger Meinung.

Der weitere Weg um den See zeigte die Touristen, welche ein Ruderboot mieteten und gegen Wind und Wellen ankämpften…nicht alle beherrschten die Rudertechnik!!!

Genau als wir zurück im Hotel waren, setzte der Regen ein…Sauna- und Jaccuzzibesuch beendeten unsere Gesundheits- und Wellnessambitionen.

Korsika / Italien – Tag 29

Udine – Unterplanken (243km)

Samstag, 8.6.2004

Kleine Überraschung am Morgen vor der Abfahrt. Das Motorrad war unter einer Linde geparkt und bei den ersten Handgriffen zum Verstauen des Gepäcks, fiel mir auf, dass alles sehr klebrig ist…Danke ihr Mistviecher da oben auf den Blättern.

Die weltbeste Sozia kam aber subito mit einem nassen Lappen und der gröbste Dreck wurde weggeputzt.

Die Fahrt führte uns zunächst über San Daniele, eine weiterer bekannter Rohschinken-Ort, nach Sauris. Dort werden die San Danieles getrocknet. Bei der Anfahrt nach Sauris begleiteten uns einige Tropfen und Nebelschwaden.

Bei Auronzo di Cadore bestaunten wir einen Stausee mit fast unwirklicher Farbe…auf jeden Fall ein Fotomotiv.

Die drei Zinnen in den Dolomiten spielten ein bisschen Verstecken mit uns…jedesmal wenn wir eine Ausweichstelle zum Halten gefunden hatten, zogen sich die Gipfel hinter die Wolken zurück.

In Unterplanken nächtigen wir im Hotel Waldheim. Ein Wellnessbereich, sowie ein riesiger Balkon und ein ausserordentlich gutes Nachtessen tröstete uns über das vorbeiziehende Gewitter

Korsika / Italien – Tag 28

Noch einmal ein UNESCO Weltkulturerbe (96km)

Freitag, 7.6.2004

Zum Abschluss unserer Tage im Friaul besuchten wir den Ort Castelmonte. Dieses Kapuzinerkloster ist auch ein Wallfahrtsort in den Julischen Alpen und liegt auf einem Berggipfel. Zur slowenischen Grenze sind es nur noch etwa 9km.

Die Weiterfahrt führte uns durch grosse Gebiete mit Reben. Das Friaul gilt als die beste Weissweinregion Italiens. Wir werden uns heute Abend dem Thema etwas genauer widmen. Pro Jahr werden rund 1 Million Hektoliter Wein erzeugt, was jedoch nur ein kleiner Teil der italienischen Weinerzeugung darstellt.

Nächstes und letztes Etappenziel war Palmanova. Diese Stadt wurde von den Venezianern als Festungsstadt errichtet. 3 Tore und 9 Zacken begrenzen den Ortskern. Zwei Verteidigungslinien rund um die Stadt mit einem Wassergraben dazwischen und einem unterirdischen Tunnelnetz sorgten dafür, dass sich die Truppen schnell zwischen den verschiedenen Linien bewegen konnten. Von den drei Toren führen schnurgerade Strassen direkt zur Piazza Grande, so dass jeder Ankömmling gesehen wurde.

In der ersten Reihe rund um die Piazza Grande wohnten die Offiziere, in der zweiten Reihe die Liniensoldaten und in der äussersten Reihe die Söldner.

Der Dom des Dogen ist unübersehbar…aber wenn eine Hochzeit stattfindet, dann werden motor- und fahrradfahrende Zaungäste vertrieben. Wir haben trotzdem gewartet bis die Braut kam…notabene mit 35 Minuten Verspätung.

Korsika / Italien – Tag 27

Udine Stadtbesichtigung

Donnerstag, 6.6.2024

Das heutige Programm bestand aus der Stadtbesichtigung von Udine, unserer letzten grösseren Stadt auf unserer Reise.

Nun die Stadt ist in etwa so überschaubar, wie ein Gericht der nouvelle cuisine. Sie hat eine mehr oder weniger verkehrsbefreite Fussgängerzone, schöne Arkaden, Bars und Kneipen ohne Ende.

Hat trotzdem Spass gemacht, weil die Temperaturen im Moment bei angenehmen 26 Grad liegen.

In Italien habe ich übrigens die idealen Herren Modegeschäfte gefunden. Hier kannst du in ein Bekleidungsgeschäft gehen und sagen…einmal das Komplette von der Schaufensterpuppe bitte…von der Jacke über Pullover, Hemd, Kravatte, Socken und Schuhe…alles aus einer Hand…ideal für den einfach gestrickten Herrn wie ich.

Korsika / Italien – Tag 26

Überraschungen auf dem Weg nach Udine (218km)

Mittwoch, 5.6.2024

Nachdem wir gestern Abend auch wieder rund 3 Stunden diniert hatten, folgte noch ein ebenso spezielles Frühstück. Das Agriturismo ist alles andere als gewöhnlich.

Zeit Abschied zu nehmen und den Weg nach Udine unter die Räder zu nehmen. Udine in der Region Friaul, ist nun die letzte grössere Stadt auf unserer Reise.

Der Passo di Mauria und der Passo Rest sollten uns wieder ein bisschen Kurvenfeeling vermitteln. Unser Vorhaben endete jedoch schon nach 75km, als wir vor einer gesperrten Zufahrtsstrasse zum Passo di Mauria standen. Ein LKW hatte sich überschlagen und somit war der Pass nicht befahrbar. Navi konsultiert und eine mögliche Umfahrung bekommen…

Doch auch diese Möglichkeit blieb uns verwehrt…Das Militär veranstaltete auf dieser Strasse eine Übung und der Zugang war gesperrt. Eine nächste Alternative gesucht und auch gefunden. Der Weg führte uns nördlich über Sappada, Tolmezzo nach Udine.

Eine Stadtmauer in Venzone weckte unser Interesse. Kurz umgekehrt und in das sehr kleine Städtchen gefahren. Dieses wurde bei einem Erdbeben 1976 beinahe dem Erdboden gleichgemacht. Danach wurde es so wieder aufgebaut, wie es im Mittelalter aussah. Venzone wurde danach zum Nationaldenkmal erklärt und ist heute die letzte befestigte Stadt aus dem 14. Jahrhundert.

Mit uns haben dieses Vorhaben auch etwa 50 Fahrradtouristen gemacht. Alle mit Seitentaschen, Navi und Elektroantrieb ausgerüstet, man könnte meinen sie seien tausende von Kilometer unterwegs.

Eine nähere Befragung von Google ergab, dass Venzone auf der Strecke des Alpe-Adria-Radweg liegt.

Was soll ich sagen, ob Motorrad- oder Fahrradfahrer….alles Silberrücken.

P.S. Etwa 5km weiter, stand der Reisecar mit Anhänger für die Radler.

Korsika / Italien – Tag 25

Besuch von Bekannten

Dienstag, 4.6.2024

Wie gestern schon erwähnt, ist die Gegend meiner weltbesten Sozia wohl bekannt. Durch die zweite Staatsbürgerschaft wurde sie zur Bürgerin von Lentiai. Grund genug für uns, diesen Ort und bekannte Gesichter zu besuchen.

Da am späteren Nachmittag Gewitter aufzogen, haben wir die Zeit genutzt um die Streckenführung der restlichen Tage im Navi zu programmieren.

Unser Agriturismo heisst „Bon Tajer“ was soviel bedeutet wie eine gute Wurst- Käseplatte.

Vor zig Jahren, fing einer an, als Gastgeschenk ein solches Servierbrett zu bemalen. Dem folgten weitere Gäste und Künstler aus aller Welt, so dass wohl gegen 300 solcher Tagliere im Essraum aufgehängt sind.

Korsika / Italien – Tag 24

Richtung Norden nach Lentiai (240km)

Montag, 3.6.2024

Heute führte uns der Weg nordwärts. Der Monte Grappa und der Passo San Boldo sollten die Höhepunkte des heutigen Tages sein.

Als wir losfuhren sahen wir vor uns etwas Gewölk und hinter uns eine dunkle Gewitterfront. Somit alles im Lot beim Fahrer und der WbS.

An Padua vorbei, bis nach Bassano del Grappa war die Fahrt eher langweilig, aber der Aufstieg zum Monte Grappa erfreute das einfache Motorradfahrer-Herz wieder.

Auf dem Monte Grappa befindet sich eines der bedeutendsten Militärdenkmäler des ersten Weltkrieges. Das Denkmal enthält Gräber  von 22950 Soldaten. Im Nordsektor liegt das österreichisch-ungarische Beinhaus mit 10295 Toten und im Südsektor sind 12655 Italiener beerdigt.

Der untere Teil der Anlage war gesperrt und der obere Teil hüllte sich zeitweise in dicken Nebel.

Auf engsten und verwinkelten Strässchen waren wir wieder einmal Mutterseelen allein unterwegs.

Ab Valdobbiadene bewegten wir uns ein paar Kilometer auf der Strada del Prosecco. Eine wunderbar schöne Gegend.

Kurz vor unserem Agriturismo meisterten wir auch den Passo San Boldo…inklusive einem Foto. Die Trassenführung der Südrampe, in einem von nahezu senkrechten Felswänden abgeschlossenen Tal, ist einzigartig und sehenswert. Nur durch fünf in den Fels gesprengte Kehrtunnel und über sechs Brücken kann die Passhöhe erreicht werden.

Eine angenehme Überraschung bot das Agriturismo Bon Tajer in Colderu. Die Gegend ist für die WbS kein Neuland. Die Zimmer sind neu gemacht und auf alt getrimmt. Sehr stilvoll…

Die Halbpension besteht aus einem Überraschungsmenu bestehend aus 6 Gängen…Was soll ich sagen…schon viel erlebt, schon viel gegessen…aber das verdient die note 10+++

Vom Brot über die Butter, Vorspeise bis zum Dessert wurde alles im Haus produziert. Jedes Gericht für sich wurde speziell präsentiert… Ich glaube ich bleibe für den Rest meines Lebens hier🤔

Korsika / Italien – Tag 23

Ein Ausflug nach Venedig

Sonntag, 2.6.2024

Heute am italienischen Tag der Republik besuchten wir Venedig. Dies bot sich an, da vor unserem Hotel die Linie 11 Chioggia – Venedig startet.

Zuerst mit der Fähre nach Pellestrina, umsteigen in einen neuen batteriebetriebenen Bus bis nach Santa Maria del Mare. Dort fährt dieser auf eine Fähre und nach kurzer Zeit ist man in Alberoni. Von der Fähre runter und bis zum Lido di Santa Maria Elisabetta. Weiter gings mit dem Boot via Markusplatz zur Rialto-Brücke, wo wir nach ca. 75 Minuten ausstiegen. Ganz abwechslungsreich und effizient…

Ein Besuch im da Vinci Museum zeigte, dass dieser Mann ein wahres Genie war. Egal ob zeichnen, bildhauen, malen, konstruieren, der konnte einfach alles. Zu guter letzt fertigte er noch genaue anatomische Zeichnungen an.

Nach dem Museumsbesuch spielten wir ein bisschen Tourist und liessen uns durch die Gassen treiben.

wir sahen noch eine weitere Weisheit;

Arbeite jeden Tag, mach keine Ferien, sei sparsam, dann bist du der Reichste auf dem Friedhof.

Korsika / Italien – Tag 22

Von Padua via Vicenza nach Chioggia (150km)

Samstag, 1. Juni 2024

Heute sind wir nur einen kleinen Katzensprung von Padua entfernt, nämlich in Chioggia. Über das Wochenende geniessen wir zum letzten mal die Meeresbrise, bevor es nordwärts wieder in die Berge geht. Kommt dazu, dass morgen noch Nationalfeiertag ist…mal sehen ob ich die Italienische Nationalhymne singen muss.

Nach einem kleinen „Schlenkerli“ via Vicenza, parkten wir unser Motorrad am früheren Nachmittag vor dem Hotel Grande Italia.

Zwischendurch wurden wir noch kurz ausgebremst. Ein orange gekleideter Herr zog Schranken vor unserem Motorrad nieder und verhinderte so die Weiterfahrt…Kopschütteln und GRMPFL😤💥 unsererseits war die Reaktion…doch dann drehte sich die Strasse auf die Seite und ein Ausflugs-Schiff zog vorbei…machte Sinn, dass wir an der Durchfahrt gehindert wurden.

Zeit um die Sonne zu geniessen und den Tagesbericht zu schreiben.